Der Wahnsinn bei Twitter geht weiter | TikTok-Daten gehen nach China | Aus für Journalisten bei Facebook

Salut und herzlich willkommen zur 837. Ausgabe des Social-Media-Briefings. Heute mit dem versprochenen Nachrichten-Überblick. Trotz der Turbulenzen am Nachrichtenmarkt sind unsere fünf Gedanken zu Twitter vom Dienstag übrigens gut gealtert. Apropos Freude: Wer mag, ist gleich spontan bei unserer Lecture zum Status Quo der Podcast-Landschaft dabei - Annamaria Herkt und uns würde es sehr freuen! Merci, Martin und Simon
Danke fürs Teilen

Musk Reads zu Twitter

Mittlerweile ist klar: Die Übernahme der Amtsgeschäfte verläuft genauso chaotisch wie die Übernahmeschlacht um Twitter als solches. Tausende Angestellte bangen um ihre Jobs, ranghohe Managerïnnen werden reihenweise rausgeschmissen und der reichste Mensch der Welt lotet live auf Twitter aus, wie viel eine Verifizierung denn nun künftig kosten soll: 20 Dollar im Monat? 99 Dollar im Jahr? Vielleicht doch nur 8 Dollar pro Monat? Und was gibt es dann alles noch dazu? Mehr Reichweite? Weniger Werbung?

Es ist alles so absurd, dass wir uns auch in diesem Update abermals gar nicht erst darum bemühen wollen, den Status Quo abzubilden. Derzeit gibt es einfach viel mehr Fragen als Antworten – ein paar Beispiele:

Sicher ist eigentlich nur, dass uns Musks Twitter-Übernahme noch eine ganze Weile beschäftigen wird. Denn auch wenn Twitters User-Base kleiner ist als die von Snapchat, auch wenn Twitters Power-User – aka „heavy tweeter“ – gerade einmal drei- bis viermal pro Woche twittern (Reuters), wird der Plattform von so vielen Akteuren aus Politik und Medien eine so große meinungsbildende Macht zugeschrieben, dass wir sie schlichtweg nicht ignorieren können. Der US-Journalist Ezra Klein bringt es in einer seiner aktuellen Kolumnen (New York Times) folgendermaßen auf den Punkt:

Our collective attention is important. Whoever (or whatever) controls our attention controls, to a large degree, our future. The social media platforms that hold and shape our attention need to be governed in the public interest. That means knowing who’s truly running them and how they’re running them.

Genau das ist übrigens auch der Grund, warum es das Social Media Watchblog gibt – wir wollen verstehen, wie sich die Plattformen, Messenger und alle anderen sozialen Medien auf Politik, Medien und Gesellschaft auswirken. Großartig, dass du uns mit deinem Abo bei dieser Arbeit unterstützt. Solltest du zufälligerweise über Musksches Kapital verfügen (oder auch nur annähernd) und unsere Arbeit über eine normale Mitgliedschaft hinaus voranbringen wollen, melde dich gern – wir hätten da so ein, zwei Ideen, was wir damit anstellen könnten ☺️


Social Media & Politik

  • TikTok-Daten gehen nach China: Nun also doch: Europäische Nutzerdaten können von TikTok- / ByteDance-Mitarbeitern in China eingesehen werden (Guardian). Könnte es sein, dass uns TikTok seit Jahren etwas anders erzählt? Relativierendes Statement per E-Mail in 3, 2, 1…
  • Wie groß ist der Impact von TikTok auf die Midterms? Bislang gibt es darauf natürlich noch keine Antwort. Aber es ist richtig, dass Medien und Politik ganz genau darauf achten, welche Botschaften in welchen Apps zirkulieren können – insbesondere eben auch bei TikTok (Protocol).
  • Desinformationen und die Wahl in Brasilien: Als Annalena Baerbock Brasiliens Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva nach dessen Wahlsieg gegen Jair Bolsonaro gratulierte, staunte…

Noch keine Abonnentïn?

Scroll to Top

Social Media verstehen. Ohne Stress. Ohne Buzzwords.

Abonniere unseren preisgekrönten Newsletter kostenlos und erhalte 2 von 8 Ausgaben pro Monat mit den wichtigsten News und Debatten rund um Social Media – journalistisch sauber aufbereitet und eingeordnet.