Preisgekrönter Indie-Newsletter zu Social Media

Europa nimmt die Regulierung in die eigenen Hände | Creator klagen über maue Einnahmen bei TikTok | 3 LinkedIn-Hacks | Instagram gibt alles zum Remixen frei

Salut und herzlich willkommen zur 772. Ausgabe des Social Media Briefings. Heute schauen wir uns an, wie Europa die Regulierung der Internetkonzerne vorantreibt. Darüber hinaus lernen wir, dass TikTok zwar eine Menge Umsatz macht, Creator daran aber nur ziemlich mau beteiligt. Last but not least haben wir 3 LinkedIn-Hacks und 15 neue Features bei den Plattformen im Gepäck. Wir wünschen eine gewinnbringende Lektüre und bedanken uns für das Interesse an unserem Newsletter! Merci, Simon und Martin

Europa nimmt die Regulierung in die eigenen Hände

Was ist

Vergangene Woche hat das Europaparlament seine Position zum Digital Services Act (DSA) beschlossen. Das Gesetz soll die Grundrechte und das Mitspracherecht der Nutzerïnnen im Netz stärken, Online-Plattformen transparenter machen und strengere Regeln für den Umgang mit illegalen Inhalten festschreiben.

Warum das wichtig ist

Das Gesetzespaket aus DSA und Digital Markets Act (DMA), der fairen Wettbewerb zwischen Konzernen und Start-ups garantieren soll, könnte das wichtigste Regulierungsvorhaben der jüngeren Internetgeschichte werden. Es wird die Machtverhältnisse im Netz nicht auf den Kopf stellen, dürfte aber größere Auswirkungen haben als etwa DSGVO und EU-Urheberrechtsreform.

Damit entwickelt sich Europa zunehmend zur treibenden Kraft der digitalen Regulierung. In den USA gibt es zwar mehrere Gesetzesentwürfe (Axios), die Teilaspekte des DSA abdecken und ähnliche Maßnahmen vorsehen. Doch angesichts der teils diametral entgegengesetzten Positionen von Demokraten und Republikanern ist es unklar, ob und wann diese Vorhaben umgesetzt werden – und was dann noch davon übrig ist.

Warum Vorsicht geboten ist

Bislang gibt es keine finale Verfassung, sondern unterschiedliche Entwürfe des EU-Parlaments, der Kommission und des Rats. Noch kurz vor der Abstimmung des Parlaments wurden wichtige Passagen geändert, etwa bei der Online-Werbung und den Regeln für Porno-Portale.

So wird es auch weitergehen: Branchenverbände, Unternehmen und Lobby-Organisationen werden versuchen, Einfluss auf die Gesetzgebung zu nehmen. Seit die EU-Kommission Ende 2020 ihren Entwurf vorstellte, gab es mehr als 600 Treffen mit Lobbyistïnnen, zuvorderst Google (23),…

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