Clubhouse ist kein Clubhaus | Erste Eindrücke von Twitter Spaces | Ausblick auf Instagrams Zukunft

Salut und herzlich willkommen zur 698. Ausgabe des Social Media Briefings. Heute blicken wir einmal mehr auf Clubhouse. Zudem bekommen wir einen ersten Eindruck von Twitter Spaces und Hinweise zum Prozedere, wie Facebooks Oversight Board über die Sperre von Donald Trump entscheiden wird. Zudem gibt es einen Ausblick auf Instagrams Zukunft und jede Menge neuer Features bei den Plattformen. Wir bedanken uns für das Interesse an unserer Arbeit und wünschen eine gewinnbringende Lektüre, Simon und Martin

Clubhouse ist kein Clubhaus – und eine Milliarde Dollar wert

Was ist

Eine Woche, nachdem wir unter dem Titel „Warum alle über Clubhouse reden (wir auch)“ über Clubhouse schrieben, reden mal wieder alle über Clubhouse – inklusive uns. Dafür gibt es drei Gründe:

  1. Bodo Ramelow
  2. Ein Investment
  3. Ein Blogeintrag

In der Summe ermöglichen diese drei Punkte einen neuen Blick auf die Gegenwart und die Zukunft Clubhouse. Es wird klar, was die App nicht ist (ein privater Raum) – und es zeichnet sich ab, wie das Unternehmen Geld verdienen und Creators an sich binden will (mit Abos und Trinkgeld). Gehen wir die Ereignisse der Reihe nach durch:

1. Was auf Clubhouse passiert, bleibt nicht auf Clubhouse

Am Samstag sendete Deutschlandfunk Kultur in seiner Sendung Breitband einen interessanten Beitrag über Clubhouse. Eine Einschätzung sollte sich aber als allzu optimistisch erweisen. Der Journalist Malcolm Ohanwe sagte, Clubhouse fühle sich an wie ein Hinterzimmer:

„Das finde ich eigentlich etwas Schönes, vor allem weil dann nichts aus dem Kontext gerissen wird. Das hat natürlich die Gefahr, dass du unkontrolliert auch allerlei Lügen und Bullshit erzählen kannst. Aber es verbreitet sich ja dann auch nicht in der Welt.“

Für private Räume, in denen sich ausschließlich Menschen treffen, die sich gut kennen, mag das zutreffen. Für den Raum, in dem Bodo Ramelow am Freitagabend sprach, traf das ganz und gar nicht zu. Der Gesprächsrunde „Trash und Feuilleton“ lauschten rund 1600 Menschen, darunter etliche Journalistïnnen.

Was folgte, ging am Wochenende so breit durch alle Medien (Zeit), dass wir es nur in größtmöglicher Kürze wiedergeben:

  • Ramelow sagte dumme Dinge. Unter anderem bezeichnete er die Bundeskanzlerin als „Merkelchen“ und erzählte, dass er während Ministerpräsidentenkonferenzen schon mal Candy Crush spiele.
  • Im Publikum saß Johannes Boie, Chefredakteur der Welt am Sonntag. Am Samstag schrieb Boie einen Kommentar für die aktuelle Printausgabe, der auch online erschien – und mittelgroße politische Verwerfungen auslöste (SZ).
  • Ramelow hat sich für das „Merkelchen“ mittlerweile mehrfach und deutlich entschuldigt. Unter anderem schrieb er auf Twitter: „Den Namen der Bundeskanzlerin zu verniedlichen war ein Akt männlicher Ignoranz. Dafür meine ehrliche Bitte um Entschuldig…

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