Twitter Blue, erklärt | Peak Newsletter noch lange nicht erreicht | YouTube versteckt Dislike-Counter

Salut und herzlich willkommen zur 758. Ausgabe des Social Media Briefings. In unserem heutigen Deep Dive beschäftigen wir uns mit der Einführung von Twitter Blue. Das Thema ist deshalb spannend, weil mit Twitter nun zum ersten Mal ein größeres soziales Netzwerk versucht, Nutzerïnnen zu überzeugen, regelmäßig zu bezahlen. Zudem lernen wir, dass Peak Newsletter noch lange nicht erreicht ist und YouTube den Dislike-Counter künftig versteckt. Wir wünschen eine gewinnbringende Lektüre und freuen uns über dein Interesse an unserer Arbeit! Simon und Martin

Twitter Blue: Wir würden ja Geld bezahlen, aber …

Was ist

Twitter macht Ernst: Im Juli startete Twitter Blue in Australien und Kanada, jetzt können auch Menschen in den USA und Neuseeland das kostenpflichtige Abonnement abschließen (Twitter-Blog). Für drei Dollar pro Monat enthält Twitter nun deutlich mehr Funktionen als in der bisherigen Testphase. Ob und wann das Produkt nach Deutschland kommt, ist unklar.

Warum das wichtig ist

Twitter Blue ist ein spannendes Experiment. Reddit, Twitch und Discord bieten bereits kostenpflichtige Abos an, diese Plattformen lassen sich aber nur eingeschränkt mit Twitter oder Facebook vergleichen. WhatsApp verlangte einst einen symbolischen Dollar pro Jahr, Google bietet YouTube Premium an. Doch die WhatsApp-Jahresgebühr wurde nie ernsthaft eingezogen, und das YouTube-Abo schließt man in erster Linie für Inhalte und Werbefreiheit ab. Dafür zahlen bereits 50 Millionen Menschen, Spotify und Netflix sind noch erfolgreicher.

Es gibt also etablierte Abo-Modelle im Silicon Valley, doch mit Twitter versucht nun zum ersten Mal ein größeres soziales Netzwerk, Nutzerïnnen zu überzeugen, regelmäßig zu bezahlen. Bereits vor vier Jahren erwog Twitter eine kostenpflichtige Version von TweetDeck (The Verge), die aber nie umgesetzt wurde. Auch Facebook dachte schon 2012 über ein Abo-Modell nach (The Information) und ließ immer wieder Umfragen durchführen (Bloomberg), ob Menschen bereit wären, für Werbefreiheit Geld zu zahlen.

Welche Funktionen neu sind

Auf seinen Hilfeseiten gibt Twitter eine praktische Übersicht, welche Features Abonnentïnnen auf welchen Geräten (iOS, Android, Web) erhalten. Mit dem Start in den USA sind folgende Funktionen dazugekommen:

Top Articles

  • Das mit Abstand spannendste Feature dürfte vielen bekannt vorkommen. Man kann sich die Links anzeigen lassen, die in den vergangenen 24 Stunden am häufigsten von Accounts geteilt wurden, denen man selbst folgt. Und das ist doch …
  • Nuzzel! Wir stellten den Dienst Anfang des Jahres als Tool-Tipp vor, wenige Monate später schluckte Twitter das Unternehmen Scroll, das zuvor Nuzzel gekauft hatte – und drehte App und Webseite einfach ab.
  • Als wir im Juni über die Testphase von Twitter Blue berichteten (#725), schrieben wir: "Jetzt wünschen wir uns sehnlichst, dass Twitter die Funktionen integriert und meinetwegen auch Geld dafür verlangt. Wir würden sofort zahlen."
  • Unser Wunsch ist wahr…

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