Facebook News in Deutschland, Kampagne gegen Biontech, Wie Influencer Geld verdienen, Aufmerksamkeitsmaschine TikTok

Salut und herzlich willkommen zur 723. Ausgabe des Social Media Briefings. Heute beschäftigen wir uns primär mit dem Deutschland-Start von Facebook News. Zudem erfahren wir von einer Kampagne gegen Biontech, wie Influencerïnnen hauptsächlich Geld verdienen und was für eine unfassbare Aufmerksamkeitsmaschine TikTok ist. Wir bedanken uns wie üblich für das Interesse an unserer Arbeit und wünschen allen ein angenehmes Wochenende! Merci, Simon und Martin

Facebook News: Warum der Springer-Deal anderen Verlagen zu denken geben sollte

Was ist

Vergangene Woche ist Facebook News in Deutschland gestartet (Facebook Newsroom). Wenige Stunden zuvor hatte Axel Springer bekannt gegeben, dass der Verlag eine "globale Kooperation" mit Facebook vereinbart hat. Wir erklären, was beide Ereignisse für die deutsche Medienlandschaft bedeuten.

Warum das wichtig ist

Facebook und Google versuchen seit Jahren, Verlage für sich einzunehmen und gesetzlicher Regulierung oder Zwangszahlungen wie dem Leistungsschutzrecht zuvorzukommen. Beide Konzerne haben Hunderte Millionen Euro in journalistische Projekte investiert und wollen in den kommenden Jahren jeweils mehr als eine Milliarde ausschütten. Für die darbende Medienbranche ist das verdammt viel Geld, doch Verlage sollten ganz genau überlegen, wer von den "Kooperationen" am Ende wirklich profitiert. (Spoiler: Facebook und Google zählen zu den mächtigsten Unternehmen der Welt, weil sie gute Produkte anbieten – und weil sie selten schlechte Deals machen.)

Wie Facebook News in Deutschland funktioniert

  • Im Herbst 2019 startete Facebook News in den USA (#572), vergangenes Jahr kündigte Facebook den Deutschland-Start an (#663), im März legte man sich auf den Mai als Termin fest (#706).
  • Nach diesem langen Anlauf war es dann am 18. Mai so weit: "Heute startet Facebook News, ein gesonderter Bereich für journalistische Inhalte", schrieb Jesper Doub, der in Europa für Facebooks Medienkooperationen zuständig ist.
  • Zumindest in unseren Apps versteckt sich das Icon bislang recht erfolgreich in einem Menü der Seitenleiste, wo es die meisten Menschen vermutlich nicht finden werden. In den USA dauerte es aber auch ein Dreivierteljahr, bis Facebook das News-Symbol prominent am oberen Bildschirmrand der App anzeigte.
  • Genau wie in den USA und Großbritannien präsentiert Facebook in dem News-Reiter ausschließlich Inhalte von Medien. Ein Teil davon wird algorithmisch selektiert und personalisiert. Es gibt allgemeine Themenbereiche wie Wirtschaft oder Sport und sogenannte Kollektionen etwa zu Covid-19. Nutzerïnnen können die Auswahl nach eigenen Vorlieben anpassen und auch bestimmte Verlage ausblenden.
  • Das klingt nach Google News mit etwas mehr Personalisierung, doch es gibt zwei entscheidende Unterschiede: Erstens wählen menschliche Redakteurïnnen die "Top-Meldungen" aus. Dafür arbeitet Facebook mit der Springer-Tochter Upday zusammen.
  • Zweitens erhalten alle Verlage Geld, die Inhalte für Facebook zur Verfügung stellen. Google bezahlt nur die Medien, die Artikel für News Showcase (#673) auswählen und aufbereiten.

Warum fast alle großen Verlage mitmachen

  • Bei der Ankündigung im März fehlten noch einige große Namen, unter anderem die SWMH mit der Süddeutschen Zeitung und Axel Springer mit Bild und Welt.
  • Offenbar wurde in den vergangenen Monaten eifrig im Hintergrund verhandelt. Mittlerweile sind rund drei Dutzend Verlage an Bord, die mehr als 100 Medienmarken repräsentieren. Damit wird man die meisten bekannten Namen auf Facebook News finden.
  • Der wichtigste Grund dürfte eine Zahl mit einigen Nullen sein. Die genauen Summen der einzelnen Verträge sind nicht bekannt, doch Doub spricht von einem "deutlich zweistelligen Millionen-Investment" (ZDF) im deutschen Markt.
  • Zum Vergleich: In den USA (WSJ) zahlt Facebook kleineren Medien angeblich sechsstellige Summen pro Jahr, schüttet mehrere Millionen für größere Verlage aus und lässt sich die Inhalte von Medienhäusern wie der New York Times "substanziell mehr" kosten.
  • Ob nun fünf- oder achtstellig, für den einzelnen Verlag scheint die Rechnung simpel zu sein: kaum Aufwand und zusätzliche Einnahmen. Bislang postete man Inhalte und erhielt Reichweite – jetzt gibt es Reichweite und Geld. Nice!

Was Facebook mit News bezweckt

  • Facebook ist der Lieblingsfeind vieler Verlegerïnnen. Facebook ist außerdem der Lieblingsfeind vieler Politikerïnnen. Das ist langfristig ungünstig.
  • News ist Teil einer "Umarmungsstrategie", die Daniel Bouhs im März beschrieb (NDR). Vordergründig richtet sich das Angebot an Nutzerïnnen, doch die wahre Zielgruppe sind Verlage.
  • Facebook News und Google News Showcase sind nur zwei von Dutzenden Projekte, mit denen die beiden Konzerne Medien unterstützen.
  • Viele der Programme sind sinnvoll und wirklich hilfreich. Im Rahmen der Google News Initiative sind schon etliche tolle Projekte entstanden und Workshops ermöglicht worden, die ohne die Förderung wohl nicht zustande gekommen wären.
  • Auch Facebooks Unterstützung für Lokaljournalismus könnte viele kleinere Medien retten und auch individuellen Journalistïnnen helfen.
  • Klar ist aber auch, dass Medien subtil beeinflusst werden könnten. Facebook und Google müssen das gar nicht unmittelbar bezwecken, und es wird wohl auch kein Geschäftsführer eines Verlags einen kritischen Kommentar verhindern, nur weil man mit Facebook kooperiert. Trotzdem ist es leichter, unbefangen über ein Unternehmen zu berichten, mit dem man keine Geschäftsbeziehungen führt.
  • Facebook und Google zielen aber nicht nur auf die Verlage ab, sondern auch auf die Politik. Vergangenes Jahr zeigten Ingo Dachwitz und Alexander Fanta mit ihrer Studie "Medienmäzen Google – Wie der Datenkonzern den Journalismus umgarnt", dass Investitionen wohl nicht ganz zufällig meist dort getätigt werden, wo gerade Regulierung droht.
  • Im Februar schlossen Facebook und Google in Australien Verträge mit Verlagen ab, nachdem die Regierung mit dem Media Bargaining Code Druck ausgeübt hatte (#704). Zusammen zahlen sie 130 bis 160 Millionen Dollar pro Jahr – was ihnen offenbar immer noch lieber war, als sich dem Gesetz und seinem fragwürdigen Schiedsverfahren zu unterwerfen (#705).
  • Das europäische Pendant zum Media Bargaining Code heißt Leistungsschutzrecht (LSR). Dass wir keine Fans von der Idee sind, Plattformen für Links zahlen zu lassen, haben wir in unseren Newslettern immer wieder deutlich gemacht. Immerhin ist das LSR nicht ganz so absurd wie das Vorhaben Down Under.
  • Unabhängig davon, was man von den konkreten Versuchen hält, Medien an den Einnahmen der Plattformen zu beteiligen, erscheint uns der Ansatz richtig. Natürlich müssen Facebook und Google den Verlagen kein Geschäftsmodell liefern, aber die finanzielle Entwicklung der vergangenen Jahre ging definitiv in die falsche Richtung. Hier wäre kluge Regulierung angebracht.

Warum Verlage vorsichtig sein sollten

  • Öffentlich beteuert man das Gegenteil, aber für Facebook spielt Journalismus keine Rolle. Im Streit um das australische Mediengesetz argumentierte man unter anderem mit solchen Sätzen:

„If there were no news content available on Facebook in Australia, we are confident the impact on Facebook’s community metrics and revenues in Australia would not be significant, because news content is highly substitutable and most users do not come to Facebook with the intention of viewing news."

  • Auf Deutsch: Die Nutzerïnnen interessieren sich nicht für Nachrichten, Facebook verdient mit Journalismus kein Geld, ihr könnt uns mal mit euren Drohungen.
  • Als der Konflikt eskalierte, wurde dann klar, wie ernst Facebook es meint: Für einige Tage blockierte die Plattform einfach sämtliche Nachrichteninhalte.
  • Hinzu kommt eine jahrelange Geschichte falscher Versprechungen, geänderter Algorithmen und gescheiterter Projekte (#663), die Facebook teils schnell wieder beerdigte – und die beteiligten Medien gleich mit.
  • Wir wollen das aktuelle Engagement von Facebook und Google nicht diskreditieren. Die Angestellten, die an den Initiativen beteiligt sind, haben sicher gute Absichten. Nur hat die Vergangenheit auch gezeigt, dass insbesondere Facebook nicht der zuverlässigste Partner für Verlage ist – und wenn Mark Zuckerberg das Interesse an einer Kooperation verliert, dann helfen auch die tollsten Projektleiterïnnen nicht.

Warum Verlage sogar verlieren könnten

  • Weiter oben schrieben wir: "Für den einzelnen Verlag scheint die Rechnung simpel zu sein: kaum Aufwand und zusätzliche Einnahmen." Das stimmt – aber nur in einem Vakuum.
  • Tatsächlich steht sehr wohl etwas auf dem Spiel. Genau wie bei Google News Showcase treten die teilnehmenden Medien wohl die Forderungen ab, die sich aus einem Leistungsschutzrecht ergeben könnten.
  • Da die Verträge nicht öffentlich sind, ist unklar, welche Konditionen die einzelnen Verlage für sich herausgeschlagen haben. Wir wiederholen unsere Feststellung: "Facebook und Google zählen zu den mächtigsten Unternehmen der Welt, weil sie gute Produkte anbieten – und weil sie selten schlechte Deals machen."
  • Man könnte also vermuten, dass sich zumindest einige Medien über den Tisch haben ziehen lassen. Und selbst wenn jeder einzelne Verlag für sich das Maximum herausgeholt hat, könnten alle Verlage zusammen verloren haben.
  • Mit ziemlich großer Sicherheit hätten sie mehr herausschlagen können, wenn sie gemeinsam verhandelt hätten. Facebook säße dann zwar immer noch am längeren Hebel, aber die Macht wäre nicht mehr ganz so ungleich verteilt gewesen.

Welche Rolle Axel Springer spielt

  • Am Vorabend des Deutschland-Starts von Facebook News verkündete der Springer-Verlag eine "globale Kooperation" mit Facebook – und die hat es in sich.
  • Bereits Ende März berichtete Ulrike Simon (Horizont), dass sich deutsche Verlage von Springer-Chef Mathias Döpfner hintergangen fühlten – der gleichzeitig dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger vorsitzt.
  • Damals stand der Verdacht im Raum, dass die Springer-Tochter Upday zum Dienstleister für Facebook News auch in Deutschland werden könnte. Und genau so ist es gekommen.
  • Das ist aus zwei Gründen problematisch. Erstens entscheiden Springer-Angestellte, welche Inhalte anderer Verlage in Facebook News zu sehen sind. Die Kuratorïnnen werden zwar noch mal durch Facebook kontrolliert, aber ein Geschmäckle bleibt trotzdem.
  • Zweitens lobbyiert Döpfner seit Jahren fleißig für das LSR und warnt vor der Allmacht der Tech-Konzerne (Welt).
  • Nun zeigt der Deal, dass es Springer ausschließlich um die eigenen Interessen geht. Offenbar hat man es selbst geschafft, Teil von Facebook News zu werden, ohne Ansprüche aus dem LSR abzutreten. Das gilt aber nicht für alle Verlage.
  • Wie viel Facebook Springer zahlt, ist nicht bekannt. Es wird aber eine Summe sein, die andere Verlage neidisch machen dürfte.
  • Der Deal geht weit über die Upday-Kuration hinaus, und bereits die klingt ziemlich lukrativ (Horizont): "Was Springer für seine Dienstleistung des Kuratierens bekommt? Sicherlich mehr als die Partnerverlage von Facebook News, aber man ist ja noch in Verhandlungen und spricht nicht darüber. Die Gespräche aber scheinen immerhin so weit fortgeschritten zu sein, dass für das Projekt 13 Redakteure eingestellt werden."

Be smart

Wir stimmen eher selten mit Michael Hanfeld überein, wenn es um Tech-Konzerne oder das Leistungsschutzrecht geht. Die seltene Ausnahme würdigen wir, indem wir dem Leiter des Medienressorts der FAZ das letzte Wort überlassen (FAZ):

Wenn stimmt, was Mathias Döpfner sagt, nämlich, dass diese "globale" Kooperation mit Facebook "ein strategischer Meilenstein für unser Haus und die ganze Branche" ist, sollten alle anderen Verlage, die für Facebook News Verträge geschlossen haben, ins Kleingedruckte schauen und prüfen, ob ihre Konditionen dem entsprechen, was Springer herausgeholt hat. Als marktbeherrschender Konzern wäre Facebook verpflichtet, seine einzelnen Geschäftspartner bei gleichartigen Vereinbarungen nicht nach Lust und Laune besser- oder schlechterzustellen.


Kampf gegen Desinformationen

  • Influencerkampagne gegen Biontech: Laut Recherchen von kontraste und netzpolitik bietet eine Londoner Agentur Influencerïnnen auf der ganzen Welt Geld an, um Stimmung gegen das Vakzin von Biontech / Pfizer zu machen. Den Berichten zufolge steckt hinter der Kampagne eine Werbeagentur, die vor allem in Russland tätig ist. Das widerum passt ganz gut zu dem Report, den Facebook am Mittwoch veröffentlichte und den die Washington Post hier einordnet.
  • YouTube löscht Kanal von Querdenken 711: Der Kanal der Stuttgarter Querdenker-Bewegung um Initiator Michael Ballweg wurde von YouTube suspendiert (netzpolitik). Der Kanal hatte laut YouTube wiederholt gegen Youtubes Richtlinien für Fehlinformationen verstoßen. Zwar können die Videos weiter auf einer anderer Plattform geschaut werden – dort hat die Bewegung aber lediglich 255 Abonnentïnnen – also nur einen Bruchteil der 75000 Abos bei YouTube. Deplatforming wirkt (Amadeu Antonio Stiftung).
  • Facebook bestraft das Teilen von Falschinformationen: Sowohl Facebook-Pages als auch Einzelaccounts werden künftig härter für das Teilen von Falschinformationen bestraft (Facebook Newsroom). So werden bei Pages, die wiederholt von Fact-Checking-Teams als falsch klassifizierte Artikel teilen, Warnhinweise eingeblendet, wenn man die Seite liken möchte. Privatpersonen müssen damit rechnen, dass bei wiederholtem Fehlverhalten (also dem Posten von Falschinformationen) auch ihre regulären Posts weniger Sichtbarkeit erhalten.

Creator Economy

  • Instagram verteilt Boni: Es sieht ganz danach aus, als würden Creator bald dafür bezahlt, bei Reels originäre Inhalte zu posten. Zumindest suggeriert das ein Screenshot, der auf Twitter zirkuliert. Instagram würde sich damit einreihen in die Reihe von Unternehmen, die Creator dafür belohnen, auf ihrer Plattform Inhalte hochzuladen.
  • Clubhouse sucht Head of Creators: Clubhouse meint es ernst damit, Kreativen neue Wege und Möglichkeiten zu bieten, mittels Social (Live) Audio eine Karriere zu starten. In der Stellenanzeige heißt es gar, der / die neue Head of Creators hilft dabei, eine neue Generation von Superstars aufzubauen. Wow, das klingt durchaus ambitioniert für eine – sagen wir wie es ist – Nischenapp.
  • Wie Influencerïnnen Geld verdienen: Einer Umfrage von NeoReach und Influencer Marketing Hub zufolge verdienen 77,3 Prozent der rund 2000 befragten Influencerïnnen am meisten Geld mit Brand Deals. Danach folgt ganz lange – nichts. Extrem abgeschlagen auf Platz 2 folgt „Ad Share Revenue“, also jene Einnahmen, die Influencerïnnen erzielen, wenn Werbung im Umfeld ihres Videos geschaltet wird. Auf dem letzten Platz landen Einnahmen aus Abo-Verkäufen. Nun, da ist definitiv noch Luft nach oben. Wäre ja schön, wenn sich das in den kommenden Jahren ändert.

  • Zahlen zur Creator Economy: In der gleichen Umfrage gibt es auch spannende Zahlen zum Markt der Creator Economy. Hier einige Highlights:

$800 million in venture capital has been invested into Creator Economy startups since October 2020.

46% of Creators who have been building an audience for 4+ years earn over $20k annually across their monetized channels.

We estimate the total Creator Economy market size to be around $104.2 Billion and on par with a substantial growth trajectory similar to the Gig Economy. That’s a future valuation of Trillions of dollars.

72% of Creators prefer Instagram and identify it as their primary content platform.

Of the surveyed Creators that considered themselves full time Creators, ie. content creation is their main source of income – 78% make more than $23,500 annually.

The power of sponsorships should not be underestimated. 77% of Creators depend on brand deals, that’s 3x as many as every other revenue source combined.

There is not a definite correlation between follower count and income. Between the $50-100k and $500k-1M reported income levels from creating content, there is half a million dollars in income difference, but a difference of only 1.8K more followers.


Schon einmal im Briefing davon gehört

  • Pinterest verbucht fünf Milliarden Suchanfragen jeden Monat. 2018 waren es noch zwei Milliarden. Bemerkenswert. Vor allem auch deshalb weil wir Pinterest bislang gar nicht so auf dem Radar haben. Vielleicht sollten wir uns (auch) damit einmal mehr beschäftigen. (Notiz an uns selbst: Redakteurïn für LinkedIn, für Pinterest …)
  • CapCut big im US-AppStore: Der nächste Hit aus dem Hause ByteDance heißt CapCut. Die App ist dafür gedacht, Videos zu editieren und mit allerlei Gedöns zu versehen. Die App scheint einen Nerv zu treffen. Das Ding hält sich schon seit Wochen stark im AppStore (Techcrunch).
  • Vice produziert mehr Stories als Text und Video: Vielleicht für den nächsten Plausch am Kaffeeautomaten ganz interessant: Mittlerweile produziert Vice tatsächlich mehr Stories als alles andere. Hossa. Wir finden das (Digiday) jedenfalls mega spannend.
  • Hey guys! Hallo Leute! Hallo, ihr Lieben! Wer sich häufiger auf YouTube Vlogs anschaut, kennt das: Die immer gleichen Begrüßungen hängen einem schon zu den Ohren raus. Aber so ist das nun einmal. Die Varianz hält sich wirklich in Grenzen. Das zeigt auch diese YouTube-Untersuchung.
  • TikTok ist eine unfassbare Aufmerksamkeitsmaschine: Mehr als 20 Stunden pro Monat verbringen US-TikTok-Nutzerïnnen durchschnittlich in der App. Ja, klar. Facebook und Instagram wird von mehr Menschen genutzt, das zieht den Schnitt dort runter. Aber trotzdem: Die, die TikTok nutzen, nutzen es extrem viel. WTH.


Neue Features bei den Plattformen

Twitter

  • Spaces gibt es jetzt auch am Desktop: Wer mag, kann künftig auch vom Desktop aus (@TwitterSupport) an Diskussionsrunden von Twitters Clubhouse-Herausforderer Spaces teilnehmen. Allerdings liegt die Betonung auf „teilnehmen“. Spaces organisieren und starten können Hosts weiterhin nur von der App aus.

LinkedIn

  • Boosting: LinkedIn bietet jetzt ebenfalls die Möglichkeit, einzelne Posts gegen Geld einem größeren Publikum auszuspielen – boosting, ya’ll know!
  • Event Ads: Auch gibt es bei LinkedIn ein neues Werbeformat, um Events stärker zu promoten. Storytelling für Vertrieb und Verkauf diesen Freitag um 11:00 Uhr? Damn! Here I am!
  • Custom Streaming: Last but not least hat LinkedIn erkannt, wie angenehm es ist, wenn man mit dem Mittel der Wahl live gehen kann, anstatt sich mühsam in noch ein weiteres Livestreaming-Programm einarbeiten zu müssen. Daher kann man jetzt bei LinkedIn auch via Zoom, OBS und WebEx live gehen. Die Integration mit Microsoft Teams dauert noch ein paar Monate. Zu wem gehört LinkedIn gerade noch einmal? Microsoft? Ach ja. Ok.

Facebook

  • Neighborhoods: Facebook versucht sich an einem Nextdoor-Klon (Techcrunch). Anstelle einer eigenständigen App wird es Neighborhoods nur als eine Art Extra-Ecke innerhalb von Facebook geben. Die Idee: Mehr Vernetzung und News innerhalb der Nachbarschaft. Gossip (und Moderationskopfschmerzen) inklusive.
  • Vielleicht erst einmal lesen? Die Idealvorstellung lautet: Erst lesen, dann teilen! Da das aber nun einmal nicht immer so läuft, probiert es Facebook jetzt analog zu Twitter mit entsprechenden Hinweisen (Techcrunch).

Substack

  • Sections: Bei Substack gibt es jetzt Rubriken (Financial Times). Quasi wie in einer Zeitung. Nur halt zweitausendeinundzwanzig-mäßig als Newsletter.

Discord

  • Mehr Auffindbarkeit wagen: Discord ist eigentlich dafür gedacht, direkt bei bestimmten Servern (read: Interessensgruppen) einzusteigen. Da Clubhouse aber gerade so populär ist und Discord eigentlich alles, für das Clubhouse gerade gefeiert wird, schon viel länger kann und hat und macht und tut, bricht Discord jetzt mit alten Traditionen und bietet ein sogenanntes Stage Discovery Portal an, auf dem Interessensgruppen und Talks gefunden werden können.

GitHub

  • Video Uploads: Bei Github können jetzt vor dem nächsten Pull Request Videos hochgeladen werden, um zu zeigen, was es mit dem Commit auf sich hat. Um es mal auf githubbisch zu sagen.

One more thing

Die App Poparazzi hat einen ganz besonderen Kniff: Sie erlaubt keine Selfies. Nutzerïnnen können nur Fotos von Freundïnnen knipsen. Das soll den Druck nehmen, immer perfekt aussehen zu müssen. Das Seed-Funding der App: 2 Millionen Dollar. Heißt: Jemand hat in diese Idee 2.000.000 Dollar investiert. Als gäbe es keine sinnvolleren Zwecke für solche Summen. What a time to be alive.


Header-Foto von Mailchimp bei Unsplash


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