7 Konflikte, die den Siegeszug von Big Tech aufhalten könnten, Live-Audio ist das neue Stories, Facebook festigt Kooperation mit Spotify

Salut und herzlich willkommen zur 719. Ausgabe des Social Media Briefings. Heute blicken wir auf die Rekord-Quartalszahlen, die Google, Apple, Facebook und Microsoft vorgelegt haben. Unser Blick gilt dabei vor allem 7 Konflikten, die den Siegeszug von Big Tech aufhalten könnten. Zudem gibt es wie gewohnt die wichtigsten News, Features und Tests bei den Plattformen. Wir wünschen eine gewinnbringende Lektüre und bedanken uns für das Interesse an unserer Arbeit, Simon und Martin

7 Konflikte, die den Siegeszug von Big Tech aufhalten könnten

Was ist

Alphabet/Google, Apple, Facebook und Microsoft haben ihre Quartalszahlen veröffentlicht – und was für welche: Rekorde, wohin man auch blickt. Amazon legt nach unserem Redaktionsschluss nach und dürfte seine Aktionärïnnen ebenfalls erfreuen. Neben Verschwörungsgläubigen und Klopapierfabrikanten scheint es einen großen Pandemie-Gewinner zu geben: Big Tech.

Doch der Siegeszug von GAFAM muss nicht so weitergehen. In den vergangenen Tagen wurden nicht nur unvorstellbar große Gewinne verkündet. Es sind auch eine Menge potenziell bedrohlicher Konflikte neu oder wieder entflammt.

Wir versuchen in diesem Briefing, einen Überblick zu geben, ohne jeden einzelnen Punkt im Detail zu analysieren. Dafür verweisen wir auf weitergehende Berichterstattung oder unsere eigenen Analysen.

Was die Quartalszahlen sagen

  • Wir ersparen uns und dir die Analyse der genauen Zahlen. Zusammengefasst: Sie haben alle sehr viel Nullen und sind noch mal deutlich größer ausgefallen als im Vorjahr.
  • Wenn du mehr wissen willst, kannst du die Details direkt bei Alphabet, Apple, Facebook und Microsoft nachlesen.
  • Interessanter erscheinen uns die generellen Trends und einige Beobachtungen, die wir hier skizzieren wollen.
  • LinkedIn entwickelt sich zu Microsofts Cashcow: 750 Millionen Nutzerïnnen, drei Milliarden Dollar Umsatz – mehr als Snapchat, Pinterest und Twitter.
  • Das Karrierenetzwerk zusammen mit der Suchmaschine Bing lässt Microsoft allmählich zu einem echten Player auf dem Werbemarkt werden. Was lange Zeit ein Duopol aus Google und Facebook war, bei dem längst auch Amazon mitspielt, könnte künftig noch etwas umkämpfter werden.
  • Richtig spannend wäre es geworden, hätte Microsoft TikTok aufgekauft. Auch die zwischenzeitlich kolportierte Übernahme von Discord für zehn Milliarden Dollar hätte die Social-Media-Welt ordentlich durcheinander gewirbelt. Aber nur, weil die Übernahmegespräche vorerst abgebrochen wurden, heißt das nicht, dass Microsoft seine Versuche aufgegeben hat, nach LinkedIn ein weiteres soziales Netzwerk zu schlucken.
  • YouTube wächst und wächst. In den vergangenen drei Monaten hat die Video-Plattform sechs Milliarden Dollar mit Werbung umgesetzt. Wenn die Entwicklung anhält, überholt YouTube bald Netflix – bei deutlich höheren Gewinnmargen. Schließlich muss Netflix viel mehr Geld ausgeben, weil es den Großteil der Inhalte selbst produziert oder einkauft.
  • Spannender Randaspekt: YouTubes TikTok-Kopie Shorts verzeichnete bislang rund 3,5 Milliarden Video-Abrufe. Wir können diese Zahl nicht richtig einschätzen, weil uns die Vergleichswerte fehlen. Die meisten Analystïnnen halten das aber für ein Anzeichen, dass Shorts auf einem guten Weg sei, eher zu Reels als zu Lasso zu werden. Facebooks TikTok-Klon ist bekanntlich gefloppt, die Instagram-Version entwickelt sich deutlich besser.
  • Das Cloud-Geschäft boomt weiter. Microsoft und Amazon nehmen seit Jahren immer mehr Dollar mit Office365, Azure und AWS ein. Jetzt gesellt sich allmählich auch Alphabet dazu.
  • Google Cloud verbrennt zwar weiter Geld, mit knapp einer Milliarde aber deutlich weniger als vor einem Jahr. Der Umsatz von Googles Cloud-Plattform und des Workspace-Abos ist um fast die Hälfte gestiegen.
  • Lieferengpässe und Chip-Mangel haben Microsoft und vor allem Apple einige Milliarden gekostet. Insgesamt herrscht aber großer Optimismus. Vor einem Jahr klangen die CEOs bei den Earning Calls noch vorsichtig, weil sie nicht wussten, was die Pandemie für ihr Geschäft bedeutet.
  • Mittlerweile ist klar, dass die Corona-Krise für das Silicon Valley ein Glücksfall war. Der Lockdown hat die Digitalisierung beschleunigt, Menschen verbringen mehr Zeit vor Bildschirmen, viele dieser Verhaltensweisen werden von Dauer sein. Software and tech are eating the world.

Was den Siegeszug stoppen könnte

2021 muss man sich keine Hoffnung mehr machen, dass Menschen den großen Konzernen in Scharen davonlaufen, weil sie Wert auf ihre Privatsphäre, mehr Datenschutz, das freie Netz oder andere wünschenswerte, aber abstrakte Ziele legen. Eine Handvoll dominanter Unternehmen teilt die Macht unter sich auf. Alle paar Jahre kommt mal ein neuer Name dazu (TikTok), aber am Ende werden die Großen immer größer und reicher.

Doch neben den Entscheidungen der Nutzerïnnen gibt es noch andere wichtige Faktoren für den Erfolg der Tech-Konzerne: den Rahmen, den die Politik setzt, und die eskalierenden Konflikte zwischen den Unternehmen selbst.

1. Apple vs. Facebook

  • Apple hat das lange erwartete Update auf 14.5 veröffentlicht und damit auch das App Tracking Transparency Framework (ATT) scharf geschaltet.
  • Entwicklerïnnen dürfen Nutzerïnnen jetzt nicht mehr ungefragt quer durchs Netz und über Apps hinweg verfolgen. Dafür braucht es die ausdrückliche Zustimmung, die sie sich per Pop-up e…

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