Was ist

Als wir unser Abomodell gestartet haben, war unser Versprechen: einmal pro Woche ein Deep Dive, einmal ein News-Briefing. Über die Jahre haben wir unsere Struktur an die oft turbulente Themenlage angepasst. Standardmäßig verschicken wir jetzt zwei Newsletter, die jeweils eine Analyse und einen ausführlichen Nachrichtenüberblick enthalten.

Gelegentlich kommt es aber vor, dass wir kein Thema in der gewohnten Tiefe analysieren können oder wollen. Mal liegt das an Krankheiten, Terminen oder Urlaub, mal lässt uns die Aktualität im Stich.

So lief das etwa heute Morgen am Telefon:

  • TikTok-Verkauf? Bislang nur Ankündigungen und Mutmaßungen. Lass uns lieber warten, bis es konkret wird. Dann müssen wir das Thema ja eh nochmal größer machen – und zweimal TikTok am Stück braucht wirklich niemand.
  • Musk-Rückzug? Quellenlage und Konsequenzen unklar, außerdem weit weg von unseren Kernthemen.
  • Smartphone-Verbot in Hessen? Aktueller Anlass schon länger her, Debatte schwelt seit Langem. Vielleicht zum Start des neuen Schuljahrs?
  • Buchauszug über Altman-Rauswurf? Interessante Details, aber wir hatten gerade einen halben Roman zu OpenAI, außerdem schon anderthalb Jahre her. Besser das ganze Buch besprechen, wenn es erscheint.

An solchen Tagen wollen wir keinen Deep Dive erzwingen. Nichts ist öder als 12.000 Zeichen über ein Thema, das in wenigen Sätzen auserzählt sein könnte. Bislang hatten wir dabei immer ein Problem. Was zur Hölle schreiben wir in die Betreffzeile?

Wir versuchen es mit einem neuen Format: Was wichtig war und wird, kurz WWWW. Wenn du eine Mail von uns siehst, die mit diesen Buchstaben beginnt, heißt das: Heute gibt es nicht das eine großes Thema, sondern einen Überblick. Das wird weiter die Ausnahme bleiben, im Normalfall mangelt es uns nicht an Ideen.

Aus unseren Umfragen wissen wir, dass uns ziemlich genau die Hälfte der Abonnentïnnen wegen der Analysen liest, für die andere Hälfte ist der Nachrichtenüberblick wichtiger. Wir hoffen, dass beide damit leben können – und damit zu den News.


Politics

  • TikTok vor dem Verkauf: Am Samstag läuft die Frist aus, bis dahin muss TikTok einen substanziellen Teil seines US-Geschäfts verkauft haben. Donald Trump will die App angeblich von einer Gesellschaft namens "TikTok America" betreiben lassen (The Information), an der die halbe Wall Street beteiligt sein soll (FT). Einer der wichtigsten Anteilseigner wäre Oracle, das wohl nicht ganz zufällig dem Trump-Kumpel Larry Ellison gehört, der schon 2020 zu den aussichtsreichsten Bietern gehörte. Auch Trump-Unterstützer Marc Andreessen ist beteiligt (FT). Der Algorithmus bliebe aber offenbar unter chinesischer Kontrolle (Washington Post), was die absurde Debatte der vergangenen Monate endgültig als Sicherheitstheater entlarvt (Techdirt, Pixel Envy), das TikTok in eine weitere MAGA-Plattform verwandeln könnte (Status). Auf den letzten Drücker sollen eine Reihe weiterer Gebote abgegeben worden sein, von absurd (OnlyFans-Gründer) bis erwartbar, aber wohl aussichtslos (Amazon). Nachdem sowohl Verbot als auch Verkauf in den vergangenen fünf Jahren jeweils ungefähr 27 Mal kurz bevorstanden, warten wir mit der Analyse, bis es so weit ist – oder auch nicht.
  • Musk vor dem Rückzug: Einem Politico-Bericht zufolge hat Trump seinen engsten Vertrauten gesagt, dass sich Musk in den kommenden Wochen aus der Regierung und dem Department of Government Efficiency zurückziehen werde. Die naheliegende Interpretation: Trump hasst nichts so sehr wie Verlierer, und Musk hat gerade keinen guten Run (The Atlantic). Die Supreme-Court-Wahl in Wisconsin ging trotz – oder gerade wegen (Spiegel) – seiner Bestechungsversuche krachend verloren, bei Tesla läuft es mies. Das Weiße Haus und Musk dementieren natürlich die "Fake News", Musks Regierungsbeteiligung sei von Anfang an auf begrenzte Zeit angelegt gewesen. Das sind, nun ja, Fake News: Ein Regierungssprecher und Musk selbst hatten noch vor wenigen Wochen behauptet, dass kein Rückzug geplant sei (Politico, CNBC). Trump und Musk sollte man an ihren Taten bewerten, nicht an ihren Worten. Wir warnen deshalb vor verfrühter Schadenfreude, bevor der Präsident seinen Schattenminister auch wirklich vor die Tür gesetzt hat.
  • Zuckerberg auf Lobbytour: Der Meta-Chef buckelt weiter vor Trump. Seit der rhetorischen und inhaltlichen Unterwerfung zu Jahresbeginn (SMWB) ist Mark Zuckerberg zum Stammgast im Weißen Haus geworden. Beim jüngsten Besuch soll er versucht haben, den Präsidenten zu überzeugen, ein Kartellverfahren gegen Meta zu stoppen (WSJ). Die FTC untersucht die Übernahmen von WhatsApp und Instagram, die Verhandlungen sollen Mitte April starten. Zuvor hatte Trump schon seine eigene Klage gegen Meta zurückgezogen, nachdem der Konzern 22 Millionen Dollar Überzeugungshilfe gezahlt hatte. Die Broligarchie wirkt.
  • US-Politik wird per Gmail und Signal gemacht: Einer der lustigeren Whoopsies des Jahres findet eine Fortsetzung. Nachdem der Nationale Sicherheitsberater der USA seine Jobbeschreibung verfehlt und Atlantic-Chefredakteur Jeffrey Goldberg versehentlich zu einer Signal-Gruppe eingeladen hatte, in der die halbe US-Regierung Angriffspläne schmiedete, stellt sich heraus: Michael Waltz nutzt seinen privaten Gmail-Account für Regierungsangelegenheiten (Washington Post) und scheint ein großer Fan von Signal zu sein. Er und sein Team sollen mindestens 20 Signal-Gruppen aufgesetzt haben, um das außenpolitische Vorgehen der USA zu koordinieren. Wir warten gespannt, welche Journalistïnnen dort eingeladen wurden. Aber hey, immerhin nicht Telegram.

Money

  • Enge Partner: Meta und die weltweit führende Mixed-Martial-Arts-Organisation, UFC, haben sich auf eine umfangreiche Partnerschaft verständigt (CNBC). Die Rede ist von einem Werbedeal in Millionenhöhe, der dafür sorgt, dass Metas Produkte bei Kampfsport-Veranstaltungen Sichtbarkeit erfahren — für mehr "maskuline Energie" und so... Wirklich überraschend ist die Partnerschaft nicht. Mark Zuckerberg hatte Anfang des Jahres bekannt gegeben, dass UFC-Boss Dana White einen Sitz im Verwaltungsrat von Meta erhalten hat. Dem Vernehmen nach sitzt er sehr weit rechts außen. (SMWB)

Dieser Artikel ist nur für zahlende Mitglieder

Jetzt Mitglied werden und vollen Zugriff auf alle Artikel erhalten.

Jetzt Mitglied werden Hast du schon einen Account? Einloggen