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Story

Das Social Media Watchblog - kurz SMWB - gibt es seit 2013.

Angefangen hat es während meines Volontariats beim ZDF. Mir wurde klar, dass soziale Medien das Mediensystem grundlegend verändern würden – und dass es im deutschsprachigen Raum niemanden gab, der diese Entwicklung systematisch beobachtete und einordnete. Zusammen mit Konrad Weber gründete ich zunächst einen Blog. Schnell wurde klar: Wir müssen zu den Leuten kommen, nicht anders herum. Also wurde aus dem Blog ein Newsletter.

Von 2013 bis 2017 war das SWMB ein Hobbyprojekt, das ich neben meiner Arbeit im ZDF-Newsroom und später bei bento betrieb – abends, morgens, am Wochenende. Ein Autorenkollektiv half mit: Anna, Isabell, Christian, Jan, Tilman und Simon schrieben einzelne Ausgaben, während ich das Projekt zusammenhielt. In dieser Zeit entstanden fast 400 Newsletter-Ausgaben, ohne dass wir je Werbung gemacht hätten. Der Newsletter wurde weiterempfohlen, weil er nützlich war.

Während meiner Elternzeit 2017 traf ich eine Entscheidung: Der Newsletter sollte kein Nebenprojekt bleiben, sondern mein Beruf werden. Im September 2017 bat ich meine Leser:innen erstmals um Geld. Über 300 buchten sofort ein Abo. Institutionen wie die Deutsche Welle, Vice, die Süddeutsche und das ZDF schlossen Firmenabos ab. Ein Jahr später zog ich eine Paywall ein.

Ab 2018 schrieb Simon Berlin regelmäßig für das Social Media Watchblog, ab 2020 hauptberuflich. Acht Jahre lang hat er das Produkt mitgeprägt – als Analyst, als Gegenpart, als Freund, als jemand, der den Newsletter besser gemacht hat.

Heute lesen über fünftausend Menschen meinen Newsletter: Social-Media-Redakteure von ARD und ZDF, Policy-Teams von Google und TikTok, Referent:innen im Auswärtigen Amt, Journalist:innen, Forschende, Marketing-Profis und NGOs. Das SWMB wurde für den Grimme Online Award nominiert und hat den Vocer Netzwende-Award gewonnen.

Was als Blog über Facebook begonnen hat, ist zu einer unabhängigen Stimme an der Schnittstelle von Social Media, KI und Politik geworden. Der Newsletter ist werbefrei, leserfinanziert und keinem Verlag verpflichtet. Dass das funktioniert – nach dreizehn Jahren, allein, aus einer kleinen Stadt in Niedersachsen heraus – hätte ich damals beim Volo nicht gedacht. Das Internet ist einfach großartig.