Briefing für den 18.10.2017 | Ausgabe #399

martin

Moin, ich bin nächste Woche Donnerstag bei den Medientagen in München und spreche bei der Veranstaltung „Rockets & Unicorns“ über das Social Media Watchblog. Schreib mir via Email oder Messenger, falls wir uns dort treffen wollen! Würde mich freuen. Merci, Martin

VIDEO BOOM

Wie bereits mehrfach in unseren Briefings berichtet, erleben wir derzeit einen echten Video Boom. Neben den traditionslosen New Media Startups rücken Videos für Social-Media-Plattformen nun auch bei traditionelleren Anbietern sehr viel stärker in den Fokus. So verkündet etwa NBCUniversal eine Kooperation mit Snapchat: Durch die Gründung eines gemeinsamen Content Studios möchte man sehr viel mehr Originalsauf Snapchat zum Laufen bringen. [AdWeek]

Doch wie ist dieser Video Boom eigentlich zu erklären? Haben sich die Nutzer wirklich mehr Videos gewünscht? Oder möchte einfach jede Plattform das Geschäftsmodell Videos an sich reißen und kreiiert durch ein paar Tweaks am Algorithmus eine künstliche Nachfrage?

Genau darauf wollte auch Kollege Matt Navara eine Antwort haben und bekam sie prompt (wohl auch zu seiner Überraschung).  Niemand geringeres als der News Feed Chef Adam Mosseri meldete sich zu Wort und wiegelte für Facebook ab: Es handele sich keinesfalls um eine künstliche Steigerung der Nachfrage. Eher würde Facebook abgestraft, wenn sie Nutzern Inhalte präsentierten, die sie nicht goutieren. Von daher könnten sie gar keine künstliche Nachfrage erschaffen. [Medium]

Mmh, kann man natürlich erst einmal schwer widersprechen. Die ganze Geschichte ist damit aber sicherlich trotzdem noch nicht erzählt. An anderer Stelle bald mehr dazu.


FUTURE OF JOURNALISM

Die Branche ist ja bekanntlich händeringend auf der Suche nach Ideen und Möglichkeiten, neue Einnahmequellen zu erschließen, um auch künftig noch Journalismus in seiner gesamten Pracht anbieten zu können (und eben nicht nur kommerziell verwertbaren Quark).

Wann immer es um die Frage geht, wie man seine Nutzer in ein loyales, zahlendes Publikum verwandelt, kommt „De Correspondent“ aus Holland ins Spiel. Ihre Arbeit gilt vielen mittlerweile als Blaupause. Genau deshalb hat sich Frederic Filloux das Geschäftsmodell der holländischen Pioniere in seiner aktuellen Monday Note genauer angeschaut.


MARKETING

Facebook führt zwei neue Rubriken beim Targeting ein: Künftig können im Anzeigenmanager Nutzer adressiert werden, die a) bereits eine Anzeige angeschaut, aber nicht mit ihr interagiert haben und die b) bereits einen Link zur Website der Anzeige geteilt haben. Ob das mit der Variante A – der sogenannten Dwell Time – wirklich zielführend ist, möge bitte jeder selbst rausfinden. [Social Media Today]

Instagram: Die Click-Through-Bar unter dem Lead-Foto wird bald in der Farbe erscheinen, die auch mehrheitlich in dem Foto vorhanden istSchicker siehts ja aus. Führt es auch zu mehr Klicks, zu mehr Traffic auf die Website dahinter? Sowohl aus journalistischer wie auch aus Marketing-Sicht wäre es wünschenswert. [Marketing Land]

Twitter führt eine sogenannte Video Website Card ein. TechCrunch hat die perfekte Beschreibung, was das sein soll: „Basically, the Video Website Card starts out as an auto-playing video with a customizable headline, which then opens up to a larger video and website preview, and ultimately directs viewers to the advertiser’s chosen website when they tap on it.“ So siehts aus. [Techcrunch]


NOTEWORTHY

Facebook hat sich erneut ein aufstrebendes Startup einverleibt: Für weniger als 100 Millionen Dollar – was immer noch unfassbar viel Geld ist für eine App, die gerade einmal im August gelauncht wurde – hat Facebook die App tbh gekauft. Wie wir an dieser bereits kurz berichteten, ermöglicht es tbh, anonym Komplimente zu verschicken. In diesen rauen Zeit für Facebook wohl genau das Richtige.

Twitter hat sich neue Regeln überlegt, um den Hass auf der Plattform in den Griff zu kriegen. Die Maßnahmen sind zwar noch nicht offiziell vorgestellt, aber bereits durchgesickert. WIRED hat die Email veröffentlicht: Here Are Twitter’s Latest Rules for Fighting Hate and Abuse.

Wer einmal einen schnellen Blick auf A/B-Testing bei Facebook werfen mag, der kann sich in diesem Google Doc austoben. Darin sind diverse Varianten des FB-App-Homescreens zu sehen, die via Crowdsourcing zusammengetragen wurden. Schon spannend, wie sehr Facebook mit Design und UX variiert.


ONE MORE THING

Wer sich für Podcasts interessiert, aufgepasst: Es gibt ein neues Podcast-Label made in Germany. Susanne Klingner und Katrin Rönicke möchten mit hauseins erstens gute Geschichten mit dem Medium Podcast zusammenbringen, zum anderen Werbekunden mit Podcastproduzenten, um letzteren zu ermöglichen, aus dem Podcasten mehr als ein Hobby zu machen. Klingt gut? Finde ich auch. Hier geht es zur Website von hauseins.


About the Author

martin

Hi, mein Name ist Martin Giesler. Ich bin Kulturanthropologe, Journalist und Blogger. 2013 habe ich das Social Media Watchblog gegründet. Hier erfährst du mehr über mich. Follow: Twitter | Facebook | Linkedin | Newsletter

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Wir sind gerade in die Berliner Kreuzbergstraße gezogen und konnten uns dort eine komplett neu renovierte Etage einrichten. Eine der schönsten Herausforderungen in unserem jungen Firmenleben, bei der wir viel über Raumgestaltung, Licht und Geräusche gelernt haben:Räume schaffen – Wie man ein neues Büro plant