YouTube Shorts startet in Deutschland | Twitter haftet für Inhalte in Indien | Facebook kämpft um Creator

Salut und herzlich willkommen zur 733. Ausgabe des Social Media Briefings. Heute beschäftigen wir uns ausführlich mit YouTubes TikTok-Klon Shorts. Zudem lernen wir, dass Twitter in Indien künftig für die Inhalte seiner Nutzerïnnen haftet und Facebook keine all zu guten Chancen beim Kampf um Creator eingeräumt werden. Vielen Dank für dein Abo! Merci, Simon und Martin

YouTube Shorts startet in Deutschland: Was kann der TikTok-Klon?

Was ist

Instagram hat Reels, Snapchat hat Spotlight, nur YouTube hatte in Deutschland bislang keinen TikTok-Klon. Das ändert sich jetzt: Nach einem Beta-Test in Indien und dem US-Start im März (#713) bringt YouTube Shorts nun in mehr als 100 weitere Länder, darunter auch nach Deutschland (YouTube-Blog).

Warum das wichtig ist

Keine große Plattform wächst schneller als TikTok – und keine hat in den vergangenen zwei Jahren stärkeren Einfluss auf Formate, Inhalte und Nutzungsverhalten in sozialen Medien gehabt. Nach Snapchats Stories sind mobil produzierte und konsumierte Kurzvideos der Trend, den alle kopieren.

ByteDance und Facebook sind Schwergewichte, die keinen K.O.-Schlag im Kampf um die Aufmerksamkeit des jüngeren Teils der Menschheit fürchten müssen. Aber mit YouTube betritt nun ein Gorilla den Ring, der gefährliche Schwinger verteilen könnte.

Das ist für alle beteiligten Akteure relevant:

  • Für die Konzerne geht es um Milliarden.
  • Für die Creator geht es um die Entscheidung, in welche Plattform sie langfristig Ressourcen investieren und sich Reichweite aufbauen sollten.
  • Für Nutzerïnnen steht am wenigsten auf dem Spiel. Wer keine Inhalte produziert, kann die Plattform ohne größere Hürden wechseln und muss sich nur an eine neue App gewöhnen, wenn Reels etwa erfolgreich einen TikTok-Star abgeworben hat.
  • Daran knüpft sich aber eine Frage an, die sich Unternehmen stellen müssen: Wo sehen sie das größte Potenzial, ihre Zielgruppe zu erreichen? Auf welcher Plattform wollen sie präsent sein, wo ist das Werbebudget am besten angelegt?
  • Das gilt natürlich nicht nur für Anzeigenkunden und Marken mit eigener Social-Media-Präsenz, sondern genauso für Verlage, Stiftungen oder den politischen Sektor. Sprich: Eigentlich für alle, die in irgendeiner Form mit Social Media zu tun haben.

Wie YouTube Shorts funktioniert

  • Das Grundprinzip erinnert stark an TikTok: Videos dürfen höchstens 60 Sekunden lang sein, mit der Multi-Segment-Kamera können Nutzerïnnen viele kurze Clips zusammenschneiden.
  • Man scrollt und swipt sich vertikal durch die Videoflut, die niemals zu Ende geht: YouTubes Empfehlungsalgorithmus setzt einem immer neue Inhalte vor.
  • Inhalte lassen sich ausschließlich mit dem Smartphone erstellen und anschauen. Auf dem Desktop gibt es YouTube Shorts bislang nicht.
  • Musik und Sounds sind die Basis der Shorts. YouTube hat Verträge mit mehr als 250 großen Labels abgeschlossen, damit eine große Auswahl an Musik zur Verfügung steht, mit der man die Videos unterlegen kann.
  • Bislang sollen "Millionen von Songs (Tendenz steigend) und Musikkataloge" verfügbar sein. YouTube will das Angebot weiter ausbauen.
  • Nutzerïnnen können nicht nur auf YouTubes eigenen Katalog zurückgreifen, sondern Sounds anderer Shorts und auch normaler YouTube-Videos weiterverwenden und remixen.
  • W…

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