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Was Plattformen und KI mit unserer Öffentlichkeit machen.

Unabhängiger Journalismus von Martin Fehrensen – seit 2013.

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Social Media Watchblog (SMWB)

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Martin Fehrensen
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Nicht mehr suchen, sondern wollen: Wie persönliche Agenten das Web neu ordnen

Was ist

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tl;dr: Meta, OpenAI und eine Handvoll Startups kämpfen um die Vorherrschaft zwischen uns und dem Netz. Der Hebel verschiebt sich dabei grundlegend: Nicht mehr das Finden entscheidet über Macht und Wertschöpfung, sondern wer unsere Wünsche abfängt, bevor wir überhaupt suchen. Die Ausführung übernehmen dann die persönlichen Agenten, womit das Web seine bisherige Struktur verlieren könnte.

Stell dir vor, du bittest Metas knuddeligen Agenten Muse, dir ein neues Paar Sneaker zu besorgen. Muse vergleicht, wählt das passende Modell und legt dir den Kauf zur Freigabe vor. Du tippst auf "Ja", öffnest dabei aber kein Browser-Tab, tippst keine Adresse ein und siehst auch keinen Shop von innen.

Die Folge: Die direkte Verbindung zwischen Anbietern und Kund:innen löst sich auf. Wer bisher darauf setzte, über eigene Websites, Apps oder Suchmaschinenoptimierung sichtbar zu sein, wird von einer neuen Zwischenschicht verdeckt.

Warum ist das wichtig?

Innerhalb weniger Wochen ist das Feld persönlicher Agenten geradezu explodiert:

  • Muse (Meta) ist in der EU zwar noch nicht verfügbar, in den USA aber seit Wochen auf Platz 1 der Appstore-Charts. (Meta, SMWB)
  • Dots (OpenAI) heißt der Herausforderer aus dem Hause OpenAI. Er läuft seit dem 29. September auf Basis von GPT-6 Astra und lässt sich mit mehr als 4.000 Apps verbinden – vorerst allerdings nur in den Abos Pro, Business Premium und Enterprise. (OpenAI)
  • Instinct heißt der heißeste Shice aus dem Valley, zuletzt mit zehn Milliarden Dollar bewertet. (Instinct, TechCrunch)
  • Underdog wirbt damit, alle Aufgaben vollständig lokal auf dem eigenen Rechner zu verarbeiten, derzeit als Invite-only-Beta für Mac und Windows. (TechCrunch)
  • Tab wird per iMessage oder WhatsApp gesteuert und verfügt über eine eigene Rufnummer, einen Rechner und eine eigene Wallet. (TechCrunch)
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Martin Fehrensen
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Nicht verbieten. Befähigen.

Was ist

Der Vergleich zwischen Meta und den US-Bundesstaaten hat die Frage nach dem Schutz von Kindern und Jugendlichen auf sozialen Plattformen einmal mehr ins Zentrum der politischen Debatte gerückt.

Kurz zur Erinnerung: Meta soll bis zu 18 Milliarden US-Dollar zahlen sowie Instagram und Facebook unter anderem durch Zeitlimits, Nachtmodus, Pausenhinweise und veränderte Voreinstellungen sicherer machen. (SMWB)

Trotz des Vergleichs wird in den USA nun weiter darüber gestritten, welche Verantwortung der Konzern für die Folgen seiner Produkte trägt. Zahlreiche Klagen sind anhängig und werden Gerichte und Meta (sowie die anderen Tech-Platzhirschen) in den kommenden Wochen und Monaten beschäftigen. (CourtListener)

Auch in Deutschland wird nach wie vor über Altersgrenzen und Verbote gesprochen.

  • SPD, CDU und Grüne befürworten grundsätzlich eine gesetzliche Grenze – meist bei 14 Jahren.
  • Die CSU steht solchen Plänen skeptisch gegenüber.
  • Familienministerin Karin Prien favorisiert eine Grenze von 13 Jahren. (bmbfsfj.bund.de)
  • Die Expertenkommission der Bundesregierung hat zwei Modelle vorgeschlagen, sich aber nicht eindeutig festgelegt. (bmbfsfj.bund.de)
  • Der Deutsche Ethikrat lehnt ein pauschales Mindestalter dagegen ausdrücklich ab. (ethikrat.org)

Mich interessiert heute aber weniger die neueste (sozial-medial-inszenierte) Empörung über Meta und die nächste Forderung nach einer bestimmten Altersgrenze.

Viel interessanter finde ich, welches Verständnis von Schutz hinter diesen Forderungen steht.

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Martin Fehrensen
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Der verschwindende Absender

Was ist

 
1. Gatekeeping wird immer unsichtbarer.

Im April habe ich über die Allianz der Broligarchen mit Trump geschrieben (SMWB), im Juni über Googles Ende der klassischen Suche (SMWB), vor einer Woche über die drei Phasen des Gatekeepings: vom Redakteur zum Algorithmus zur Synthese (SMWB). Die drei Texte verbindet eine These: Jede neue Gatekeeper-Generation ist besser darin, ihre eigene Macht zu verschleiern. Eine Redaktion konnte man immerhin kritisieren, es gab ein Impressum. Einen Algorithmus hatte man mit der Zeit irgendwie zumindest ein wenig verstanden. Eine KI-Antwort hat jedoch in der Regel gar keinen Absender mehr, den man befragen könnte. Rezipient:innen bekommen, so meine Deutung dieser Entwicklung, immer weniger ein Gefühl für den Absender einer Information. Dem kann man imho nur mit Vertrauen begegnen. Mit Köpfen, die für etwas stehen, das einen mitnimmt, das einen abholt. In einer Welt voller synthetischem Lärm ist - wie bei meinem Vortrag

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Reuters Trend-Report: Was im Medienjahr 2026 wirklich wichtig wird

Was ist

38 Prozent. Diese Zahl taucht zweimal im Bericht „Journalism, media, and technology trends and predictions 2026“ auf, den das Reuters Institute der Universität Oxford vergangene Woche veröffentlicht hat:

  • Nur noch 38 Prozent der befragten Managerinnen und Medienmacher blicken zuversichtlich auf das kommende Jahr. Das sind 22 Prozentpunkte weniger als vor vier Jahren.
  • Zwischen November 2024 und November 2025 sind die Besuche, die Medien über organische Google-Suchen erhalten, um 38 Prozent zurückgegangen. Dieser Wert bezieht sich auf die USA. Global sind es 33 Prozent, in Europa „nur“ 17 Prozent. Der Trend ist aber eindeutig.

Das sind zwei der zentralen Ergebnisse des Trend-Reports von Nic Newman. Beide sollten Menschen aufrütteln, die in der Medienbranche arbeiten. „Google Zero“ ist kein fiktives Bedrohungsszenario, sondern könnte bald Realität werden.

Der Bericht enthält viele Zahlen und Vorhersagen, die einen Angst und Bange werden lassen können. Der eine Teil des Publikums holt sich Nachrichten über KI-Systeme, der andere wandert zu Creators ab. Das wirft existenzielle Fragen auf.

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Warum die Obsession mit Reichweite aufhören muss

Was ist

In unserem Deep-Dive greifen wir meist aktuelle Ereignisse auf und ordnen sie ein. Heute möchten wir etwas allgemeiner auf eine Frage blicken, die uns seit Längerem beschäftigt: Warum gilt Reichweite immer noch als relevanteste Metrik für journalistischen Erfolg?

Die folgenden Gedanken beruhen auf einem Vortrag, den Martin vergangene Woche bei der ARD gehalten hat.

Viele Medien haben jahrzehntelang vorwiegend auf eine Währung geblickt: Reichweite. Höhere Einschaltquoten, mehr Verkäufe, mehr Likes, mehr Klicks, mehr Follower, mehr Views, mehr Downloads, mehr Plays, mehr Shares, mehr Kommentare.

Das gilt für private Unternehmen und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, für Print, Online und lineares Fernsehen.

Es mangelt nicht an Beteuerungen: Wir wollen eine Community aufbauen, nah an den Menschen sein, auf Augenhöhe mit ihnen sprechen. Die Realität ist allzu oft eine andere: Auch dem ÖRR geht es immer noch primär darum, dass möglichst viele Menschen einschalten, gucken, hören und lesen. Er sendet

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