Facebook Oversight Board präsentiert erste Fälle | Salesforce kauft Slack | TikTok erlaubt dreiminütige Videos

Salut und herzlich willkommen zur 688. Ausgabe des Social Media Briefings. Diese Woche mal außer der Reihe nur ein Briefing. Mal schauen, wie es nächste Woche an der Nachrichtenfront aussieht. Unsere Maxime ist es, unseren Leserïnnen einen echten Service zu bieten. Der besteht vor allem darin, dir Zeit zu ersparen. Wir sichten, lesen, sortieren, fassen zusammen. Du erhälst die wichtigsten News und musst nicht selbst die ganze Zeit „on“ sein. Würden wir anfangen, Briefings zu verschicken, in denen nichts drin steht, hätten wir das Gefühl, euch Zeit zu klauen. Von daher: manchmal ist „nur“ ein Briefing einfach besser. Meistens ist ja eh viel zu viel los… Wir bedanken uns jedenfalls für das Interesse an unserer kleinen, unabhängigen Publikation und senden herzliche Grüße! Martin

Die zwei größten Schlagzeilen der Woche

1/ Facebooks Oversight Board präsentiert die ersten Fälle

Das von Facebook finanzierte Oversight Board hat aus mehr als 20.000 Einreichungen die ersten Fälle ausgewählt, die es prüfen wird. Die Links führen zum jeweiligen Case:

Es handelt sich – wie Evelyn Douek zurecht bei Twitter schreibt – mehr oder weniger um die Greatest Hits der Content Moderation: Hassrede, Hassrede, Hassrede, Nippel, Nazis und Corona-Desinfos.

Wir sind gespannt, wie sich die Arbeit des Boards weiter entwickelt. Vor allem wird zu prüfen sein, ob die Arbeit des Gremiums wirklich ein Gewinn für Facebooks Nutzerïnnen ist. Oder ob es Facebook lediglich darum geht, „sich von heiklen und potenziell rufschädigenden Entscheidungen über die Moderation von Inhalten zu distanzieren“ (Techcrunch).

Wer tiefer in das Thema einsteigen möchte, wir haben in Briefing #580, #638, #675 und #677 ausführlich beschrieben, was das Oversight Board ist, wie es besetzt ist und was davon zu erwarten ist.

2/ Salesforce kauft Slack für 27,7 Milliarden Dollar

Beim Social Media Watchblog vertreten wir die These, dass bereits seit einiger Zeit ein Wandel im Gange ist, der durchaus als Beginn einer Post-Social-Media-Ära bezeichnet werden darf. Konkret geht es darum, dass die großen Plattformen wie Facebook, Instagram, YouTube und TikTok von den Nutzerïnnen immer stärker passiv genutzt werden. Die eigentliche Interaktion, die Gespräche, der Austausch, das Teilen von Inhalten findet in zunehmend kleineren, digitalen Räumen statt: etwa in Messenger-Gruppen, bei Discord oder Slack.

Der auf Unternehmens-Software spezialisierte Tech-Riese Salesforce (Jahresumsatz 20 Milliarden Dollar) hat jetzt einen großen Schritt getan, um in dieser neuen Ära eine gewichtige Rolle zu spielen: in einem Deal, der die Übernahme von WhatsApp durch Facebook finanziell in den Schatten stellt, übernimmt Salesforce die Kommunikationsplattform Slack (Wall Street Journal).

Salesforce …

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