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Reuters Institute Trends 2019, Dark Social, Wege der Desinformation

Salut und herzlich Willkommen zur 515. Ausgabe des Social Media Watchblog Briefings. Heute widmen wir uns primär den Trends und Vorhersagen des Reuters Institute for the Study of Journalism für die Bereiche Journalismus, Medien und Technologie. Zudem schauen wir auf die zunehmende Bedeutung von Dark Social. Dazu gibt es natürlich wie immer die wichtigsten neuen Features der Plattformen. Ich wünsche eine gewinnbringende Lektüre und einen angenehmen Tag, Martin

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Trends 2019: Journalismus, Medien und Technologie

Was ist: Das „Reuters Institute for the Study of Journalism“ hat sein alljährliches Paper mit den wichtigsten Trends und Vorhersagen zu den Themen Journalismus, Medien und Technologie veröffentlicht.

Warum ist das interessant? Das Reuters Institute hat für das Paper 200 Experten aus 29 Ländern befragt. Vom Chefredakteur, Head of Digital, CEO, CTO, Director of Strategy bis hin zum Chief Data Officer ist alles vertreten, was die Medienwelt antreibt. Aus Deutschland wurde zum Beispiel Stefan Ottlitz, Leiter der Produktentwicklung beim SPIEGEL, befragt.

Die Executive Summary:

This will be the year when the regulation of platform companies starts to bite following growing concern about misinformation, privacy, and market power. Something once considered unthinkable has become ‘inevitable’, in the words of Apple boss Tim Cook – though the details will be messy, hard-fought, and take time to play out. Meanwhile the spread of false, misleading and extreme content will continue to undermine democracies around the world with polarising elections in India, Indonesia and Europe likely flashpoints. Journalism will continue to be hollowed out by structural shifts that have already led to significant falls in advertising revenue. Publishers are looking to subscriptions to make up the difference but the limits of this are likely to become apparent in 2019. Taken together these trends are likely to lead to the biggest wave of journalistic lay-offs in years – weakening further the ability of publishers to hold populist politicians and powerful business leaders to account.

Too long, didn’t read: Die Wissenschaftler sehen zwei alarmierende Trends: eine massive Entlassungswelle im journalistischen Bereich und noch mehr Versuche, Demokratien mit „Fake News“ zu destabilisieren.

Die wichtigsten Themen 2019 im Überblick:

  • Subscription- und Membership-Modelle genießen die allergrößte Priorität bei den Befragten, wenn es um die Frage geht, wie Geld verdient werden soll. Display-Advertising hingegen spielt nur für 27 Prozent eine große Rolle. Native Advertising ist sogar nur für 8 Prozent der Interviewten wichtig.
  • Fast ein Drittel der Befragten ist sich sicher, dass Stiftungen und Non-Profits eine wichtige Rolle einnehmen werden hinsichtlich der Finanzierung von Journalismus. 18 Prozent gehen davon aus, dass Tech-Unternehmen Journalismus mehr unterstützen werden. 11 Prozent erwarten, dass sich Regierungen mehr einbringen.
  • Nur noch 43 Prozent gehen davon aus, dass Facebook wichtig oder sehr wichtig für das eigene Geschäft ist. Auf fast die gleichen Zahlen kommen in­te­r­es­san­ter­wei­se auch Apple News (43 %) und YouTube (42 %). Satte 87 Prozent hingegen gehen davon aus, dass Google dieses Jahr sehr wichtig wird fürs Geschäft.
  • Zudem zeigt die Umfrage, dass die digitalen Führungskräfte sich über die Themen Diversity (56%) und Burnout von Kollegen (62%) sorgen. Auch die Fragen, ob Personal gewonnen (73%) und gehalten (74%) werden kann, stehen auf der Agenda für das neue Jahr.
  • Mehr als Dreiviertel sehen die Notwendigkeit, mehr in Künstliche Intelligenz zu investieren. Auch das Thema Personalisierung steht hoch im Kurs (73 %).
  • Last but not least gehen 75 Prozent der Befragten davon aus, dass Audio eine große Rolle spielen wird, 78 Prozent meinen sogar, dass Sprachassistenten eine zentrale Rolle einnehmen werden, wenn es darum geht, wie Nutzer journalistische Inhalten künftig finden.

Weitere Trends im neuen Jahr:

  • Social-Media-Plattformen werden sich verstärkt den Themen Falschinformation und Propaganda annehmen. Gleichwohl verschiebt sich das Problem zunehmen in den Bereich „Dark Social“ (mehr dazu in diesem Briefing).
  • Das Thema Vertrauen in den Journalismus wird eine zentrale Rolle einnehmen.
  • Der Techlash wird sich nun auch bei den Nutzern niederschlagen: mehr Menschen kehren den Experten zufolge den sozialen Medien den Rücken, bzw. machen sich Gedanken darüber, wie sie ihre Zeit online verbringen.
  • Slow News wird ein Thema werden – nicht zuletzt durch den Start von Tortoise in England und De Correspondent in den USA.
  • Die Zunahme an Paywalls wird dazu führen, dass immer mehr Menschen sich von News abwenden oder „Paywall-Blocking“-Software benutzen.

Be smart: Es lohnt sich das Paper komplett zu lesen, auch wenn es recht umfangreich ist und viele Hausaufgaben parat hält: hier ist das PDF. Hinsichtlich der Vielzahl an Herausforderungen sollte Mensch nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern zunächst einmal bei jedem Thema schauen, wo man selbst steht und ob / wie das Thema im Haus priorisiert werden sollte. Alles kann man nicht auf einmal machen. Aber gar nichts davon anzufassen, wäre auch wieder fahrlässig.

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Im Fokus: Dark Social

Was ist: Immer mehr Menschen posten Links und Beiträge lieber wieder in geschlossenen Räumen (etwa in Chat- oder Facebook-Gruppen, via Email oder Messenger), anstatt öffentlich (etwa auf Facebook Fanpages, via Kommentarfunktion oder im News Feed). Diese Form der Interaktion wird als Dark Social bezeichnet und lässt sich nur schwer messen und erfassen (siehe The Atlantic, 2012).

Warum ist das interessant: Die Social-Media-Plattformen haben lange Zeit versucht, öffentlich als neuen Standard zu definieren. Mark Zuckerberg natürlich allen voran, Zitat:

It's interesting looking back, right? When we got started — just a night in my dorm room at Harvard — the question a lot of people asked is, 'Why would I want any information on the internet at all? Like, why would I want to have a website?' And then, in the last five or six years, blogging has taken off in a huge way, and all these different services that have people sharing more information. And people have really gotten comfortable not only sharing more information — and different kinds — but more openly with more people. And that social norm is just something that's evolved over time. And we view it as our role in the system to constantly be innovating and updating what our system is, to reflect what the current social norms are. A lot of companies would be trapped by the conventions, and their legacy of the systems that they've built. Doing a privacy change for 350 million users is really it's not about the type of thing that a lot of companies would do. But I think we view that is a really important thing to always kind of keep a beginner's mind and think, 'What would we do if we were starting about the company now, and the site now? ' We decided that these would be the social norms now and we just went for it.

Heute erleben wir, dass Menschen aufgrund einer Vielzahl an Faktoren (Hate Speech, Bullying, etc.) wieder das machen, was sie „schon immer“ lieber getan haben: sich direkt mit Freunden, Bekannten und Gleichgesinnten auszutauschen, anstatt ins Blaue zu posten.

Die Konsequenzen, die sich aus dieser Rück-Entwicklung ergeben, sind vielschichtig und werden dieses Jahr sowohl Politik und Gesellschaft als auch Medienanbieter massiv beschäftigen. Einige Beispiele:

  • Für Medienanbieter besteht das Problem u.a. darin, dass sie nicht richtig erkennen können, wo und wie ihre Inhalte geteilt werden. Während es bei „normalen“ Shares, z.B. auf Facebook oder Twitter, kein Problem ist, die Plattformen als Traffic-Quellen zu identifizieren, verhält es sich bei Messengern, Email und Chat-Gruppen ganz anders. Folglich können Medienanbieter mit ihren Traffic-Zahlen sehr viel weniger anfangen und weniger über die Routinen und Interessen ihres Publikums erfahren.
  • Zudem ist es mit Blick aufs Community Building natürlich ungleich schwieriger, das Publikum zu erreichen, wenn sich die Nutzer lieber in geschlossenen Räumen aufhalten.
  • Aber auch für die Politik birgt das Thema Dark Social einige Herausforderungen. So ist es bereits an der Tagesordnung, dass sich jenseits einer demokratischen Öffentlichkeit Tausende in privaten, geschlossenen Räumen zusammenfinden und sich in ihren Gedankenwelten einrichten können. Das mag beim Thema Stricken unproblematisch sein.
  • Sehr wohl ist aber festzuhalten, dass Medien und Politik natürlich sehr genau hinschauen und berichten würden, wenn sich in einer Kneipe an einem Abend Tausend gewaltbereite Linksautonome oder Neonazis treffen. Wenn dies aber in geschlossenen Gruppen passiert, bekommt davon niemand etwas mit.

Be smart: Dark Social ist ja eigentlich zu begrüßen, geben Nutzer doch nicht mehr so viel von sich preis. Jedoch bedarf es einer Diskussion darüber, welche Folgen das Abwandern der Nutzer in nicht-öffentliche Räume hat. Den Unternehmen scheint diese Bewegung durchaus genehm, verschwindet doch damit auch ein Großteil der hässlichen Inhalte hinter verschlossene Türen. Politik und Gesellschaft aber sollte diese Entwicklung nicht egal sein, sondern Debatten darüber führen, ob und wie verstanden werden kann, was in diesen geschlossenen Zirkeln passiert. Insbesondere auch deshalb, um noch einen gemeinsamen Informationsstand aufrecht zu erhalten. Denn wie heißt es doch gleich: Jeder hat das Recht auf seine eigene Meinung. Aber nicht auf seine eigenen Fakten.

Plus: Why Messenger Apps Matter For News Engagement (EJO)

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Wie sich Desinformationen den Weg in die Öffentlichkeit bahnen

Was ist: Desinformation und gezielte Propaganda schaffen es nicht zuletzt deshalb so oft, derart viele Menschen zu erreichen, weil die traditionellen Medien für die eigene Agenda missbraucht werden (können).

The Trumpet of Amplification

  • Diskussion im anonymen Web – etwa via Discord oder 4chan
  • Koordination in geschlossenen Gruppen (WhatsApp / FB)
  • Weiterreichen an Conspiracy Communities (Reddit / YouTube)
  • Verteilung auf Facebook, Twitter oder Instagram
  • Medien berichten darüber

Fünf Regeln, die Journalisten berücksichtigen sollten

  1. Seie vorbereitet: Schule DIE Redaktionen in Desinformationstaktiken
  2. Sei verantwortungsbewusst: Gebe Desinformationen keinen zusätzlichen Sauerstoff.
  3. Sei vorsichtig: Verstehe die Auswirkungen eines vernetzten Publikums.
  4. Erkläre mehr: Handele nicht als Stenograph.
  5. Sorge vor: Mehr Berichterstattung über die Themen, die oft Gegenstand von Desinformationskampagnen sind.

Tiefer gehen: Hier gibt es die Ideen in voller Länge: 5 Lessons for Reporting in an Age of Disinformation (First Draft)

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Schon einmal im Briefing davon gehört

Kartellamt vs. Facebook: Das Bundeskartellamt möchte Facebook untersagen, Daten über Dritte zu sammeln (SPON). So soll es Facebook künftig u.a. nicht mehr möglich sein, Daten über Spiele-Apps und Webseiten-Betreiber zu erlangen oder etwa Daten mit Facebook-Konten zu verknüpfen, die über Like-Buttons und Pixel eingesammelt werden. Facebook bewertet die Situation naturgemäß anders. Da bislang nicht klar ist, wie das Bundeskartellamt Facebook sanktionieren möchte, sollten sie trotzdem weiter Daten über Dritte sammeln, bleibt die Meldung fürs Erste ein Randnotiz.

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Neue Features bei den Plattformen

Snapchat

  • End-to-End-Encryption: Snapchat hat jetzt auch eine End-To-End-Verschlüsselung – + (Telegraph). Text und Gruppen-Chats sollen bald folgen (YouTube / Real World Crypto).

Twitter

  • Neue Features: Twitter wagt sich an eine ganze Reihe neuer Features. Zunächst erhalten allerdings nur einige ausgewählte Nutzer Zugang zu einer speziellen Twitter-App, die die neuen Funktionen (z.B. farblich-strukturierte Replies) bereithält. Der Clou an den Tests: die ausgewählten Nutzer müssen nicht Stillschweigen bewahren, sondern sollen über ihre Erfahrungen mit den neuen Funktionen öffentlich twittern. (Techcrunch)

Facebook

  • Events in Stories: Wenn ich mich mit Bekannten und Kollegen darüber unterhalte, warum sie immer noch Facebook nutzen, dann kommen wir in aller Regel schnell auf das Events-Feature zu sprechen. Und weil meine Küchenempirie wohl mit Facebooks internen Statistiken übereinstimmt, werden Events mit Stories verknüpft. (Techcrunch)

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One more thing

Inside China’s Future Factory: Bloomberg hat eine spannende Doku-Serie über Chinas Tech-Industrie produziert. Im ersten Teil erkundet der Reporter die Fabrik eines Kopfhörer-Herstellers in Shenzhen. Weitere Teile folgen.

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Foto-Credit: Fabian Mardi bei Unsplash

Die Facebook-Emails, News Feed begünstigt Rechte, JIM-Studie 2018 | Ausgabe #509

Salut und herzlich Willkommen zur 509. Ausgabe des Social Media Watchblog Briefings. Heute schauen wir auf die internen Facebook-Mails und erklären ausführlich, was sie enthüllen. Zudem haben wir drei frische Studien zu Social Media im Angebot und erfahren, dass Instagram daran bastelt, den Feed durch ein Tinder-mäßiges Swipe-Feature zu ersetzen. Das und mehr im Briefing Deines Vertrauens. Herzlichen Dank für das Interesse, Simon & Martin

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Was die internen Facebook-Mails enthüllen

Was ist: Der britische Parlamentsabgeordnete Damian Collins hat 250 Seiten interner Facebook-Dokumente veröffentlicht (PDF). Sie stammen aus dem Rechtsstreit zwischen Facebook und dem App-Entwickler Six4Three. Das Parlament untersucht derzeit Facebooks Rolle im Cambridge-Analytica Skandal und hatte die Unterlagen vergangene Woche beschlagnahmt.

Warum das wichtig ist: Die Dokumente enthalten zahlreiche interne E-Mails, die einen seltenen Einblick in ein Unternehmen ermöglichen, das sonst daran interessiert ist, möglichst wenig nach außen dringen zu lassen. Sie zeichnen das Bild eines Konzerns, der das eigene Wachstum über alles stellt.

Was in den Dokumenten steht:

  • Facebooks Growth-Team wünschte sich im Zuge eines Updates der Android-App Zugriff auf SMS- und Anruflisten. Ein anderer Manager nannte das ein "ziemlich hohes Risiko aus PR-Perspektive". Er warnte, dass ein Screenshot mit den beunruhigenden Zugriffsrechten zum Meme werden, in Medien landen und schließlich dazu führen könnte, dass Journalisten untersuchen, was Facebook mit dem Update genau vorhat. Er hatte sogar schon eine mögliche Überschrift parat: "Facebook nutzt sein neues Android-Update, um noch tiefer in deinem Privatleben herumzuschnüffeln". (Gute Headline, der Typ hätte Blogger werden können, wie Kashmir Hill anmerkt).
  • Dann entdeckte Facebook eine Möglichkeit, sich die neuen Berechtigungen ohne ausdrückliche Bestätigung einzuholen. Ein Mitglied des Privacy-Teams sagt, ihr Job sei es sicherzustellen, dass "die Dinge, an denen wir arbeiten, nicht auf der Titelseite der New York Times landen". Davon auszugehen, dass sich das Privacy-Team darum kümmert, die Privatsphäre der Nutzer vor dem übereifrigen Growth-Team zu schützen, wäre vermutlich zu viel verlangt.
  • Letztendlich setzte sich das Growth-Team durch. Facebook erhielt Zugriff auf SMS und Anruflisten aller Android-Nutzer, die ein scheinbar harmloses Pop-up ("Text anyone in your phone") wegklickten: Die Schaltfläche mit "Turn on" war prominent und blau hinterlegt, "Not now" unscheinbar in grauer Schrift auf weißem Grund platziert.
  • Solche manipulativen Design sind unter dem Namen "Dark Patterns" bekannt. Unternehmen setzen sie gern ein, um Datenschutzerklärungen oder neue Geschäftsbedingungen abnicken zu lassen, von denen sie nicht wollen, dass Nutzer sie lesen. Verbraucherschützer kritisierten das Vorgehen in der Vergangenheit mehrfach. Wie die internen E-Mails zeigen, nutzt auch Facebook dieses Mittel gern. Kollege Sebastian Meineck hatte für Vice einmal aufgezeigt, wie diese Dark Patterns funktionieren.
  • Facebooks Wohlergehen steht im Vordergrund: "Das mag gut für die Welt sein, aber nicht für uns", schrieb Zuckerberg in einer E-Mail über die Möglichkeit, dass Entwickler Facebook-Daten nutzten, ohne dass Facebook seinerseits Daten erhalte. Vize-Chefin Sandberg sah das ähnlich: "Es ist von zentraler Bedeutung, dass wir versuchen, Sharing auf Facebook zu maximieren, nicht Sharing in der Welt."
  • Die gesamte Führungsriege war extrem naiv. In einer E-Mail schreibt ein früherer Top-Manager, dass er das Risiko für gering halte, dass Datenlecks bei Entwicklern öffentlich werden und zu Empörung führen könnten. Genau das geschah im Fall Cambridge Analytica, der Facebook schwer geschadet hat und schließlich unter anderem dazu führte, dass das britische Parlament die Dokumente beschlagnahmte, in denen sich jene E-Mail wiederfindet (oh, the irony). Facebook hat seine früheren Fehler im Umgang mit Nutzerdaten zwar mittlerweile eingestanden, aber das Ausmaß der Fehleinschätzung überrascht dann doch.
  • 2015 schränkte Facebook die Möglichkeiten für Entwickler ein, auf Nutzerdaten zuzugreifen. Angeblich sei das geschehen, um die Privatsphäre der Nutzer zu schützen. Doch bereits 2012 schrieb Zuckerberg einem seiner Manager: "Ohne den Zugang (…) einzuschränken, haben wir wohl keine Möglichkeit, Entwickler dazu zu bringen, für uns zu bezahlen". Offenbar spielten Business-Gründe eine entscheidende Rolle. Die Entscheidung führte dazu, dass zahlreiche Start-ups Pleite gingen, deren Geschäftsmodell ohne diese Schnittstelle hinfällig war.
  • Unternehmen wie Netflix, Airbnb und Tinder erhielten privilegierten Zugriff auf Nutzerdaten und Freundeslisten – auch nachdem die Schnittstelle für andere Entwickler dicht gemacht wurde. Offenbar verwendete Facebook dieses Whitelisting als Argument in Sales-Gesprächen mit den Unternehmen.
  • 2013 brachte Twitter seine Video-App Vine auf den Markt. Wenig überraschend passte Facebook das gar nicht: Noch am selben Tag darauf machte Facebook die Freundes-API für Vine dicht. "Ich erinnere mich an diesen Tag, als sei es gestern gewesen", schreibt einer der Vine-Gründer. Zuckerberg selbst hatte die Entscheidung abgenickt: "Yup, go for it". Am Dienstag kündigte Facebook an, konkurrierenden Apps künftig nicht mehr den Zugriff abzudrehen. Vine hilft das nichts mehr: Twitter beerdigte die App 2016.
  • Zuckerberg selbst entschied, welche Unternehmen Zugriff auf Facebooks wertvolle Daten erhielten. "Wir führen eine Liste mit strategischen Konkurrenten, die Mark persönlich absegnet", steh in einem Dokument. "Apps dieser Unternehmen unterliegen Restriktionen. Darüber hinausgehende Nutzung ist ohne Marks Zustimmung nicht gestattet."
  • Die VPN-App Onavo verspricht Privatsphäre und Sicherheit: "Onavo Protect hilft dabei, dich und deine Daten zu schützen." Tatsächlich steckt dahinter Facebook, das die App nutzt, um Daten zu sammeln. (Im Sommer habe ich ausführlicher beschrieben, warum Onavo eher ein Spionage-Werkzeug als Sicherheits-Software darstellt.) Die internen Dokumente zeigen, wie wertvoll Onavo für Facebook tatsächlich war: Die gesammelten Daten offenbarten, wie viele Menschen Whatsapp nutzten, und spielten eine zentrale Rolle für Facebooks Entscheidung, das Unternehmen 2014 zu übernehmen. Damals erschienen 19 Milliarden Dollar vielen Analysten zu viel – heute gilt Whatsapp als Schnäppchen und ist neben Instagram Facebooks wichtigster Wachstumsmotor.

Wie Facebook reagiert: Sowohl Facebook als auch Mark Zuckerberg haben Statements veröffentlicht. Das Unternehmen nennt die Dokumente "Rosinenpickerei", die nur eine Seite der Medaille zeigten. Angeblich unterschlagen sie "wichtigen Kontext". Facebook sei es nicht darum gegangen zu vermeiden, Nutzer um Einwilligung zu fragen. Die E-Mails sprechen eine andere Sprache. Auch Zuckerberg streitet Echtheit der Dokumente nicht ab und schreibt nur allgemein, dass es "viele interne Diskussionen gegeben habe und Leute unterschiedliche Ideen vorgeschlagen" hätten. Er betont, dass Facebook sehr wohl Nutzer und ihre Daten habe schützen wollen. Das Geld habe nicht im Vordergrund gestanden.

Be smart: Tatsächlich haben Facebook und Zuckerberg einen Punkt: Womöglich existieren ebenso viele E-Mails, in denen Facebook-Manager überlegt haben, wie sie Privatsphäre-Funktionen am besten umsetzen können. Die Dokumente lassen jedoch keinen Zweifel, dass Facebook kein altruistischer Weltverbesserungskonzern ist ("Making the world more open and connected"). Das ist aber schon lange bekannt, und deshalb wird die Veröffentlichung wohl bereits in wenigen Tagen vom Skandal zum Skandälchen geschrumpft sein. Sie ist einfach nur ein weiterer Baustein in einer langen Reihe an PR-Katastrophen, die Facebook im vergangenen Jahr erlebt hat – und das hat offenbar interne Folgen, die für Facebook viel gefährlicher sein könnten als ein paar weitere unerfreuliche Schlagzeilen.

Charlie Warzel und Ryan Mac geben bei Buzzfeed Einblick in die Konflikte, die das Unternehmen von innen heraus bedrohen. Demnach sei die Arbeitsatmosphäre angespannt und teils feindselig, die Mitarbeiter teilten sich in unterschiedliche Lager. Angeblich nutzen Angestellte Wegwerf-Handys, um untereinander über die Führung zu lästern, weil sie Überwachung fürchten. Vor allem Sheryl Sandberg spalte die Mitarbeiter: Ein Teil fordere ihre Ablösung, andere verteidigten sie vehement. "Während der Wahlen ist es immer am schlimmsten", schreibt ein anonymer Facebook-Angestellter. "2020 wird wieder eine Shit-Show." Und ein anderer sagt: "Wenn du in dieser Firma deine Meinung äußerst, bist du tot."

Diese Konflikte haben Konsequenzen: Facebook, einst einer der beliebtesten Arbeitgeber der Welt, verliert im Silicon Valley an Ansehen. Mitarbeiter werden zunehmend pessimistisch, was die Zukunft des Unternehmens angeht. Angeblich schauen sich immer mehr Angestellte nach anderen Arbeitgebern um und bitten Ex-Mitarbeiter um Rat, die gekündigt haben. Ein ehemaliger Manager:

Sobald es komisch wird, anderen zu erzählen, dass sie bei Facebook arbeiten, oder wenn ihre Mütter nicht mehr stolz auf sie sind, dann werden die Leute gehen. Ich glaube, wir erreichen gerade diesen Punkt.

Autor: Simon Hurtz

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News-Feed-Umbau spielt rechten Fanpages in die Hände

Was ist: Ein weiterer Teil der Meedia-Studie zu den Auswirkungen des News-Feed-Umbaus bei Facebook beschäftigt sich mit den sogenannten „Alternativmedien“, die besonders in rechten Kreise sehr beliebt sind. Kollege Schröder stellt fest: „Von den 10 nach Interaktionen größten der analysierten Facebook-Seiten verloren nur drei im Jahres-Vergleich Oktober 2018 vs. Oktober 2017 Likes, Reactions, Shares und Kommentare mit ihren Inhalten.“

Warum ist das interessant? Wenn Medien wie RT Deutsch (+13,8%),

The Epoch Times (+24,2%) oder Wochenblick (+44,8%) kräftig zulegen, während die absolute Mehrheit der traditionellen Medien im gleichen Zeitraum herbe Verluste hinnehmen musste, dann ist da etwas schief gelaufen beim News-Feed-Umbau. Warum ich das so schreibe? Nun, es war ja eins der erklärten Ziele von Zuckerberg, Medienseiten, die hyperparteiisch und schlichtweg falsch berichten, weniger Sichtbarkeit zu geben, um Facebook von „Fake News“ zu befreien. Genau das Gegenteil scheint nun in Deutschland eingetreten zu sein.

Wie kann das sein? Die eine Erklärung gibt es nicht, dafür fehlen Zahlen, die Facebook nicht rausrückt. Sehr wohl habe ich aber ein gut begründetes Bauchgefühl. Meine These lautet: Reguläre Nutzer teilen immer weniger. Eine spitze Gruppe von politisch motivierten Nutzern aus dem rechten Lager dafür um so mehr. Sie füllen dadurch das Vakuum und übernehmen so vielerorts die Deutungshoheit. Eine echte Gefahr. (Twitter)

Be smart: Sich auf Facebook als Korrektiv zu verlassen, scheint aus einer Vielzahl an Gründen keine besonders gute Idee. Von daher könnte es tatsächlich umso wichtiger sein, sich eben nicht aus den sozialen Netzwerken zurückzuziehen (ob nun als Privatperson oder Medienunternehmen) – nur so kann man sicherstellen, dass der Marktplatz der Ideen nicht ausschließlich zur Heimat der Verschwörungstheoretiker und extrem rechten Akteure wird. Rechnen wird sich das nicht – zumindest nicht in Euro. Willkommen zu deinem neuen Leben als unbezahlter Demokratie-Retter im Weltreich der sozialen Netzwerke!

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Tumblr: miese AI

Tumblr hatte ja angekündigt, sich von sämtlichen pornografischen Inhalten auf der Plattform zu verabschieden. Wir berichteten in der letzten Ausgabe darüber (Briefing 508) und ahnten bereits, dass das schwierig werden würde. Stellt sich heraus: die von Tumblr eingesetzte „AI“ rasiert in der Tat viel zu viele Inhalte (Twitter / carolinethegeek). Und nicht nur das: für bestimmte Communities ist Tumblrs Plan ein herber Verlust. (EFF)

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So much fun!

TikTok ist ja derzeit in aller Munde, bzw. Hände. Und anscheinend haben nur die allerwenigsten Kollegen aus der Geschichte gelernt: die Jubel-Texte reihen sich ein in all die früheren Artikel zu Vine, Snapchat und wie sie alle hießen, die wilden, frischen, frechen Hoffnungsträger, bis sie halt auch Mainstream wurden oder das exakte Gegenteil: eingestampft. Der wunderbare Kottke fasst zusammen: The Fun Is Back In Social Media, Again.

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Schon mal im Briefing davon gelesen

Cookies sollten eigentlich die Privatsphäre der Nutzer schützen : Dass nun jene Cookies exakt die Grundbausteine für den Überwachungskapitalismus bilden, in dem wir uns alle derzeit befinden, war so nicht geplant. Die Kollegen von Techonomy haben den Erfinder des Cookies im Gespräch.

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Journalismus, Risikokapital und Social Media

Mic drop – so heißt die neue Snapchat-Show der lieben alten bento-Kollegen . Mic drop heißt es aber auch für das Millenial-Medien-Startup, das einst mit 100 Millionen Dollar bewertet wurde, jetzt nahezu alle Mitarbeiter entlassen hat, um als seelenlose Marke für 5 Millionen Dollar an Bustle verscherbelt zu werden. Die immer lesenswerte Margaret Sullivan macht sich in ihrer WaPo-Kolumne Gedanken darüber, ob die Risikokapital-finanzierten Medienstartups, von denen eine Vielzahl vor die Wand fährt, eine ganze Generation an Nachwuchsjournalisten deprimiert.

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Cash rules everything around me

Die zehn bestbezahlten YouTube-Stars sind alles Kerle. Naja, fast jedenfalls. Neun Kerle und ein Kind, um genau zu sein. Aber das finde ich insgesamt schon sehr erstaunlich. Mal ganz abgesehen davon, dass man mit dem Auspacken von Spielzeug Millionär werden kann. (Forbes)

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Studien

JIM-Studie 2018: Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest untersucht seit zwanzig Jahren, welche Medien für 12- bis 19-Jährige relevant sind. In der diesjährigen Untersuchung wird deutlich: Während YouTube der klare Gewinner ist, wenn es um die beliebtesten Internetangebote geht, verliert Facebook weiter an Boden. Facebook Inc hingegen darf sich aber trotzdem freuen, denn mit WhatsApp und Instagram landen gleich zwei FB-Unternehmen auf Platz 1 und 2 bei den populärsten Kommunikationsmitteln. Hier gibt es die gesamte Studie (PDF).

Amerikaner gucken am liebsten News im TV – das ist das Ergebnis einer aktuellen PEW-Studie. Gleichwohl steigt gerade in den jüngeren Zielgruppen die Präferenz, News online zu konsumieren. Am stärksten wird dies deutlich bei Print vs Online-News.

European Digital-Born News Media: Das Reuters Institut hat sich mit Medienangeboten aus Europa beschäftigt, die allesamt digital first gegründet wurden. Aus Deutschland wurden Correctiv und Krautreporter befragt. Quintessenz: Skalierbarkeit ist schwierig, aber dafür sehr lohnenswerte Arbeit, weil nah an der Community. Hätte von mir stammen können der Satz 🙂

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Zitat der Woche

What people seem to be clamoring for more and more now is community, and so whether that goes to private group chats — like your WhatsApp group, your Signal group — or new platforms that have emerged.

Reddit Cofounder Alexis Ohanian glaubt, die Welt hätte „peak social“ erreicht. (Business Insider)

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Empfehlungen fürs Wochenende

The Next Era of Tech: Farhad Manjoo ist Kolumnist bei der New York Times. Fünf Jahre lang hat er sich an Tech-Themen abgearbeitet. In seiner Abschiedskolumne gibt er Tipps, wie man die nächste Tech-Ära überstehen kann:

  • Don’t just look at the product. Look at the business model.
  • Avoid feeding the giants.
  • Adopt late. Slow down.

Die Macht der Lüge: NDR ZAPP hat den Chef-Faktenfinder der Tagesschau, Patrick Gensing, und das Internet-Trüffelschwein von BuzzFeed, Karsten Schmehl, zu ihrer Arbeit zum Themenschwerpunkt Desinformation befragt. Sehr, sehr sehenswert.

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Neue Features bei den Plattformen

Facebook

  • Stories für Gruppen: Ja, nee, warum auch nicht. Fortan gibt es auch Stories für Gruppen. Wegen der Community und so. Nun ja. Wir werden sehen, wie weit da der Bogen überspannt werden kann, bis die Nutzer das nächste Feature für sich entdecken und das Spiel von vorne beginnt. (Facebook / Community)
  • Teleshopping: Das ist doch mal eine Meldung! Facebook testet in Thailand, ob die Nutzer Facebook nicht auch für Teleshopping nutzen wollen. Haha. Facebook, ey. Da fällt mir nicht mehr viel zu ein. Aber klar, warum nicht. (Techcrunch)
  • Collection Sharing: Sehr wohl fällt mir etwas dazu ein, dass Menschen analog zu den entsprechenden Features bei Pinterest auch auf Facebook Dinge sammeln wollen, um sie dann mit Freunden zu teilen. (Facebook Newsroom)

Instagram

  • Swipe statt Feed: Instagram arbeitet offenbar daran, den Feed durch einen Tinder-mäßigen Swipe zu ersetzen (Wabetainfo). Bin gerade nicht wirklich entschieden, ob ich das gut oder schlecht finden soll, möchte aber wiederholt die Befürchtung vortragen: die kriegen das noch kaputt!

Kik

  • User Tipping: Bei Kik können Menschen fortan Moderatoren und Admins Mini-Beträge via Cryptowährungen spenden – etwa für ihre tolle Arbeit bei der Pflege einer Gruppe oder so. Micro-Payments sind ja durchaus ein spannendes Thema (Lanier hat dazu viel geschrieben), im Falle von Kik ist die tägliche Maximalhöhe pro User bei 1 Cent gedeckelt, schreibt The Next Web – nun ja, ob das jetzt so skaliert? Aber immerhin ein spannender Test.

Google

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One more thing

Letzter Tag: Heute war mein letzter Forschungsprojekt-Tag an der Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen. Fortan gilt die volle Kraft und Konzentration dem Social Media Watchblog und dem Beat Social Media. Wenn Du also eine Idee hast, wie wir künftig auch noch zusammenfinden könnten, dann immer her damit. Wir haben Bock! Merci 🙂

Gelddruckmaschine Instagram, Facebooks drei Problemfelder, Tumblr ohne Porno | Ausgabe #508

Salut und herzlich Willkommen zur 508. Ausgabe des Social Media Watchblog Briefings. Heute blicken wir auf die Gelddruckmaschine Instagram, erörtern Facebooks drei größte Problemfelder und zeigen, warum Instagram-Parties jetzt der neue Hit sind. Herzlichen Dank für das Interesse, eine gewinnbringende Lektüre, Martin & Team

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Gelddruckmaschine Instagram

Was ist: Als Facebook für das damals gerade einmal 13-köpfige Team von Instagram eine Milliarde US-Dollar in die Hand nahm, erklärten die meisten Branchenbeobachter Mark Zuckerberg für verrückt. Heute steht fest: es könnte einer der klügsten Schachzüge der modernen Unternehmensgeschichte gewesen sein – Instagram avanciert zur Gelddruckmaschine.

Warum ist Instagram für Facebook so wichtig?

Die Kommerzialisierung von Instagram

  • Auf vier organische Posts kommt ein bezahlter. (The Guardian)
  • Die Allerwenigsten erkennen, dass 20 Prozent der Inhalte, die sie auf Instagram konsumieren, bezahlte Anzeigen sind.
  • Neben regulären Anzeigen und gesponserten Beiträge im Feed, verdient Instagram vor allem, indem sie die Plattform zu einem Katalog umbauen (Hubspot) und Werbung in Stories integrieren (AdEspresso).

Die Herausforderungen:

  • Facebook scheint Instagram derzeit mit Features regelrecht zu überfrachten, um die Nutzer bei Laune zu halten. Das könnte sich rächen: mit jedem weiteren Feature wirkt die Plattform aufgeblähter und entfernt sich von der Ursprungsidee: Menschen eine simple Möglichkeit zu geben, Dritten einen visuellen Einblick in ihr Leben zu gewähren.
  • Zudem erlebt Instagram derzeit eine ähnliche Professionalisierung wie wir es bei Facebook schon beobachten konnten: immer mehr Brands, Medienunternehmen und Influencer buhlen um die Aufmerksamkeit der Nutzer – genau das hatte schon bei Facebook dazu geführt, dass Nutzer selbst immer weniger posten und sie zu Orten weiterziehen, wo sie weniger mit Botschaften überschüttet werden (Stories), respektive sie ihre Freunde auch wirklich erreichen (Messenger).
  • Auch steht Instagram vor massiven Problemen in den Bereichen Belästigungen, Hasskommentare und Mobbing (The Atlantic).
  • Darüber hinaus steht Instagram im Verdacht, psychische Probleme zu katalysieren (Time).

Be smart: Facebook Inc muss kontinuierlich weiter wachsen, um die Investoren und Anleger zufrieden zu stellen. Instagram scheint dafür das perfekte Zugpferd in den kommenden Jahren. Ich habe allerdings die Befürchtung, dass Facebook Inc es nicht schafft, die Plattform vor der Über-Kommerzialisierung zu bewahren und damit Instagram in einigen Jahren vor einem ähnlichen Bedeutungsverlust stehen wird wie Facebook heute.

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Facebooks Big Three

Was ist: Facebook hat wirklich ein äußerst turbulentes Jahr hinter sich. Während die Werbegeschäfte weiter florieren, sieht sich Facebook in drei Bereichen mit massiven Herausforderungen konfrontiert. (New York Times)

Die drei Problembereiche von Facebook

  • Widerstand aus der Politik: Spätestens seit der US-Wahl werden die Rufe immer lauter, Facebook endlich stärker zu regulieren. Sowohl in den USA als auch in Europa erleben wir derzeit Akteure aus den unterschiedlichsten politischen Lagern, die nicht müde werden, Facebook anzuhören, vorzuladen und öffentlich zu kritisieren. Eine Form von Regulierung scheint für Facebook nahezu unausweichlich – es wird sich zeigen, wie milde sie aus Facebook-Sicht ausfallen wird.
  • Eine PR-Krise jagt die nächste: Eigentlich kaum vorstellbar, was da alles in Sachen Kommunikation schief gelaufen ist. Aber Facebook schafft es tatsächlich immer noch wieder sich selbst zu übertreffen – die jüngsten Veröffentlichungen der New York Times rund um die Kampagne gegen Facebook-Kritiker ist ein vorläufiger Höhepunkt, das öffentliche Ansehen arg beschädigt, insbesondere auch von Facebooks Top-Managerin Sheryl Sandberg. Sollten nun auch noch die Top-Talente anderen Firmen den Vorzug geben, wie hier beschrieben, dürfte Facebook die Auswirkungen der PR-Probleme sehr deutlich spüren.
  • Facebook hat Produkt-Probleme: Last but not least ist Facebooks Kernprodukt, der News Feed, für viele Nutzer einfach nicht mehr funktional und bietet obendrein noch zweifelhaften Akteuren die Möglichkeit, Hass zu streuen und Gesellschaften zu spalten. Zudem hat Facebook Inc bei Instagram mit Desinformation und Mobbing zu kämpfen, bei WhatsApp mit Gerüchten, die zu Gewalt führen. All diese Produkt-Probleme lassen sich nicht von heute auf morgen lösen, sondern sind eng mit den Funktionsweisen der Plattform verbunden.

Der größere Zusammenhang: Die Unternehmen aus dem Silicon Valley verstanden es lange Zeit, die Öffentlichkeit mit ihren nebulösen Visionen (Making the world more open and connected / Bringing the world closer together / Don’t be evil…) von ihren eigentlichen Motiven abzulenken. 2018 ist das Jahr, in dem nun auch dem naivsten Nutzer klar geworden sein dürfte, dass die Unternehmen vor allem gewinnorientiert arbeiten. (The Atlantic)

Be smart: Solange Facebook die Produkt-Probleme nicht angeht, dürften ihnen die anderen beiden Problemfelder herzlich egal sein. Denn, wo keine Nutzer, da ist Regulierung auch nicht mehr das Problem. Ich gehe deshalb ganz stark davon aus, dass wir schon bald ein völlig verändertes Facebook sehen werden – mit einem wesentlich weniger starken Fokus auf den News Feed.

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Kampf gegen Desinformationen

Facebooks Rolle bei den Protesten der Gelbwesten: Wie konnte es auch anders sein: Facebook spielt eine enorme Rolle bei der Mobilisierung der Proteste in Frankreich. Vor allem Facebook-Gruppen hätten einen enormen Anteil bei der Verbreitung von Informationen und solchen, für die das Wort nicht erfunden wurde. Spannende Beobachtung dabei: offenbar scheint sich in Frankreich in diesem Zusammenhang auch noch einmal massiv der News-Feed-Umbau auszuwirken: traditionelle Medien bekommen mit ihren Artikeln im Feed weniger Sichtbarkeit als die Postings von Freunden, Bekannten und Gruppen – dadurch können Desinformationen nur bedingt „eingefangen“ werden. (Monday Note)

WhatsApp-Werbung in Indien: Die erste TV-Werbung von WhatsApp in Indien thematisiert die Verbreitung von Gerüchten und Desinformationen über die Plattform – das finde ich mal aller Ehren wert. Chapeau! (YouTube)

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Hase und Igel 2.0

Bundesjustizministerin Katarina Barley war in der Bayerischen Akademie der Wissenschaften zu Gast, um über die Macht von Internet-Konzernen und die Frage, wie und wo das (deutsche / europäische) Recht in diesen Angelegenheiten greift, zu diskutieren. Michael Meyen hat für das Blog Medienrealität der LMU München den Auftritt Barleys lesenswert zusammengefasst:

Zwei Dinge werden im Gespräch mit der Bundesministerin klar. Erstens: Netzwerkpolitik kann nicht ohne EU gedacht werden. Zweitens: Was sich der Bürgerin als konfuses Konstrukt aus Datensammlung, Monopolmacht und persönlichen Werbefilterblasen präsentiert, spielt sich auf regulativer Ebene in Zuständigkeiten zwischen Ministerien ab: das Kartellamt für Monopolfragen, das Justizministerium für Verbraucherfragen, der Wirtschaftsminister für Fragen der Sicherheit. Allen liegen aber veraltete „analoge“ Konzepte zugrunde, die in der digitalen Welt nicht greifen.

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Schon mal im Briefing davon gelesen

Instagram-Parties: Die Berichte über Facebook-Parties sind legendär. Jetzt stellt sich heraus, Instagram-Parties sind der neue Hype. In den USA scheint es bei Teenagern jedenfalls aktuell sehr angesagt, Insta-Accounts für Parties anzulegen. Die Accounts tragen dann Namen wie @Dec4Partyy oder @MartinsBDayParty2018. (Googeln lohnt nicht). Der Cloud: Die Accounts dienen als Einladungen, Info-Sammelstelle, Kontaktbörse und Fotoalbum in einem. Alles privat, versteht sich. Sonst wäre es ja eine Facebook-Party. (The Atlantic)

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Neue Features bei den Plattformen

Instagram

  • Close Friends: Instagram bietet Nutzern jetzt ein Feature an, das fortan in den Einstellungen zu finden ist und auf den Name Close Friends hört. So wie auch schon bei Facebook und Google Plus (die älteren werden sich erinnern) ermöglicht es den Nutzern, Inhalte nur mit ausgewählten Kontakten zu teilen (Instagram Press). Dies sei notwendig, weil Insta-User mittlerweile zu viele Kontakte & deshalb Sorge hätten, ihre Stories würden die falschen erreichen, z.B. Arbeitskollegen. Facebook 2.0, sag ich doch.

Skype

  • Echtzeit-Untertitel: Skype bietet Nutzern fortan die Option, Echtzeit-Untertitel bei Gesprächen einzublenden. Künftig soll es auch in einem Extra-Fenster möglich sein, das Gesprochene rückverfolgen zu können – sehr praktisch, wenn man gerade bei längeren Calls kurz aussetzt, um frischen Kaffee zu holen oder andere, wirklich wichtige Dinge zu erledigen. (TechCrunch)

Tumblr

  • Ist das Kunst oder kann das weg? Tumblr trennt sich von allen pornografischen Inhalten auf der Seite (Staff / Tumblr). Warum ich das hier erwähne? Nun: Erstens deshalb, weil es Millionen an Nutzer verärgern wird. Zweitens weil es gar nicht so leicht ist, die Trennlinie zu ziehen zwischen stumpfen Fotos/Videos/Gifs auf der einen und künstlerisch anmutender Kunst NSFW auf der anderen Seite – insbesondere dann nicht, wenn die Löschung via automatisierter Prozesse vorgenommen wird. Also entweder schafft Tumblr es damit, sich wieder für ein breiteres Publikum herauszuputzen (und riskiert keinen erneuten, völlig nachvollziehbaren Rauswurf aus dem iOS Appstore) oder es verprellt die letzte wirklich engagierte Community – so komisch sich das auch anhören mag (TechCrunch). Die Twitter-Reaktionen jedenfalls sind eindeutig: RIP Tumblr.

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One more thing

Jahres-Abos: Wer mag und noch nicht hat, kann noch bis zum 31.12. sein reguläres Monats-Abo in ein Jahres-Abo umwandeln: dafür einfach bei Steady einloggen, auf unsere Seite navigieren und auf „Paket wechseln“ klicken. Das spart dir einen Fünfer und wir haben mehr Planungssicherheit. Win, Win ✌🏻

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Mobile Video Boom erklärt, Probleme bei Facebook Watch, Abgang bei WhatsApp | Ausgabe #506

Salut und herzlich Willkommen zur 506. Ausgabe des Social Media Watchblog Briefings. Nachdem ich am Montag beim Mobile Media Day in Würzburg die Keynote halten durfte, konnte ich mich am Dienstag wieder voll und ganz dem Newsletter widmen. Wir blicken heute sehr ausführlich auf den Mobile Video Boom, den bislang ausbleibenden Erfolg von Facebook Watch und den Abgang eines weiteren prominenten Mitarbeiters bei WhatsApp. Herzlichen Dank für das Interesse, Martin & Team

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Der Mobile-Video-Boom, erklärt

Was ist? Menschen konsumieren immer mehr Video auf mobilen Endgeräten. Dort schauen sie aber nicht nur Inhalte von all jenen Angeboten, die sie bereits von ihrem Fernseher kennen. Vielmehr tummeln sich eine Vielzahl an neuen Spielern auf dem Markt. Dadurch verschieben sich die Kräfteverhältnisse: weg von traditionellen Sendern, hin zu Videoportalen und Streaming-Anbietern. Aber auch Social-Media-Plattformen und Mobilfunkanbieter investieren Milliarden, um bei dieser Neuordnung mitzumischen.

Wer schaut Videos im Internet? Drei Viertel der Bevölkerung schauen zumindest gelegentlich Videos im Netz, 33 Prozent sogar täglich. Das ist das Ergebnis der ARD/ZDF-Onlinestudie 2018. Noch nie war die Reichweite von Onlinevideo so hoch. Aber nicht nur das: Wer sich Videos im Internet anschaut, tut dies auch deutlich häufiger als noch vor einem Jahr. Für die meisten unter 50-Jährigen gehört Onlinevideo zum Alltag. Prinzipiell haben Video-Angebote im Netz bei den 14- bis 29-Jährigen allerdings die größte Reichweite. In den USA konsumieren sie sogar bereits mehr Medien auf ihrem Smartphone als im Fernsehen.

Was wird im Internet geschaut? Klarer Spitzenreiter in Sachen Bewegtbild im Internet sind Videoportale wie YouTube. Fast Zweidrittel nutzen sie zumindest selten, 15 Prozent sogar täglich. Darüber hinaus erfreut sich auch zeitversetztes Fernsehen einer großen Beliebtheit. Ferner werden Streaming-Dienste wie Netflix und Amazon Prime stark genutzt. Allerdings – und das ist der wesentliche Punkt – können weder traditionelle TV-Inhalte, noch Streaming-Anbieter auf Smartphones richtig punkten. Hier betreten neue Akteure das Feld.

Wer ringt um die Gunst der mobilen Zuschauer? Das Smartphone ist seit 2016 in Deutschland das populärste Gerät, um im Internet zu surfen (Siehe ARD/ZDF Onlinestudie 2016). Allerdings wird ein Großteil der Zeit, die Nutzer im mobilen Internet verbringen, nicht im klassischen, freien und offenen Internet verbracht, sondern in Apps. Insbesondere die jüngere Zielgruppe verwendet dabei laut Nielsen einen enormen Anteil der Zeit auf Online-Video – etwa bei YouTube, Facebook oder Snapchat. Aber auch Streaming-Anbieter, Hardware-Hersteller und sogar Mobilfunk-Anbieter bemühen sich, Kunden und Nutzer mit Video-Inhalten zu gewinnen – zumeist mit exklusiven Produktionen. Die wichtigsten Player im Überblick:

Facebook

  • Video spielt für Facebook in der strategischen Ausrichtung eine zentrale Rolle: einerseits hinsichtlich der Distribution von Dritt-Inhalten, andererseits hinsichtlich der Produktion von eigenen Inhalten
  • So hat Facebook etwa im vergangenen Jahr eine Reihe von Originalsendungen, sogenanntem „Original Content“, exklusiv für Facebook Watch in den USA mit finanziert: darunter auch Formate mit Hollywood-Stars wie Catherine Zeta-Jones und Elizabeth Olsen, die exklusiv auf Facebook zu sehen sind. Mehr zu Facebook Watch im Briefing weiter unten.
  • Zwar plant Facebook derzeit nicht, explizit für (und in) Deutschland produzierte Inhalte finanziell zu unterstützen, sehr wohl geht Facebook aber davon aus, dass es hierzulande genügend lokale Video-Publisher gibt, die ihren Content von selbst hochladen, wie ein Facebook-Sprecher mitteilt.
  • Facebook versucht mit Videos zwei Arten von Zuschauern zu gewinnen: diejenigen, die nur rasch etwas gucken wollen (via News Feed) und diejenigen, die lange Inhalte schauen möchten (via Facebook Watch).

Snapchat

  • Snap schickt sich an, eine Führungsrolle bei der Entwicklung des mobilen Fernsehens einzunehmen.
  • Dafür produziert (respektive lässt produzieren) Snapchat ebenfalls eine Reihe von Inhalten, die nur bei Snapchat zu sehen sind. Die ersten Shows sind nun auch in Deutschland angelaufen: etwa von Funk, zett oder bento (mehr dazu bei Horizont).
  • Insbesondere fokussiert sich Snapchat darauf, Inhalte zu produzieren, die dem Nutzungsverhalten von Smartphone-Usern gerecht wird – mit anderen Worten: Snapchat setzt auf vertikale Videos.

YouTube

  • YouTube ist für die ganz junge Zielgruppe die wichtigste Plattform (Pew). Aber auch bei älteren Semestern erfreut sich YouTube einer großen Popularität (ebenfalls Pew).
  • Zwar ist YouTube in erster Linie für die von Nutzern hochgeladenen Videos bekannt, gleichwohl arbeitet YouTube daran, ebenfalls exklusive Inhalte auf der Plattform anbieten zu können.
  • So hat YouTube etwa im Rahmen seines Premium-Segments auch für Deutschland Dokumentationen und Serien produzieren lassen, die ausschließlich auf der eigenen Plattform zu sehen sind (HAZ).

Amazon Prime

  • Nach dem Erfolg von exklusiv für Netflix produzierten Serien hat auch Amazon Prime enorm viel Geld in die Hand genommen – allein im Jahr 2018 sollen es fünf Milliarden Dollar für Sportrechte und Serien sein.
  • Für Amazon ist „mobile video“ dabei laut Firmensprecher ein gleichberechtigter Empfangsweg.

Sky

  • Auch für Sky spielen eigenproduzierte Serien und Shows eine zentrale Rolle.
  • Allein in Europa investiert die Sky Gruppe laut Firmenangaben knapp acht Milliarden Euro in Inhalte – etwa in Serien wie „Babylon Berlin“ oder „Das Boot“.
  • Für Sky sei es Kernbestandteil der Strategie, dass Sky-Kunden ihr Programm so einfach und flexibel wie möglich empfangen könnten. Mobile Endgeräte spiele dabei natürlich eine entscheidende Rolle, erklärt mir ein Firmensprecher.

Apple

  • Eine Milliarde Dollar investiert Apple Branchenexperten zufolge in die Produktion von eigenen Inhalten.
  • Stars wie Reese Witherspoon und Jennifer Aniston sollen für Apple dafür Sorge tragen, dass Nutzer maximal viel Zeit in Sachen Online-Video auf Inhalte von Apple verwenden.

Telekom

  • Zwar versteht sich die Telekom vor allem als Aggregator im Medienmarkt.
  • Sehr wohl aber würde die Telekom den Angaben eines Unternehmenssprechers zufolge das aggregierte Angebot mit dem Erwerb von Exklusivrechten (etwa im Bereich Sport) oder Eigenproduktionen wie „Deutsch-Les-Landes“ ergänzen, um sich vom Wettbewerb abzuheben.

Vodafone & Telefónica Deutschland

  • Beide Unternehmen verstehen sich als Aggregatoren und erklären auf Anfrage, dass sie keine Eigenproduktionen planen.

 

Was ist das Geschäftsinteresse dabei? So unterschiedlich die Akteure, so divers sind auch die zugrundeliegenden Geschäftsinteressen, die hinsichtlich der Video-Strategien zum Tragen kommen.

  • Abos: Natürlich versuchen Streaming-Anbieter wie Netflix und Sky, Abos zu verkaufen. Exklusive Inhalte fungieren hier als Differenzierungsmerkmal.
  • Werbeeinnahmen: Ebenfalls recht klassisch sind Videoportale wie YouTube oder Social-Media-Plattformen wie Facebook und Snapchat primär daran interessiert, Werbeeinnahmen zu generieren. Durch vorgeschaltete Werbung oder Werbeblöcke innerhalb der Videos setzen die Unternehmen bereits jetzt Millionen um. Da die absolute Mehrheit der Werbebudgets im klassischen Fernsehen investiert wird, sehen Videoportale und Social-Media-Plattformen genau hier noch großes Wachstumspotential für sich.
  • Daten: Über die unmittelbar mit den Videos zu generierenden Abo-Erlöse und Werbeeinnahmen hinaus dienen die exklusiven Video-Inhalte aber auch als Hebel, um Nutzer grundsätzlich immer wieder auf die Plattform zu holen. Insbesondere bei Facebook (und ihrem Tochterunternehmen Instagram) werden exklusive Video-Inhalte deshalb eingekauft, um Nutzer an die Plattform zu binden, respektive ihnen Stoff zu liefern, über den sich die Nutzer austauschen sollen. „Menschen wollen sich während sie eine Sendung sehen, mit anderen verbinden und austauschen“, erklärt ein Facebook-Sprecher. Genau dafür würde Facebook ihnen als Plattform dienen. Das jetzt ausgerollte Feature „Facebook Watch Party“ soll dabei helfen (AdWeek). Das eigentliche Kalkül dabei: Facebook kann so dafür sorgen, dass die Plattform für die zwei Milliarden Nutzer weiter relevant bleibt und sie weiter maximal viele Daten über ihre Nutzer sammeln können.
  • Kundenbindung: Auch werden exklusive Video-Inhalte deshalb produziert, weil sie neben dem eigentlichen Geschäftsmodell der Kundenbindung zuträglich sein sollen – Amazon Prime dürfte hier das Paradebeispiel sein. Neben dem Hauptgeschäftszweig – dem Online-Warenhandel – bietet Amazon allen Prime-Mitgliedern nun eben neben kostenlosem Versand, auch Musik- und Video-Inhalte.
  • Mobilfunkverträge: Selbst wenn sich Unternehmen wie Telekom, Vodafone und Teléfonica als Aggregatoren auf dem Fernsehmarkt verstehen, sind sie in erster Instanz Telekommunikationsunternehmen, deren primäres Interesse darin besteht, Telefon-, Internet- und Mobilfunkverträge zu verkaufen. Exklusive Video-Inhalte sind hier vor allem als Marketing-Instrumente zu verstehen.
  • Verkauf von Hardware: Auch Apple produziert eigene Inhalte vor allem aus Marketing-Aspekten. Die exklusiven Shows sollen zu einem Großteil nur auf Apple-Geräten zu sehen sein und somit als Hebel fungieren, um neue Kunden zu gewinnen, respektive alte Kunden zu halten.

Der größere Zusammenhang: Die neuen Akteure verändern massiv den Markt. Erstens investieren sie Summen, bei denen traditionelle Medienunternehmen nicht mithalten können. So entspricht etwa die Summe, die Netflix in eigene Inhalte investiert, den Gesamterträgen, die ARD, ZDF und Deutschlandradio über den Beitragsservice erzielen. Zweitens bedienen sie ein Publikum, das sich wenig loyal gegenüber traditionellen Angeboten zeigt. Die Generation, die heute mit Videos bei Facebook aufwächst, wird nicht zwangsläufig später einmal RTL einschalten.

Mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen kann dies von daher nicht ohne Folgen für die Reichweite klassischer Medienhäuser bleiben, erklären die Kollegen in der ARD / ZDF Onlinestudie. Insbesondere kommerzielle Fernsehsender, aber auch Streaming-Anbieter, die keine explizit für Smartphones produzierten Inhalte anbieten, müssen womöglich in den kommenden Jahren mit sinkender Reichweite rechnen.

Be smart: Immer mehr Menschen schauen Videos auf ihrem Smartphone. Allerdings stammen die Videos dabei häufig nicht mehr von klassischen TV—Sendern, sondern werden von Technologie-Unternehmen in Auftrag gegeben – ihnen dienen sie dabei vor allem als Marketing-Instrumente. Künftig wird deshalb der, der den Zugang zum Nutzer kontrolliert, also Tech-Unternehmen und Mobilfunkanbieter – auch maßgeblich über die Produktion von Inhalten entscheiden.

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Facebook Watch: Ein Reinfall?

Was ist: Kreative, Werber und Medienunternehmen geben zu Protokoll, dass die Arbeit, die in Facebook Watch investiert wurde, bislang noch keine Früchte tragen würde. Im Gegenteil: die Videos würden in anderen Kanälen sehr viel besser laufen (und Geld einbringen).

Warum ist das interessant? Zuckerberg hatte 2017 mit dem Launch von Facebook Watch das Ziel ausgegeben, Facebook zu einer Plattform auszubauen, auf der auch längere Inhalte konsumiert werden könnten. Facebooks so nicht öffentlich kommunizierter Ansporn dabei: der 28 Milliarden Dollar schwere Video-Werbemarkt. Genau diese Idee scheint aber beim Publikum nur wenig zu verfangen.

Die zwei Hauptgründe für das Desinteresse an Facebook Watch:

  • Erstens hat Facebook dem Vernehmen nach ein inhaltliches Problem: die junge Zielgruppe interessiert sich einfach nicht für die Inhalte von Facebook Watch, sehr wohl aber für Stories, Instagram und YouTube. Deshalb würden laut einem Bericht bei CNBC Vertreter von Facebook jetzt bei Medienschaffenden explizit Inhalte nachfragen, die für ein Publikum Ü30 gedacht sind. Auch dürften es gern weniger Social-Media-Stars sein und sowieso lieber Formate, die Menschen bereits aus dem traditionellen Fernsehen kennen.
  • Zweitens hat Facebook ein massives Problem dabei, Nutzer davon zu überzeugen, Facebook nicht nur über den News Feed zu benutzen ist, sondern nun eben auch Watch per Tab explizit angesteuert werden kann, um dort gezielt Inhalte zu konsumieren. Facebook verlangt an dieser Stelle nichts geringeres, als dass Nutzer Facebook nicht mehr als Pusher von Inhalten begreifen, sondern Nutzer jetzt aktiv Inhalte ansteuern. (Den fundamentalen Unterschied zwischen Push und Pull erkläre ich in diesem Artikel aus dem Januar 2017.)

Be smart: Facebook Watch mag in einigen Einzelfällen funktionieren. Ein Ort, an dem Nutzer oft und gern längere Videos schauen, ist es aber noch lange nicht und wird es unter Umständen auch niemals werden.

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Wahnsinn der Woche

Am 23.11. sagt Armin Laschet, der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, bei der Jubiläumsfeier der Kölner Journalistenschule:

"Das Einordnen und Prüfen von Fakten ist in Zeiten von Fake News wichtiger denn je."

Am 24.11. teilt er dannn einen Post von Thomas Sigmund, Leiter Hauptstadtbüro & Ressortleiter Politik vom Handelsblatt, der sich in seinem Posting auf eine rechte "Satireseite" bezieht.

Ebenfalls hatte Roderich Kiesewetter, immerhin bis Oktober 2018 stellvertretender Vorsitzender des Beirats der Bundesakademie für Sicherheitspolitik, diese Falschnachricht auf Twitter geteilt.

Kann man sich nicht ausdenken.

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Weiterer Abgang bei Facebook Inc

Nachdem bereits die WhatsApp-Gründer, Koum und Acton, von Bord gegangen sind, verlässt nun auch WhatsApps Chief Business Officer, Neeraj Arora, das Unternehmen. Es sei an der Zeit, die Batterien wieder neu aufzuladen und mehr Zeit mit der Familie zu verbringen, so Arora. Ähm ja, das kann ich mir gut vorstellen. Gleichwohl bleibt es bemerkenswert, dass Facebook Inc damit im Jahr 2018 weiteres Spitzenpersonal verliert. (Quelle: Facebook / Neeraj Arora)

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One more thing

Video-Interview: Wer sehen möchte, wie ich von der Kamera recht unglücklich in Szene gesetzt, weil herab- und zu weit aus dem Bild schauend, über die aktuellen Trends in Sachen Mobile spreche, der wird hier bedient.

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Die letzten drei Briefings

  • Facebooks Fake News, kostspielige Influencer, Twitters Explore-Tabs (Briefing 505)
  • Facebook-Recherche der New York Times, 24-Jähriger manipuliert Hunderttausende, Tim Cook fordert Regulierung (Briefing 504)
  • Fragwürdige YouTube-Empfehlungen, Studie zum Zusammenhang von Social Media und Depressionen, 💪👩‍🔬 Bot der Financial Times (Briefing 503)

Fragwürdige YouTube-Empfehlungen, Studie zum Zusammenhang von Social Media und Depressionen, 💪👩‍🔬 Bot der Financial Times | Ausgabe #503

Salut und herzlich Willkommen zur 503. Ausgabe des Social Media Watchblog Briefings. Heute widmen wir uns YouTubes fragwürdigen Empfehlungen, blicken auf eine Studie zum Zusammenhang von Social Media und Depressionen und stellen einen Bot der Financial Times vor, der Journalisten alarmiert, wenn sie zu häufig Männer zitieren. Wir wünschen eine gewinnbringende Lektüre und wünschen einen schönen Tag, Simon und Martin

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YouTubes fragwürdige Empfehlungen

Was ist: Bei YouTube werden auf der Startseite manchmal Empfehlungen auch an jene gerichtet, die nicht bei YouTube eingeloggt sind. Je nach Bildschirmauflösung können es etwa acht oder zwölf Videos sein, die direkt als erstes prominent von YouTube beworben werden. Als ich am Dienstagabend mit meinem Firefox-Browser die Startseite von YouTube aufrief, wurden mir diese acht Videos empfohlen:

Weil ich nicht glauben konnte, was mir dort von YouTube empfohlen wurde, teilte ich den Screenshot bei Twitter. Der Tweet bekam eine Menge Aufmerksamkeit und führte schließlich zu einem Hintergrundgespräch mit YouTubes Head of Comms.

Warum ist das interessant?

  • Wir führen seit mindestens zwei Jahren eine Debatte darüber, dass fragwürdige Akteure die Plattformen für ihre Zwecke ausnutzen, ja sogar sehr clever darin geworden sind, die (Empfehlungs-) Algorithmen faktisch zu missbrauchen.
  • Wenn man etwa einen Ausschnitt aus einer Bundestagsdebatte bei YouTube anschaut, wird einem häufig als nächstes ein Video aus dem Dunstkreis extrem Rechter Akteure empfohlen. Wenn man ein Video über Sehenswürdigkeiten in New York anschaut, ist der Inside Job nicht weit weg. Wenn man sich über Diäten informieren will, werden einem schnell Anorexie-Videos vorgeschlagen. Kritiker warnen deshalb vor YouTube als großem Radikalisierer. (New York Times)
  • Gerade YouTube hat als zweitgrößter Suchmaschine der Welt deshalb eine enorme Verantwortung.
  • Insbesondere auch deshalb, weil YouTube für jüngere Nutzer die populärste Plattform darstellt. (Pew)
  • YouTube ist wirtschaftlich stark abhängig von den Empfehlungs-Algorithmen: Satte 70 Prozent der Zeit, die Nutzer auf YouTube-Videos verwenden, werden durch YouTubes Empfehlungs-Algorithmen gesteuert. (CNET)
  • Man sollte also annehmen, dass YouTube sehr genau weiß, was sie mit den Empfehlungen bezwecken.

YouTubes offizielle Reaktion lässt zum Redaktionsschluss noch auf sich warten. Ich bin aber optimistisch, dass ich noch im Laufe des heutigen Tages Antworten erhalten werde, die ich dann auch an dieser Stelle teilen werde. Nur so viel schon einmal:

  • Dass diese Empfehlungen bei YouTube niemanden glücklich machen, dürfte auf der Hand liegen.
  • Aus ähnlichem Grund hatte sich YouTube bereits im Frühjahr 2018 vorgenommen, bei Breaking-News-Situationen künftig in erster Linie Videos von zertifizierten News-Anbietern anzuzeigen. (Google Blog) Eine Situation wie etwa bei den Kundgebungen in Köthen, Karsten Schmehl berichtete für BuzzFeed darüber, dass die Top-Videos dazu von Verschwörungstheoretikern und RT Deutsch stammten, hätte sich somit nach YouTubes Vorstellungen eigentlich gar nicht ergeben dürfen. Das Problem dabei: YouTube ist davon abhängig, dass Algorithmen eine Breaking-News-Situation richtig erkennen.
  • Über Breaking-News-Situationen hinaus arbeitet YouTube bekanntermaßen daran, bei fragwürdigen Inhalten, weiterführende Artikel anzubieten. (Guardian)

Aber… die hier aufgeführten Maßnahmen haben natürlich zunächst einmal nichts damit zu tun, dass mir als „neutralem“ Besucher der Website (ich hatte nach bestem Wissen meine Datenspuren gelöscht und bin auch nicht der einzige, der diese Erfahrung macht) so eine Grütze angeboten wird, um es mal auf den Punkt zu bringen.

Be smart: YouTube hat eine enorme Marktmacht. Dadurch ergibt sich auch eine große Verantwortung. Zumindest moralisch. Ob und wie YouTube dieser Verantwortung gerecht wird, sollte einer ständigen Überprüfung unterzogen werden.

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Weniger Social-Media-Nutzung kann Depressionen abmildern

Was ist: Vier Wissenschaftlerinnen der Universität von Pennsylvania haben untersucht, wie sich Einsamkeitsempfinden und depressive Symptome entwickeln, wenn die Betroffenen weniger Zeit mit sozialen Medien verbringen. Die Studie wurde im Journal of Social and Clinical Psychology veröffentlicht und hat damit einem Peer-Review standgehalten. Der Titel nimmt das Ergebnis vorweg: „No More FOMO: Limiting Social Media Decreases Loneliness and Depression“.

Die Methodik: Die Forscherinnen haben ihre Studie mit 143 Studierenden durchgeführt. Per Zufall wurde der einen Hälfte aufgetragen, ihren Social-Media-Konsum zu reduzieren. Sie durften Facebook, Instagram und Snapchat nur noch jeweils zehn Minuten pro Tag verwenden und mussten ihr geändertes Nutzungsverhalten mit Screenshots nachweisen. Die andere Hälfte diente als Kontrollgruppe und sollte die Apps normal wie gewohnt weiter nutzen. Nach drei Wochen befragten die Wissenschaftlerinnen die Probanden und nutzten dafür sieben anerkannte psychologische Methoden und Faktoren.

Die Ergebnisse: Wer seinen Social-Media-Konsum einschränkte, zeigte am Ende des Untersuchungszeitraums im Vergleich zur Kontrollgruppe „signifikante Rückgänge bei Einsamkeit und Depressionen“. Viele Probanden, die zu Beginn der Studie moderate depressive Symptomatik aufwiesen, hätten drei Wochen später nur noch „sehr milde Symptome“ gehabt, sagt eine der beteiligten Forscherinnen bei Marketwatch. Bei allen Teilnehmern, also auch bei der Kontrollgruppe, reduzierten sich Angstgefühle und die Furcht, etwas zu verpassen. Die Wissenschaftlerinnen führen das auf das Self-Monitoring der Probanden zurück. Diese seien sich dadurch bewusster geworden, wie sie soziale Medien nutzen. Auf andere untersuchte Faktoren wie Selbstvertrauen und allgemeines Wohlbefinden hatte der reduzierte Social-Media-Konsum keinen Einfluss.

Die Aussagekraft: Seit Jahren gibt es immer wieder Studien, die einen Zusammenhang zwischen Depressionen und Social-Media-Nutzung nahelegen. Insbesondere die älteren beschränkten sich jedoch auf Facebook oder hatten keine Kontrollgruppe. Der Großteil der bisherigen Untersuchungen habe lediglich Korrelationen aufgezeigt, schreiben die Forscherinnen. „Unsere Studie ist die erste valide Untersuchung mit experimentellem Studiendesign, die mehrere Social-Media-Plattformen analysiert und die tatsächliche Nutzung objektiv misst.“ Sie weise einen „klaren kausalen Zusammenhang“ nach: weniger Zeit in sozialen Medien führe zu weniger depressiven Symptomen.

Die Einschränkungen: Obwohl sie selbst von Kausalität sprechen, weisen die vier Forscherinnen auf die Limitierungen ihrer Untersuchung hin. Die Studie habe nur den Social-Media-Konsum auf Smartphones kontrolliert, am Laptop sei keine Überwachung möglich gewesen. Außerdem konnten die Teilnehmer andere Plattformen wie Twitter, Tumblr, den Facebook-Messenger oder Dating-Seiten nutzen. Die Probanden bestanden ausschließlich aus Studierenden der Uni Pennsylvania, die iPhones besitzen (auf Android-Geräten lässt sich die App-Nutzung schlechter tracken). Mit jeweils gut 70 Teilnehmern für Test- und Kontrollgruppe ist die Stichprobe auch nicht besonders groß, insbesondere da für Folgeuntersuchungen einige Teilnehmer absprangen und sich die Anzahl weiter reduzierte.

Be smart: Pauschale Aussagen wie „Social Media macht depressiv“ sind Unsinn. Hashtags wie #NotJustSad oder die Erfahrungen von Uwe Hauck („Rückblickend war Twitter für mich Teil des Heilungsprozesses“) zeigen, dass soziale Medien depressiven Menschen durchaus helfen können, mit ihrer Krankheit umzugehen und Hilfe zu finden. Das gilt aber nicht für alle: „Facebook war Gift für mich„, sagt etwa die Autorin und Journalistin Kati Krause, die beeindruckend offen über ihre Erfahrungen berichtet.

Insbesondere unsichere Jugendliche, die ohnehin schon ein geringes Selbstwertgefühl haben, können Plattformen wie Instagram noch unglücklicher machen. Hier scheinen alle anderen perfekt zu sein, jeder zeigt nur seine beste Seite. Kaum jemand postet freiwillig unvorteilhafte Selfies oder schreibt bei Facebook, was gerade alles schiefläuft. Die eigenen Schwächen und Versagensängste kennt man nur allzu genau, von anderen bekommt man immer nur die Erfolgserlebnisse mit. Wer die Plattformen nutzt, sollte sich bewusst machen, dass er nur einen Teil der Realität sieht und andere Menschen oft genauso an sich zweifeln wie man selbst.

Autor: Simon Hurtz

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Kampf gegen Desinformation

Fact Checking in Indien: Für das sogenannte EU Disinfo Lab hat Karen Rebelo von der indischen Fact Checking Initiative BOOM Live ein Webinar gehalten, in dem sie darstellt, warum der Kampf gegen Desinformationen gerade in Indien eine große Herausforderung darstellt. Das Webinar ist zwar leider nicht online, der begleitende Text aber sehr lesenswert. (Disinfo Lab)

Instagram jetzt im Fokus: Da hingehen, wo die Nutzer sind, heißt es. Dass dieser No-Brainer nicht nur für Journalisten und PR-Experten gilt, sondern auch für Akteure, die politische Ziele verfolgen, liegt auf der Hand. Folglich darf es nicht verwundern, dass Instagram jetzt auch zur Zielscheibe für politische Desinformation geworden ist. (Quartz)

Klarnamenpflicht bringt nix: Wer meint, mit Klarnamen würde alles besser, der irrt. Ingrid Brodnig beschäftigt sich seit Jahren mit dem Thema und zeigt gute Gründe auf, um nicht für die Einschränkung von Anonymität im Internet zu sein. (Brodnig)

1 Million Dollar verteilt WhatsApp an 20 Projekte aus 11 Ländern, um herauszufinden, wie genau Desinformationen auf der Plattform geteilt werden. (Poynter)

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Zukunft von Snapchat

Discover mit neuem Chef: Hoppla! Das haben jetzt auch nicht so viele Branchenbeobachter kommen sehen: Snapchats Nummer Eins für Discover, Nick Bell, geht von Bord (Recode). Das ist nicht nur interessant, weil Bell gerade noch vor ein paar Tagen im Recode-Podcast das genaue Gegenteil vermuten ließ. Es ist deswegen so spannend, weil Bell sich einreiht in die Riege all jener Top-Leute, die in den letzten Monaten bei Snapchat ausgestiegen sind (Reuters). Oh Snap!

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Social Video

Weniger Views auf Facebook für Funk: Dieser Bericht von Leonhard Dobusch aus dem ZDF Fernsehrat ist wirklich interessant. Nicht nur, weil Dobusch die Meinung vertritt, dass die Anstalten sehr, sehr viel vom großartigen Angebot funklernen können. Für mich ist der Bericht auch deshalb so interessant, weil darin eine Grafik aufgeführt wird, die uns verrät, wie stark die Views auf Facebook für die funk-Angebote zurückgegangen sind – dürfte nicht nur interne Gründe haben, sondern wohl auch an Facebooks Umstellung hinsichtlich der Verbreitung von Video-Inhalten liegen.

Lascher Start von Lasso: Facebooks neue Social-Video-App Lasso kommt in den ersten Tagen nur auf wenige Zehntausend Downloads. (Techcrunch) Das ist ein wirklich dürftiger Start. Jetzt wird bekannt: Einer der Hauptverantwortlichen für das Produkt verabschiedet sich Richtung Netflix. (Facebook / Brady Voss) Nun ja. Scheint alles nicht unter einem so wahnsinnig guten Stern zu stehen.

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Inspiration

Bot-Alarm: Die Financial Times hat einen Bot programmiert, der die JournalistInnen alarmiert, wenn sie zu viele Männer zitieren. Das hört sich doch mal ganz sinnvoll an, oder? (Guardian)

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Neues von den Plattformen

Google

  • Angriff auf Facebook Pages: Das ist wirklich ganz spannend: Google gibt Geschäftsinhabern jetzt die Möglichkeit, Google-Suchenden mehr Infos an die Hand zu geben. So können via My Business App (iOS, Android) Fanpage-mäßige Profile erstellt werden, um etwa Fotos, Posts oder Angebote zu teilen. Auch kann über die App mit Suchenden / Kunden interagiert werden. Nachdem Google ja bislang kein gutes Händchen in Sachen Social Networks bewiesen hat, ist dies ein ziemlich cleverer Weg, die Millionen an Nutzern auf eine neue Art anzusprechen. (Techcrunch)

Facebook

  • Mehr wie LinkedIn: Facebook unternimmt den Versuch, etwas mehr wie LinkedIn zu sein und nimmt dafür verschiedene Funktionen in die App auf, die an das Business-Netzwerk erinnern: Kurse, Mentorenprogramme, etc. (Techcrunch)

Snapchat

  • Wolle Bitmojis kaufen? Auf der Suche nach neuen Erlösmodellen ist Snapchat auf die Idee gekommen, die sehr populären Bitmojis zu Geld zu machen: Bitmoji-Merchandise here we come! (Techcrunch)
  • Friendship Profile: Zudem launcht Snapchat ein neues Feature, das Nutzern direkt sämtliche Inhalte anzeigt, die sie mit Freunden teilen. Zur Stärkung der Freundschaft, versteht sich. (Snap)

Twitter

  • Vorsichtiges Nachdenken über den Edit-Button: Erst einmal nur wenig prominent hier in dieser Abteilung vermerkt, weil ich noch nicht wirklich dran glaube. Wenn es dann aber tatsächlich soweit ist, dass der Edit-Button für alle NutzerInnen ausgerollt wird, dann gibt es einen ausführlichen Beitrag dazu, versprochen. (The Next Web)

WhatsApp

  • QR-Code: Machen wir es kurz: Auch WhatsApp werkelt an einem QR-Code, über den sich Freunde / Bekannte adden ließen. (Wabetainfo)

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Tipps, Tricks und Apps

Emoji-Builder: Falls dir gerade langweilig ist und du gern ein eigenes Emoji hättest – hier kannst du eins basteln: phlntn.com/emojibuilder

Deep Fakes identifizieren: Watchblog-Gründungskollege und SRF-Digitalstratege Konrad Weber hat einen tollen Blogpost darüber geschrieben, wie man Deep Fakes erkennt. Ein sehr, sehr guter Primer und definitiv ein Bookmark wert. (Konrad Weber)

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Die letzten drei Briefings:

WhatsApp-Wahlkampf in Brasilien, Facebooks neuer Cheflobbyist, Social-Videos | Ausgabe #497

Salut und herzlich Willkommen zur 497. Ausgabe des Social Media Watchblog Briefings. Heute blicken wir auf die Rolle von WhatsApp beim Wahlkampf in Brasilien, Facebooks neuen Feuerlöscher und dem Nutzen, Videos auf Facebook zu lancieren. Herzlichen Dank für das Interesse, Martin & Team

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Der erste WhatsApp-Präsident

Was ist: Am kommenden Sonntag erfolgt die Stichwahl des Präsidentschaftswahlkampfs in Brasilien – der mögliche Gewinner, Jair Bolsonaro, könnte das erste Staatsoberhaupt werden, das seine Wahl WhatsApp zu verdanken hat, allerdings nicht im positiven Sinne.

Die Bedeutung von WhatsApp in Brasilien:

  • Brasilien ist WhatsApp-Land: rund 120 Millionen aktive Nutzer bei 208 Millionen Einwohnern
  • Wichtigstes Medium, um mit Freunden und Bekannten in Kontakt zu bleiben
  • Auch Unternehmen, öffentliche Einrichtungen, Lehrer, Ärzte und Pressesprecher aller Art kommunizieren bevorzugt via WhatsApp

WhatsApps Rolle bei der Präsidentschaftswahl:

  • Laut Bericht der SZ gibt fast die Hälfte der Brasilianer an, sich vor allem mittels WhatsApp über die Wahl zu informieren.
  • Das Problem dabei: über WhatsApp werden massenhaft Falschinformationen verbreitet (Fotos, Videos, Artikel, etc.) (BuzzFeed)

Können Fact Checker da nichts machen?:

  • Zunächst einmal sind die Möglichkeiten von Fact Checkern limitiert – grundsätzlich immer hinsichtlich der schieren Masse an Inhalten und darüber hinaus noch aufgrund der Verschlüsselung, die WhatsApp seinen Nutzern bietet.
  • Durch die Verschlüsselung können Inhalte nicht im großen Stil ausgewertet werden. Vielmehr sind die Fact Checker auf Hinweise von Nutzern angewiesen.
  • Darüber hinaus erweist sich WhatsApp selbst nicht als besonders kooperativ. Deshalb versuchten sich Fact Checker unlängst, über die New York Times Gehör zu verschaffen. (New York Times)

Wie könnte der Verbreitung von Falschinformationen denn begegnet werden?

  • WhatsApp könnte dafür sorgen, dass Nachrichten maximal an fünf Leute weitergeleitet werden können – genau das wurde in Indien von WhatsApp so eingerichtet. (Poynter)
  • WhatsApp könnte die Anzahl an Leuten verkleinern, an die sich per Broadcast gerichtet werden darf.
  • WhatsApp könnte die Anzahl an Leuten verringern, die maximal in einer Gruppe aufgenommen werden können.

Was unternimmt denn WhatsApp bislang? WhatsApp macht durchaus eine ganze Menge, wie der neue WhatsApp-Chef in einem Blogpost mitteilen lässt. Gleichwohl wird man das Gefühl nicht los, dass sie die Gefahren, die von ihrer Technologie ausgehen, permanent unter- und das Gute im Menschen permanent überschätzen. (Newsroom Facebook)

Be smart: Vielleicht ist es am Ende tatsächlich so, dass ein Messenger nur eins können sollte: entweder man kann ihn nutzen, um 1-zu-1 verschlüsselt zu chatten oder aber der Messenger bietet die Option, dass Inhalte viral gehen können (via Gruppen, Weiterleiten, Broadcasting, etc.), dann allerdings nur unverschlüsselt, um Inhalte entsprechend im Blick behalten zu können. Beides zusammen scheint nicht zu funktionieren – jedenfalls nicht ohne die Demokratie zuweilen zu sabotieren.

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Kampf gegen Desinformationen

Weniger Falschinformationen: Facebook macht gern auf Studien aufmerksam, die aufzeigen, dass weniger Falschinformationen im sozialen Netzwerk zirkulieren. So auch in ihrem aktuellen Artikel (Newsroom Facebook) . Wichtig bloß: die beworbenen Studien werfen weder einen Blick auf Instagram, noch auf Facebook Messenger und WhatsApp – gerade letzteres hat ein enormes Problem hinsichtlich der Verbreitung von Desinformationen. Und das ist nicht erst seit der Wahl in Brasilien bekannt.

Artikel-Serie zu Facebooks Löschpraxis: Facebook startet eine neue Blog-Serie, um den Nutzern (read: Politikern, Menschenrechtsaktivisten, Tech-Experten), näher zu bringen, wie und warum sie Inhalte von der Seite nehmen. Durchaus spannend und löblich, aber letztlich müssten sie das im Sinne der Transparenz bei jedem gelöschten Posting machen. Ist nicht durchführbar, ich weiß. Aber wäre die Idealvorstellung. (Newsroom Facebook)

Facebook möchte Sicherheitsfirma kaufen: So wie es aussieht, steht Facebook kurz davor, eine Firma aus dem IT-Sicherheitssektor zu übernehmen. Welche es am Ende genau wird, wissen die Kollegen von The Information zwar noch nicht, sehr wohl aber, warum Facebook das macht: um neuerlich zu unterstreichen, wie ernst sie es jetzt mit der Sicherheit bei sich nehmen. Laser focus! (The Information, Paywall)

Saudi-Arabien & Twitter: Während prominente Risikokapitalgeber Tech-Unternehmen aus dem Valley dazu anhalten, etwas genauer darüber nachzudenken, von wem sie Geld annahmen (ROFLCOPTER) (AVC), beschreibt die New York Times, welche Rolle Twitter für das Regime in Saudi-Arabien spielt(e), um unliebsame Kritiker auszuspionieren und zu drangsalieren. (New York Times)

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Neuer Feuerlöscher für Facebook

Was ist: Nick Clegg, ehemaliger Vize-Premier Großbritanniens, ist Facebooks neuer Vice President of Global Affairs and Communications – also derjenige, der all die Brände unter Kontrolle kriegen soll, möglichst geräuschlos und unauffällig.

Warum er eine gute Wahl ist: Clegg kennt als ehemaliger Top-Politiker den politischen Betrieb in- und auswendig. Zudem ist er gerade in Brüssel bestens verdrahtet – also genau an dem Ort, von dem Facebook das Unaussprechliche droht: Strafzahlungen und Regulierungen. (CJR)

Die Erwartungshaltung der Medien: Hinsichtlich all der Krisen und Skandale, die Facebook seit Monaten sammelt, könnte die Fallhöhe für Clegg kaum größer sein. Der Guardian jedenfalls erwartet von Clegg, dass er für Demokratie und liberale Ideen bei Facebook eintritt, (Guardian), meldet aber zugleich auch Zweifel an, ob er dies überhaupt möchte – schließlich hätte er sonst ja wohl nie bei Facebook angeheuert (auch Guardian).

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Spot on: Überwachungskapitalismus

Im Gespräch mit Deutschlandfunk Kultur erklärt Wirtschaftswissenschaftlerin Shoshana Zuboff, wie Facebook, Google oder Amazon persönliche Daten kommerzialisiert und zur Handelsware erklärt haben:

Der Überwachungskapitalismus definiert persönliche menschliche Erlebnisse, die außerhalb des Marktes, in der Privatsphäre unserer eigenen Erfahrungen stattfinden, nun als freies Rohmaterial, das in den Markt übernommen und in Produkte umgewandelt werden kann, die auf neuen Märkten gekauft und verkauft werden können.

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Studie zu Social Media als Quelle im Journalismus

Sonderrolle für Deutschland : Was haben die New York Times, der Guardian und die SZ gemeinsam? Sie haben in den vergangenen zehn Jahren Social Media zunehmend häufiger als Quellen genutzt. Während für die englischsprachigen Medien vor allem Twitter enorm wichtig ist als Quelle, spielt in Deutschland den Studienergebnissen zufolge Facebook eine größere Rolle. (tandfonline)

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Video Boom

Perlen vor die Säue: Der Social Media Examiner ist sicherlich vielen von euch ein Begriff. Das Blog berichtet seit Jahren zur Schnittstelle von Social Media und Marketing und hat sich eine bemerkenswerte Fan-Basis erarbeitet. Jetzt hat der Kopf der Website, Michael Stelzner, angekündigt, dass sie fortan keine Videos mehr auf Facebook posten werden. Der Grund: das bringt (im Vergleich zu YouTube) alles nichts. Also werden zwei der drei „Shows“ eingestampft, eine „Show“ zu YouTube transferiert. (Social Media Examiner)

Deutschlandfunk-Interview: Ich durfte gestern mit Sebastian Wellendorf vom Deutschlandfunk über Facebooks irreführende Videostatistiken sprechen. Hier ist der Beitrag zur Sendung.

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Neues von den Plattformen

 

YouTube

  • Easy Channel Subscription: YouTube möchte es Nutzern einfacher machen, Channels zu abonnieren. (The Verge)
  • Mini-Player: YouTube möchte, dass wir nicht aufhören, zu glotzen. (The Verge)

Twitter

  • Reported Tweets: Twitter übt sich weiter in Transparenz und zeigt künftig sehr viel genauer, warum ein Tweet gelöscht wurde. Hallo Facebook! (Techcrunch)

Instagram

  • Story-School: Für alle, die sich bereits mit Instagram Stories beschäftigen oder jetzt damit anfangen wollen, hat Instagram eine interaktive Website aufgesetzt – in der sogenannten Story-School zeigt Instagram, was man alles mit Stories so machen kann. Nun ja. (Business Instagram)

#Briefing: WhatsApp Stories, Zuckerbergs Manifest, Snaps Spectacles

[cs_content][cs_section parallax=“false“ separator_top_type=“none“ separator_top_height=“50px“ separator_top_angle_point=“50″ separator_bottom_type=“none“ separator_bottom_height=“50px“ separator_bottom_angle_point=“50″ style=“margin: 0px;padding: 15px 0px 45px;“][cs_row inner_container=“true“ marginless_columns=“false“ style=“margin: 0px auto;padding: 0px;“][cs_column fade=“false“ fade_animation=“in“ fade_animation_offset=“45px“ fade_duration=“750″ type=“1/1″ style=“padding: 0px;“][cs_text]

WhatsApp führt Stories als neues Feature ein

Ab sofort können WhatsApp-Nutzer einen Snapchat-Stories-Klon nutzen, um sich mit Freunden über das reine Texten hinaus auszutauschen. Zunächst ist die Funktion nur in Frankreich und den Niederlanden freigeschaltet, das Roll-Out für Deutschland steht noch nicht fest, soll aber kommen. Zwei Punkte heben die Stories-Funktion bei WhatsApp von der Konkurrenz ab: die Stories sind Ende-zu-Ende verschlüsselt und es lassen sich Gifs in die Stories integrieren. [fast company]

Facebook ist ja bekanntlich kein Kind von Traurigkeit, wenn es darum geht, erfolgreiche Features von Dritten abzukupfern. Warum auch? Wenn ein Feature so gut funktioniert, dass es Millionen täglich nutzen, wäre es streng wirtschaftlich betrachtet einfach nur Quatsch, ein ähnliches Feature nicht selbst zu entwickeln.

Die Art und Weise, wie Instagram sich vor einigen Wochen bei Snapchats Story-Feature bediente, war allerdings so unverhohlen, dass Instagram-Chef Kevin Systrom gar nichts anderes übrig blieb, als Snapchat öffentlich die Credits für die Idee zu geben. [recode] Am Ende kann es ihm auch einfach egal sein – der Erfolg gibt ihm recht: Das Stories-Feature bei Instagram wird mittlerweile von 150 Millionen Menschen genutzt – exakt so viele User wie Snapchat insgesamt vorweisen kann.

Und weil es bei Instagram so gut funktioniert hat, geht Facebook nun einen Schritt weiter und lässt die Stories-Funktion eben auch bei WhatsApp integrieren, testet sie beim hauseigenen Messenger und in der Facebook-App selbst. [techcrunch]

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Drei Empfehlungen zu Mark Zuckerbergs „Manifest“

Die erste große Welle an Artikeln zu Zuckerbergs Ansprache an die community schwappte ja bereits am Wochenende über uns hinein. Gestern haben wir dann in unserer montäglichen Analyse versucht, die Geschäftsinteressen hinter Zuckerbergs „Manifest“ aufzuzeigen. Heute möchten wir nun drei weitere Texte empfehlen, die sich durch ihren Zugang zu Zuckerbergs Text klar von allen anderen Artikeln, die uns begegnet sind, abheben:

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Warum gute Intentionen häufig nach hinten losgehen

Journalisten wollen nur das Beste, erkennen aber nicht, wie leicht sie in einer attention economy zum Spielball der Interessen werden können. Mitarbeiter bei Google und Facebook haben die besten Absichten, etwa die Welt zu einem besseren Ort für alle zu machen, erkennen dabei aber nicht, wie limitiert ihre Sicht auf die Dinge ist. Zwei Beispiele, die aufzeigen, warum gute Intentionen häufig nach hinten losgehen können. Danah Boyd plädiert dafür, sich ein hacker mindset zuzulegen – sich also stets zu fragen, wie kann das, was ich bezwecken möchte, womöglich manipuliert, ausgetrickst oder gänzlich zerstört werden? When Good Intentions Backfire [Zephoria]

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Spectacles jetzt im Online-Store erhältlich

Ab sofort können Snaps Spectacles über den Spectacles-Online-Store bezogen werden. Wer also gern eine dieser Stylo-Snapchat-Brillen kaufen möchte, um für den nächsten Snap allzeit bereit zu sein, kann sich für schlappe 129 Dollar so ein Ding kaufen. Ich würde auch so eine nehmen. Falls mir jemand anonym eine bestellen möchte, meine Adresse ist auf dieser Website zu finden…

[/cs_text][/cs_column][/cs_row][/cs_section][cs_section parallax=“false“ separator_top_type=“none“ separator_top_height=“50px“ separator_top_angle_point=“50″ separator_bottom_type=“none“ separator_bottom_height=“50px“ separator_bottom_angle_point=“50″ bg_pattern=“https://socialmediawatchblog.de/wp-content/uploads/2017/02/first-aid-kit-2.png“ style=“margin: 0px;padding: 15px 0px 45px;“][cs_row inner_container=“true“ marginless_columns=“false“ style=“margin: 0px auto;padding: 0px;“][cs_column fade=“false“ fade_animation=“in“ fade_animation_offset=“45px“ fade_duration=“750″ type=“1/1″ style=“padding: 0px;“][cs_text class=“cs-ta-center“]

Die Analysen als Newsletter (immer Montags)

Immer Montags erscheint ein ausführlicher Artikel, der sich stets an der Schnittstelle von Social Media, Journalismus und Gesellschaft bewegt. Dieser Newsletter wird von über 1.000 Medienmacher gelesen. Wenn du magst, kannst du ihn direkt hier abonnieren:

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Das Briefing des Social Media Watchblogs (Di – Do)

Dienstags, Mittwochs und Donnerstag erscheint das berühmte #Briefing des Social Media Watchblogs mit den wichtigsten News zu Social Media. Wenn du Teil von über 3.000 Abonnenten werden möchtest, kannst du das Briefing hier abonnieren:

[/cs_text][x_subscribe form=“127″][/cs_column][/cs_row][/cs_section][cs_section parallax=“false“ separator_top_type=“none“ separator_top_height=“50px“ separator_top_angle_point=“50″ separator_bottom_type=“none“ separator_bottom_height=“50px“ separator_bottom_angle_point=“50″ bg_pattern=“https://socialmediawatchblog.de/wp-content/uploads/2017/02/first-aid-kit-2.png“ style=“margin: 15px 0px 0px;padding: 15px 0px 45px;“][cs_row inner_container=“true“ marginless_columns=“false“ style=“margin: 0px auto;padding: 0px;“][cs_column fade=“false“ fade_animation=“in“ fade_animation_offset=“45px“ fade_duration=“750″ type=“1/1″ style=“padding: 0px;“][cs_text class=“cs-ta-center“]

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