ARD/ZDF-Onlinestudie: Metas Plattformen dominieren | Massenentlassungen bei Meta | Twitter Blue

Salut und herzlich willkommen zur 839. Ausgabe des Social-Media-Briefings - heute mit den zentralen Ergebnissen der ARD/ZDF-Onlinestudie 2022, Hintergründen zu Metas Massenentlassungen und den neuesten Entwicklungen bei Twitter. Wir freuen uns wie immer sehr, wenn du unser Briefing Kollegen, Verwandten und Bekannten empfiehlst - vielen Dank dafür! Cheers, Martin und Simon
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ARD/ZDF-Onlinestudie

Was ist

Hurra, hurra, die Onlinestudie ist da! Wenn ARD und ZDF im November neue Zahlen zum Onlineverhalten der Menschen in Deutschland vorlegen, ist es bei uns Tradition, dass wir die Studie ausführlich vorstellen. So war es 2018 (#494), 2019 (#586), 2020 (#674) und 2021 (#757).

Dieses Jahr fällt unsere Zusammenfassung jedoch kürzer aus. Das liegt an der zugrundeliegenden Methode. Bislang setzten die Forscherïnnen auf Telefonbefragungen, damit entsteht aber kein repräsentatives Abbild der Bevölkerung mehr. Um jüngere Menschen zu erreichen, wurden dieses Jahr erstmals 30 Prozent der Teilnehmenden über ein Online-Panel rekrutiert.

Dadurch erhalten die Ergebnisse mehr Aussagekraft und umfassen auch Menschen zwischen 14 und 18 Jahren. Gleichzeitig lassen sich die Zahlen nicht mehr richtig mit den vergangenen Jahren vergleichen. Genau diese Gegenüberstellung ist aber besonders spannend. Schließlich interessieren uns nicht nur die absoluten Zahlen (die je nach Studie ohnehin oft schwanken), sondern vor allem die Entwicklung in Relation zu den Vorjahren. Auf dieser Grundlage kann man Trends ableiten und Voraussagen treffen.

Wir beschränken uns deshalb auf unsere Kernkompetenz und beleuchten die wichtigsten Ergebnisse bei Social-Media-Plattformen und Messengern. Auch den Vergleich zu 2021 sparen wir uns. Der Fokus liegt auf kurzen Take-aways und überraschenden Erkenntnissen – dass immer mehr Menschen online sind und die Generation Ü70 TikTok eher selten öffnet, kannst du dir vermutlich denken. Links zu weiteren Teilen der Onlinestudie findest du am Ende unter „Dig deeper“.

Wie Menschen Social Media nutzen

  • Metas Plattformen dominieren: 35 Prozent der Befragten öffnen Facebook mindestens einmal pro Woche, bei Instagram sind es 31 Prozent. Facebook wird von allen Altersgruppen gleichermaßen genutzt und ist die einzige Plattform mit relevantem Einfluss bei den Über-50-Jährigen. Instagram dominiert dagegen bei den Jüngeren. Drei Viertel der 14-29-Jährigen nutzen die App wöchentlich. Trotz Krise und massiven Stellenkürzungen (mehr dazu weiter unten im Briefing) ist Meta also weiter relevant. Mark Zuckerberg mag die Zukunft im Metaverse sehen, in der Gegenwart ist sein Konzern aber ein Social-Media-Betreiber – und zwar der mit Abstand größte.
  • Instagram wird am intensivsten genutzt: Blickt man auf die tägliche Nutzung, liegt Instagram (21%) knapp vor Facebook (20%). Spannend ist in dem Zusammenhang auch die „Inselfrage“, wie es die Autorïnnen nennen: „Wenn Sie sich nun für ein einziges dieser Social-Media-Angebote entscheiden müssten: Welches dieser Angebote würden Sie weiterhin nutzen?“ Jeweils ein gutes Drittel würde Facebook und Instagram auf die metaphorische einsame Insel mitnehmen. Die Hälfte der Jüngeren entscheidet sich für Instagram, mehr als zwei Drittel der Älteren für Facebook.
  • TikTok holt auf: Vergangenes Jahr schrieben wir noch vom „Scheinriese TikTok“ und fragten uns, wie viel Aussagekraft die Daten der Onlinestudie hatten, die TikTok als Nischenplattform darstellten. Die neue Erhebungsmethode scheint besser geeignet zu sein, um TikToks Verbreitung zu erfassen. Demnach nutzen 14 Prozent der Befragten die App mindestens einmal pro Woche, darunter 44 Prozent der 14-29-Jährigen. Im Gegensatz zu anderen Erhebungen (Reuters Digital News Report, Pew Research Center) verzichtet die Onlinestudie darauf, die Zeit abzufragen, die Menschen auf bestimmten Plattformen verbringen. Unsere Vermutung: Wer TikTok nutzt, verbringt dort überproportional viel Zeit.
  • Snapchat wird unterschätzt: Alle reden übers Metas Absturz und TikToks Siegeszug, kaum jemand spricht über Snapchat. Der Onlinestudie zufolge sollte man der App mehr Beachtung schenken. Mit 13 Prozent wöchentlicher und acht Prozent täglicher Nutzung liegt Snapchat gleichauf mit TikTok. Bei der „Inselfrage“ entscheiden sich 14 Prozent der 14-29-Jährigen für Snapchat – und nur acht Prozent für TikTok.
  • Twitter bleibt nischig. Gerade mal einer von 25 Befragten nutzt Twitter täglich, bei der wöchentlichen Nutzung kommt die App immerhin auf zehn Prozent. Interessant ist der Unterschied bei den Geschlechtern: 13 Prozent der Männer öffnen die App mindestens einmal pro Woche, aber nur acht Prozent der Frauen. Wer den Umgangston und alltäglich Sexismus auf Twitter kennt, wundert sich darüber nicht. Auch bei Twitch schwankt der Anteil stark (Männer: 11%, Frauen: 3%), bei Pinterest ist es genau umgedreht (Männer: 6%, Frauen: 13%).
  • WhatsApp thront einsam an der Spitze: Alle paar Monaten schwappt eine Empörungswelle über WhatsApp hinweg, und Menschen verkünden, dass sie jetzt endgültig wechseln. In unserem Freundeskreis hat sich das tatsächlich bemerkbar gemacht, wir kommunizieren fast ausschließlich über Signal. Unsere Erfahrung scheint aber nicht repräsentativ zu sein. Nach wie vor liegt WhatsApp weit vor allen anderen Messenger: 68 Prozent der Befragten nutzen die App täglich, mit jeweils fünf Prozent folgen Telegram und Signal. Diese Dominanz zieht sich durch alle Altersgruppen. Lediglich unter den 14-29-Jährigen gibt es einen Hauch von Konkurrenz – allerdings nicht in Form anderer Messenger, sondern durch die Direktnachrichten von Instagram, Snapchat und TikTok.
  • Gute Nachrichten für Zuckerberg: Die wichtigste Plattform für die Jüngeren: Insta. Die wichtigste Plattform für die Älteren: Facebook. Der wichtigste Messenger: WhatsApp. Studienautor Wolfgang Koch fasst es so zusammen:

Die Marktführerschaft von WhatsApp im Feld der Messenger führt zusammen mit den sehr guten Marktpositionen von Facebook und Instagram zu einer herausragenden Stellung des Meta-Konzerns, zu dem diese drei Plattformen gehören.

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