Zehn Erkenntnisse aus dem Reuters Digital News Report

Salut und herzlich willkommen zur 730. Ausgabe des Social Media Briefings. Heute beschäftigen wir uns ausschließlich mit dem Reuters Digital News Report. Weil wir aus der Vergangenheit wissen, dass unsere Zusammenfassung dieser wichtigen Studie gern an Kollegïnnen weitergereicht wird, die bislang noch kein Abo bei uns haben, möchten wir in diesem Fall explizit darum bitten, auf unser Abo aufmerksam zu machen oder uns einen Kaffee zu spendieren - nur so können wir weiter in dieser Qualität liefern. Herzlichen Dank für das Interesse und die Wertschätzung unserer Arbeit, viel Freude mit der heutigen Ausgabe, Simon und Martin

Zehn Erkenntnisse aus dem Reuters Digital News Report

Was ist

Es gibt zwei Studien, über die wir jedes Jahr berichten: die ARD/ZDF-Onlinestudie und den Digital News Report des Reuters-Institutes der Universität Oxford. Es sind die umfassendsten und methodisch besten Untersuchungen zur Nutzung klassischer und sozialer Medien.

Der Oktober ist Onlinestudien-Zeit, im Juni erscheint der DNR. Wir haben den Großteil der 164 PDF-Seiten gelesen, die Deutschland-spezifischen Ergebnisse betrachtet, uns durch Slides geklickt und uns mit anderen Journalistïnnen ausgetauscht.

Jetzt fassen wir zehn Erkenntnisse zusammen und vergleichen dabei globale und deutsche Resultate. Natürlich gibt der DNR noch mehr her, das sprengt aber den Rahmen dieses Briefings und auch unser Zeitbudget. Wir empfehlen, sich unabhängig von unserem Newsletter mit der Studie zu beschäftigen.

Was war

Falls du die Ergebnisse mit denen der vergangenen Jahre vergleichen willst, verlinken wir hier unsere entsprechenden Newsletter:

Wo sich das nachlesen lässt

Der Reuters-Report ist nicht nur informativ, er ist auch hervorragend aufbereitet und setzt jedes Jahr neue Standards für Interaktivität und Zugänglichkeit. Klar, da stecken auch enorme Ressourcen dahinter – aber manche Universität könnte einsehen, dass es wenig bringt, viel Zeit und Geld für Forschung auszugeben, um die Ergebnisse dann in einem unübersichtlichen, schwer auffindbaren PDF-Dokument zu verstecken.

Die wichtigsten Anlaufstellen im Überblick:

Wer gefragt wurde

Den Großteil der Befragungen hat das Meinungsforschungsinstitut YouGov im Januar und Februar 2021 durchgeführt. Insgesamt fließen in den Bericht die Antworten von mehr als 92.000 Menschen aus 46 Ländern ein. Neu dazugekommen sind Indien, Indonesien, Thailand, Nigeria, Kolumbien und Peru. Zusätzlich wurden Fokusgruppen-Interviews durchgeführt, unter anderem in Deutschland.

Die Ergebnisse sind für fast jedes Land repräsentativ, auch für Untergruppen (Alter, Geschlecht, Region, Bildung) soll die Stichprobe nach Angaben der Forscherïnnen noch groß genug sein. In vier Ländern (Indien, Kenia, Nigeria, Südafrika) wurden nur jüngere, Englisch sprechende Menschen erreicht, dort spiegeln die Resultate also nicht die Gesamtbevölkerung wider.

Es gibt eine wichtige Einschränkung: Da es sich um eine Online-Befragung handelt, fließen nur Rückmeldungen von Menschen ein, die online sind – ältere und schlechter gebildete Gruppen könnten unterrepräsentiert sein. Auch deshalb ist der direkte Vergleich zwischen Ländern schwierig: In Norwegen und Dänemark sind 98 Prozent der Bevölkerung online, in Südafrika und Indien nur gut die Hälfte.

Für Deutschland ergibt sich aus der Befragungsmethode jedenfalls keine Verzerrungsgefahr. Bei einer Onliner-Quote von 96 Prozent dürften die 2011 Befragten recht repräsentativ sein.

Was dabei herauskam

Wir konzentrieren uns auf zehn Ergebnisse, die wir wichtig finden oder die uns überrascht haben. Das heißt aber nicht, dass es auch die Erkenntnisse sind, die für dich am relevantesten sind. Wir beschränken uns nicht ausschließlich auf Social Media, da dieses Briefing auch viele Journalistïnnen lesen.

1. Das Vertrauen in Medien ist gestiegen

  • Die Pandemie hat vielen Online-Medien starke Reichweiten-Zuwächse beschert – und offenbar sind viele Menschen zufrieden mit dem, was sie dort gesehen haben.
  • Weltweit vertrauen 44 Prozent Menschen den Nachrichten, das sind sechs Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Der Wert liegt damit wieder auf dem Niveau von 2018. Trotz des positiven Trends ist es aber beunruhigend, dass weniger als die Hälfte der Befragten die Frage bejaht.
  • In Deutschland geben 53 Prozent der erwachsenen Onliner an, den Nachrichten im Allgemeinen zu vertrauen (2020: 45 %). Vor allem bei den 18-24-Jährigen ist das Vertrauen stark gestiegen: von 31 auf 48 Prozent.
  • Der vergleichsweise hohe Wert passt zu anderen Befragungen wie etwa der Mainzer Langzeitstudie Medienvertrauen aus dem vergangenen Jahr.
  • Auch das Interesse an Nachrichten ist in Deutschland auf einem vergleichsweise hohen Niveau. 92 Prozent der Befragten konsumieren mind…

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