Amnesty International: Entschädigung von Meta gefordert | Weniger Geld für Creator bei Twitch | Substack wildert bei Instagram

Salut und herzlich willkommen zur 829. Ausgabe des Social Media Briefings. Heute haben wir ganz viele News und drei Lectures im Angebot. Wer mag, trägt sich direkt für die Events ein - wir freuen uns über zahlreiches Erscheinen! Eine gewinnbringende Lektüre und herzliche Grüße, Martin und Simon
Danke fürs Teilen

Social Media & Politik

  • Entschädigung von Meta gefordert: Nicht alle Vorwürfe gegenüber Meta sind fair. Doch es ist ziemlich unstrittig, dass insbesondere Facebook seiner Verantwortung in Ländern wie Myanmar nicht gerecht geworden ist (CJR). Ein Bericht von Amnesty International zeigt nun sehr detailliert, welche Verantwortung Facebook an den Gräueltaten gegen die Rohingya in Myanmar trifft. Damit dürfte sich der Druck auf Meta erhöhen, den Betroffenen Entschädigungen zu zahlen. Hier geht es zum Bericht, hier zum Artikel von Amnesty Deutschland.
  • Meta beendet Desinfo-Kampagnen aus Russland und China: Laut Meta handelt es sich bei der versuchten russischen Einflussnahme um die größte und komplexeste Desinformationsoperation seit Kriegsbeginn (Facebook Newsroom). Die chinesische Kampagne sei die erste, die direkt auf die US-Midterms abzielte. Auch deutsche Medien waren von der versuchten Einflussnahme betroffen (SZ, T-Online)
  • Apple nimmt VKontakte aus dem App Store: Die App VKontakte, das größte soziale Netzwerk Russlands, kann über Apples App Store nicht mehr heruntergeladen werden (The Verge). Hintergrund sind offenbar Sanktionen Großbritanniens gegen Russland. Auch das zu VKontakte zugehörige mail.ru, Russlands größter E-Mail-Anbieter, sowie VK Music sind nicht mehr verfügbar.
  • Vietnam plant Limitierung von News-Post in sozialen Medien: Vietnam gehört bereits zu den restriktivsten Ländern in Sachen Internet-Freiheit. Die NGO Freedom House gibt dem Land beim „Internet Freedom Score“ gerade einmal lausige 22 von 100 möglichen Punkten. Damit landet Vietnam hinter Ländern wie Russland (30/100) und Saudi Arabien (24/100). Jetzt möchte das Land allerdings noch einen Gang hochschalten und reglementieren, wer News in sozialen Medien teilen darf (Reuters). Angeblich im Kampf gegen Desinformationen. Aber was Desinformationen sind, liegt ja häufig im Auge des Regimes…

Content Moderation

  • TikTok veröffentlicht Community Guidelines Enforcement Report: Allein zwischen April und Juni hat TikTok 113 Millionen Videos von der Plattform genommen (TikTok Newsroom). Das sind 11 Prozent mehr als im Quartal davor. Am häufigsten ging es dabei um Material, das für junge Menschen unangebracht erschien. Bei 44 Prozent aller gelöschten Videos handelte es sich um TikToks „violating policies around minor safety“. Fair enough. Allerdings…
  • TikTok zeigt Minderjährigen Werbung für Abnehmprodukte: Allerdings zeigt der Enforcement Report nicht, wie viele Videos immer noch durchrutschen. So berichtet der Guardian von Kurzvideos, in denen für Medikamente geworben wird, die nicht nur gegen Migräne und Epilepsie helfen, sondern beim Abnehmen wahre Wunder vollbringen sollen. Welche Rolle soziale Medien mit Blick auf die geistige Gesundheit bei Kids spielen können, hatten wir ja mit Blick auf Instagram vor gar nicht all zu langer Zeit ausführlich diskutiert: Instagram, Teenager und mentale Gesundheit: Es bleibt kompliziert (Briefing #764). Jetzt also TikTok.
  • Tumblr führt neue Community Labels ein: Erinnert sich noch jemand an Tumblr oder bin ich (Martin) der einzige, der dort immer noch abhängt?! Jedenfalls gibt es bei der einst ziemlich stilprägenden Plattform Neuigkeiten, die das Nutzungserlebnis verändern könnten: Die von WordPress-Gründer Matt Mullenweg aufgekaufte App führt neue Community Labels ein, um Inhalte besser zu kennzeichnen (Tumblr Blog). Konkret geht es darum, Inhalte mit einem Label zu versehen, die nur für Erwachsene gedacht sind. Mmmh, mal schauen, in welche Richtung sich das entwickelt.

Creator Economy

  • Facebook testet Subscriber-Only-Posts mit einem festgelegten Zeitraum (Twitter / Jonah Manzano). So ließen sich Posts zunächst einmal nur für zahlende Abonnentïnnen veröffentlichen – early access quasi.
  • Creator-Endorsement bei Facebook: Substack zeigt gerade recht eindrucksvoll wie hilfreich eine Funktion sein kann, über die sich Creator gegenseitig empfehlen können. Facebook hat da offenbar gut aufgepasst und führt nun ein ganz ähnliches Feature für Pages ein (Twitter / Meta for Creators).
  • Weniger Geld für Creator bei Twitch: Während YouTube das Portemonnaie öffnet und Werbeeinnahmen künftig auch mit Shorts-Creatorn teilt, reduziert die Livestreaming-App Twitch den Anteil, den Creator auf der Plattform über Abos verdienen können, …

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