Monat: Januar 2022

Bleibt Signal die WhatsApp-Alternative der Wahl? Instagram testet vertikales Scrolling | Baby Shark Doo doo, doo doo doo doo knackt als erstes 10 Milliarden Views bei YouTube

Moxie tritt ab: Bleibt Signal die WhatsApp-Alternative der Wahl?

Was ist

In den vergangenen Tagen sind rundum Signal drei Dinge passiert, die schon für sich genommen berichtenswert sind. In der Kombination ergibt das eine interessante bis explosive Gemengelage:

  1. Signal führt weltweit eine Möglichkeit ein, mit einer Kryptowährung zu bezahlen.
  2. Signal-Gründer Moxie Marlinspike veröffentlicht eine fulminante und viel beachtete Abrechnung mit dem web3 (read: Metaverse & Co).
  3. Marlinspike tritt als CEO von Signal zurück.

Wir arbeiten uns chronologisch vor, fokussieren uns aber auf Signal selbst. Der Glaubenskrieg um Krypto und web3 ist spannend und bei anderer Gelegenheit ein separates Briefing wert. Zum Schluss sammeln wir einige Fragen, die entscheidend für Signals Zukunft werden.

Eines vorab: Nach allem, was wir bislang gehört haben, steht Marlinspikes Rücktritt nicht im Zusammenhang mit den anderen Ereignissen.

1. Die Kontroverse um MobileCoin

  • Signal-Nutzerïnnen sehen in den Einstellungen der App eine neue Funktion: "Payments" steht dort jetzt – und das löst große Kontroversen aus.
  • Seit November wird die Funktion weltweit ausgerollt (bei uns tauchte sie Mitte Dezember auf), zuvor war sie in Großbritannien getestet worden (Signal-Blog).
  • Grundlage für die Zahlungen bildet die Kryptowährung MobileCoin, die auf der Stellar-Blockchain und dem Monero-Protokoll beruht. Den Gedanken hinter MobileCoin fasste Wired 2017 so zusammen: "The idea of MobileCoin is to build a system that hides everything from everyone."
  • MobileCoin und Signal sind eng verbandelt: Marlinspike beriet das Gründungsteam von MobileCoin und half auch selbst beim Coden.
  • Die Kombination aus Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und anonymen Zahlungen birgt großes Missbrauchspotenzial. Das könnte Kriminelle anziehen und ermöglicht Geldwäsche.
  • Ein weiterer Kritikpunkt: Die Implementierungen einer Kryptowährung könnte der Kernfunktion der App – sicheres Chatten – schaden, weil der Programmcode komplexer wird und womöglich die Stabilität leidet (die bei Signal lange Zeit ein Problem war, mittlerweile aber viel besser geworden ist).
  • Deshalb ist die Einführung auch intern heftig umstritten (Platformer). Ein Teil der Angestellten sieht die Entscheidung kritisch.
  • Signal könnte auch die Aufmerksamkeit von Behörden auf sich ziehen. Sobald Finanzprodukte ins Spiel kommen, sind Regulierer auf Zack. Das musste schon Meta erfahren, dessen mehrfach umbenannte und neu positionierte Kryptowährung (aktuell heißt die Währung Diem und das Wallet Novi) nicht vom Fleck kommt.
  • Kryptografen und IT-Sicherheitsexperten sind skeptisch: "I think this is an incredibly bad idea", schreibt etwa Bruce Schneier.
  • Alex Stamos warnt (Twitter): "I think Signal is underestimating the legal attack surface they are opening up here." Nicholas Weaver sieht es ähnlich (Twitter).

Unsere Einschätzung

  • Die Bedenken sind valide. Wir können weder die regulatorische Gefahr noch die Anziehungskraft für Kriminelle gut beurteilen. Doch allein die Tatsache, dass etliche renommierte Expertïnnen (die Signal sonst selbst empfehlen) die Integration von MobileCoin für eine schlechte Idee halten, sollte Signal nachdenklich machen.
  • Allerdings ist der Ansatz, anonym und dezentral zu bezahlen, nicht per se eine schlechte Idee.
  • Wir halten die meisten aktuellen Kryptowährungen wie Bitcoin für ein Spekulationsobjekt, mit dem wenige Menschen sehr reich werden. Blockchains, die auf der Proof-of-Work-Methode beruhen, lehnen wir wegen des Ressourcenverbrauchs und der potenziell katastrophalen Auswirkungen auf das Klima ab. MobileCoin ist in dieser Hinsicht aber weniger schädlich (MobileCoin-Blog) als etwa Bitcoin.
  • Bevor wir das Wagnis abschließend beurteilen, müssen wir noch mehr über MobileCoin und die technische Integration lernen. Wir können zumindest verstehen, warum Marlinspike eine anonyme Zahlungsmöglichkeit integrieren möchte. Die Vision, die er vergangenes Jahr beschrieb (Wired), klingt in der Theorie verlockend:

I would like to get to a world where not only can you feel a sense of privacy when you talk to your therapist over Signal, but also when you pay your therapist for the session over Signal.

2. Die Abrechnung mit dem web3

  • Kurz nachdem die MobileCoin die erste Aufregung ausgelöst hatte, trat Marlinspike die zweite Kontroverse los: "My first impressions of web3" steht über dem langen Blogpost, der viele Emotionen auslöste – emphatische Zustimmung und heftige Ablehnung.
  • Wir gehen an dieser Stelle nur am Rande auf den Inhalt ein, weil das ein zu großes Fass aufmacht. Mit dem web3 werden wir uns bei anderer Gelegenheit ausführlicher beschäftigen.
  • Sehr grob zusammengefasst könnte man sagen: Marlinspike hält nichts vom aktuellen web3, weil es seiner Meinung nach eben nicht dezentral (Ed Zitron) und vertrauenswürdig ist, sondern stark von einigen wenigen Gatekeepern abhängt.
  • Unserer Meinung nach nennt er dafür gute Gründe (Bloomberg) und führt die Absurdität von NFTs sowie der Auktionsplattformen Rarible und OpenSea vor Augen, indem er selbst ein einmaliges digitales "Kunstwerk" erschafft, das sich im Wallet der Käuferïnnen in ein unappetitliches Emoji verwandelt: :shit:

Unsere Einschätzung

  • Im Zusammenhang mit Signal ist in erster Linie der scheinbare Widerspruch spannend: Wie kann Signal gleichzeitig eine Kryptowährung integrieren, während der Gründer eine Vision niederschreibt, die vielen Krypto-Apolegeten gerade als beste Erfindung seit dem Internet gilt?
  • Für uns zeigt das: Wenn es um Kryptowährungen, Blockchains, Dezentralisierung und web3 geht, muss man differenzieren. Obwohl diese Dinge zusammenhängen, gibt es sinnvolle Entwicklungen und großen Unsinn.
  • Marlinspike will Macht neu verteilen, Technologie dezentralisieren und große Gatekeeper aushebeln. Dafür braucht es kein web3. Casey Newton drückt es so aus (Platformer):

To me, it’s an important reminder of the scope of blockchain-based technologies, which now span a wide and growing number of uses. It doesn’t strike me as strange that a person might see value in anonymous digital cash, while also doubting that the entire internet needs to rebuilt on a series of decentralized nodes.

3. Der Rücktritt von Marlinspike

  • Drei Tage nach dem Eintrag auf seinem privaten Blog lässt Marlinspike eine Notiz in Signals Firmenblog folgen – deutlich kürzer, aber mindestens genauso aufsehenerregend: "New year, new CEO"
  • Marlinspike tritt mit sofortiger Wirkung von seinem Posten zurück, den er seit der Gründung 2013 innehatte. Zu Beginn beschreibt er, wie sein Job lange Zeit aussah:

I was writing all the Android code, was writing all of the server code, was the only person on call for the service, was facilitating all product development, and was managing everyone. I couldn’t ever leave cell service, had to take my laptop with me everywhere in case of emergencies, and occasionally found myself sitting alone on the sidewalk in the rain late at night trying to diagnose a service degradation.

  • Das klingt anstrengend und – wir sprechen da aus eigener Erfahrung – nicht besonders nachhaltig. In den vergangenen Jahren versuchte Marlinspike, Signal unabhängiger von ihm als Person zu machen und auf eigene Füße zu stellen. Das sei nun gelungen:

Signal is now an amazing group of 30 people: a mix of wonderful engineers, super talented designers, gifted and unflappable support staff, and a very accomplished and committed leadership team. I rarely write code anymore, and if I do it’s in a minor role (…). Most importantly, the values and the mission that Signal was built on are embedded in the whole of the organization, and everyone involved is here to honor them and see them through.

  • Deshalb sei jetzt die Zeit gekommen, in die zweite Reihe zurückzutreten. Marlinspike bleibt aber im Aufsichtsrats der Signal-Stiftung, und er will sich um die Suche nach einem Nachfolger kümmern. Dazu habe er in den vergangenen Monaten bereits mit Kandidatïnnen gesprochen. Der Abschied scheint also bereits länger geplant zu sein.
  • Als Interimschef übernimmt WhatsApp Mitgründer Brian Acton, der mehr als 100 Millionen Euro seines beträchtlichen Vermögens aus dem Verkauf von WhatsApp in Signal steckte. Bislang stand er dem Aufsichtsrat der Stiftung vor.

Unsere Einschätzung

  • Moxie Marlinspike ist einzigartig und nicht zu ersetzen. Er gilt als einer der besten Kryptografen der Welt und entwickelte das Verschlüsselungsprotokoll von Signal, das WhatsApp 2016 implementierte und jetzt die Kommunikation von Milliarden Menschen vor Kriminellen und Geheimdiensten (und Meta) schützt.
  • Vor allem aber ist Marlinspike ein faszinierender Charakter: ein Anarchist mit Dreadlocks, der jahrelang mit Freundïnnen durch die USA reiste, mit einem selbst renovierten Segelboot durchs Meer schippert und sich drastisch von den meisten Tech-Gründern unterscheidet.
  • Marlinspike ist überzeugt, dass Menschen ein Recht auf Privatsphäre haben, und auch über sich selbst verrät er nur wenig – nicht mal seinen bürgerlichen Namen. Wer der Person Moxie näherkommen will, sollte die beiden guten Porträts von Andy Greenberg (Wired, 2016) und Anna Wiener (New Yorker, 2020) lesen.
  • In einem Video, das er selbst aufnahm, sagte er: "Meine größte Angst ist Routine." Bevor er Signal gründete, wechselte er seine Jobs in schneller Abfolge. Fast zehn Jahre sind eine lange Zeit.
  • Vielleicht steckt wirklich nicht mehr dahinter: Aus dem Umfeld von Signal heißt es, dass Marlinspikes öffentliche Begründung glaubwürdig sei. Das sagen zumindest zwei Menschen, die ihn seit Jahren kennen.
  • Das können wir von außen nicht beurteilen. Bislang haben weder er noch Signal sich dazu geäußert, die einzige Quelle ist der Blogeintrag. Deshalb beschränken wir uns für den Moment darauf, einige Fragen zu stellen, die für Signals Zukunft entscheidend werden sein.

Wie lange bleibt Acton?

  • Angeblich ist der WhatsApp-Gründer nur eine Übergangslösung. Im Laufe des vergangenen Jahres nahm er aber eine immer größere Rolle bei Signal ein und schrieb auch selbst Code. Für einen Aufsichtsrat ist das ungewöhnlich.
  • Glaubt man Moxie, soll jemand anderes folgen. Wir können uns aber auch vorstellen, dass der Interimschef zum Chef wird.
  • Acton hat sich zu einem lautstarken Facebook-Kritiker entwickelt und versteht seine Unterstützung für Signal als eine Art Bitte um Vergebung für den Verkauf. Wir wissen aber nicht, wofür er inhaltlich steht und welche Vision er für Signal hat.

In welche Richtung entwickelt sich Signal?

  • Signal hat in den vergangenen Jahren viele Puristen verärgert: Emojis, Sticker, Gifs, Videotelefonat – wofür soll das gut sein, das blähe die App nur auf, solchen Schnickschnack brauche doch niemand, argumentieren Kritikerïnnen.
  • Das Gegenargument hat aber Gewicht: Wenn Signal daran gelegen ist, dass möglichst viele Menschen privat und verschlüsselt chatten, dann muss es attraktiv für normale Nutzerïnnen sein, die sonst WhatsApp oder Telegram verwenden. Dafür braucht es solche Extras.
  • Mit MobileCoin kommt nun aber eine deutlich kontroversere Funktion dazu. Das könnte die Gefahr bergen, aus den Augen zu verlieren, was Signal ursprünglich so erfolgreich gemacht hat: eine sichere, schlanke, schnörkellose und weitgehend stabile App.

Wie verdient Signal Geld?

  • Mit 100 Millionen von Acton und weiteren Spenden kommt man weit, aber ein Geschäftsmodell ist das nicht. WhatsApp wird von Meta mitfinanziert (und liefert im Gegenzug Daten), Signal muss sich etwas anderes überlegen.
  • Wenn Signal langfristig unabhängig und erfolgreich sein will, wird es zusätzliche Einnahmequellen brauchen. Mittlerweile gibt es eine Spendenfunktion auf freiwilliger Basis in der App, die mit kleinen Goodies lockt. Wir haben aber Zweifel, ob das dauerhaft reicht.
  • Werbung? Kommt sicher nicht infrage. Daten erheben und zu Geld machen? No way. Mitverdienen an Zahlungen über MobileCoin? Schon eher. Warten wir mal ab, was da noch kommt.

Bleibt Signal eine gute WhatsApp-Alternative?

  • Wir haben Signal in diesem Newsletter immer wieder empfohlen – und wir bleiben auch dabei.
  • Das Tolle an guter Kryptografie: Man muss niemandem vertrauen, weil niemand die Technik missbrauchen kann. E2EE schützt Nutzerïnnen auch vor dem Betreiber. Marlinspike hat in den vergangenen Jahr alles dafür getan, dass Signal auch ohne ihn gedeihen kann.
  • Im Gegensatz zu WhatsApp sammelt Signal kaum Metadaten, hat keinen datenhungrigen Konzern im Rücken und teilt auch keine Informationen mit Behörden und Geheimdiensten.
  • Threema ist genauso empfehlenswert und funktioniert im Gegensatz zu Signal auch ohne Telefonnummer. Zumindest in unserem Freundes- und Bekanntenkreis ist Threema aber weniger verbreitet. Diese beiden Apps bleiben für uns die besten WhatsApp-Alternativen.

Social Media & Politik

  • US-Richter lässt Klage gegen Facebook zu: Jetzt also doch! Nachdem die erste Klage der FTC noch als nicht plausibel genug abgewiesen wurde, hat ein US-Richter jetzt die Neuauflage der FTC-Klage zugelassen (Tagesschau). Nun kann also tatsächlich darüber verhandelt werden, ob die Übernahmen von Instagram und WhatsApp durch Meta rechtens waren und ob Meta nicht vielleicht zerschlagen werden müsste.
  • Google, Facebook, Twitter und Reddit vorgeladen: Um herauszufinden, welche Rolle die Plattformen bei den Angriffen auf das Kapitol im Januar 2021 spielten, wurden die Unternehmen nun offiziell vorgeladen (CNBC). Von sich aus hätten sie einfach nicht angemessen reagiert. Journalisten kennen das.
  • "TLDR-Gesetz“: In den USA soll ein Gesetz erlassen werden (The Washington Post), um Technologieunternehmen zu zwingen, kürzere Zusammenfassungen ihrer Nutzungsbedingungen zu veröffentlichen. Lol. Dass es der Term „tl;dr“ (too long, did not read) mal in einen Gesetzgebungsprozess schaffen würde, hätten wir auch nicht geglaubt.

Kampf gegen Desinformation & Hass

  • Factchecker vs. YouTube: Mehr als 80 professionelle Faktencheck-Organisationen aus über 40 Ländern haben einen Brief an die Chefin von YouTube, Susan Wojcicki, geschickt. Der Vorwurf: YouTube unternehme zu wenig im Kampf gegen Impf-Desinfo. Auch Correctiv hat den Brief unterzeichnet. Kollege Stefan Fries hat mit David Schraven über die Forderungen im Deutschlandfunk gesprochen (mp3).
  • Weniger Hass auf Twitter: Einer Studie zufolge gibt es seit dem NetzDG weniger Hass auf Twitter. Wir hatten noch keine Gelegenheit, uns selbst mit der Studie ausführlicher zu beschäftigen, vertrauen aber der Berichterstattung von den Kollegïnnen von netzpolitik.
  • Telegram blockiert Inhalte der Verschwörungsszene: Ebenfalls bei netzpolitik gibt es einen Hinweis darauf, dass Telegram tatsächlich einzelne Inhalte der Verschwörungsszene von der Plattform löscht. Interessant! Allerdings auch höchste Zeit und vor allem auch eine Konsequenz aus der Studie, die wir oben verlinken: Weniger Hass auf Twitter bedeutet eben auch mehr Hass auf anderen Kanälen. Irgendwo muss der Wahnsinn ja hin…

Zahl der Woche

  • Instagram Top-App (weltweit) im 4. Quartal 2021: Instagram hat es tatsächlich geschafft, TikTok vom Thron zu schubsen, was die weltweiten Download-Zahlen im 4. Quartal 2021 (TechCrunch) angeht. Nachdem TikTok den ersten Platz für fast zwei Jahre beanspruchte, ist Instagram nun wieder der Sprung an die Spitze gelungen. Am meisten profitiert Insta dabei vom TikTok-Verbot in Indien.


Lesetipp fürs Wochenende

  • 5 Levels of Hype: Der geschätzte Kollege Johannes Klingebiel beschäftigt sich auf seinem Blog mit den 5 Levels of Hype. Für alle, die sich mit Trends und Hypes auseinandersetzen müssen / dürfen / können / sollen / möchten, eine tolle Lektüre. Freundlicherweise hat Johannes seine Analyse auch in ein Chart gepackt, das hier heruntergeladen werden kann – als PDF und als JPG.

Schon einmal im Briefing davon gehört

  • Baby Shark Doo doo, doo doo doo doo ist das erste YouTube-Video, das die Marke von 10 Milliarden Views (The Verge) geknackt hat. Und jetzt sag bitte bloß nicht, es lag nicht an euch! Mama Shark……

Neue Features und Tests bei den Plattformen

Instagram

  • Vertikales Scrollen: Instagram-User in Brasilien und in der Türkei berichten, dass sie sich derzeit TikTok-mäßig durch ihre Stories bei Instagram von oben nach unten swipen können (9to5mac). Innerhalb der Stories selbst müssen sie dann wieder wie gewohnt von Links nach Rechts tappen. Alles nur ein Test. Aber wir wissen ja, wie es läuft…

Meta

Twitter


One more thing

Ein paar Anmerkungen zur gestrigen Lecture: Zunächst einmal möchte ich mich dafür bedanken, dass insgesamt 165 Kollegïnnen bei der Lecture dabei waren! Das ist ein wirklich tolles Ergebnis – wir sind sehr stolz, dass sich so viele für unser Angebot interessieren! Leider hatte ich (Martin) das Event als Webinar anstelle eines großen Meetings angelegt. Das hat der Veranstaltung leider etwas den Charme eines netten Leserïnnen-Treffens genommen. Bei den kommenden Lectures werde ich das wieder anders handhaben – es ist einfach schöner, wenn ein Gefühl der Gemeinschaft entstehen kann, denn das ist – neben den Learnings – ja auch ein Ziel der Lectures. Last but not least möchten wir Dirk für seine fulminante Präsentation danken: ein wirklich großartiger Auftakt – uns hat ganz schön der Kopf geraucht am Ende! So viele Insights! Vielen Dank an alle Beteiligten!


Header-Foto von Casey Horner


(Social) Media Trends 2022: Sieben Blicke in die Glaskugel

(Social) Media in 2022: Sieben Blicke in die Glaskugel

Was ist

Es ist 2022. Das hast du, knapp zwei Wochen nach Neujahr, vermutlich schon gehört. Doch ein (nicht mehr ganz) neues Jahr ist immer auch Gelegenheit für Prognosen. Bislang haben wir uns um darum gedrückt: Wir sind keine großen Fans des obligatorischen Jahresausblicks zum Jahresausklang.

Oft sind die Prognosen schlicht langweilig (2022 setzt sich fort, was 2021 begonnen hat; irgendwas mit Krypto und NFTs wird wichtig). Manchmal liegen sie komplett daneben (OMR über Scott Galloway: Den König der Predictions). Und wüssten wir wirklich Bescheid, dann schrieben wir wohl nicht diesen Newsletter, sondern chillten gerade in Südfrankreich – schließlich hätten wir frühzeitig in das nächste große Ding investiert, das keiner auf dem Schirm hatte. Anders ausgedrückt: Die richtig spannenden Entwicklungen sagt ohnehin kaum jemand voraus.

Das gilt vor allem für Social Media und neue Plattformen: TikTok hat niemand kommen sehen, plötzlich war es riesig. Anfang des Jahres schwappte kurzzeitig der Clubhouse-Hype durchs Netz, einen Monat später war nichts mehr davon übrig. Dass Instagram verstärkt auf Video setzt, alle TikTok kopieren, die Plattformen um Creator kämpfen und Messenger immer wichtiger werden, schreiben wir in jedem dritten Briefing. Das sparen wir uns lieber.

In den vergangenen Wochen haben wir aber so viele Vorhersagen und Trendreports gelesen, dass wir doch noch einen Blick auf einige Trends werfen, die das Jahr 2022 bestimmen könnten. Allerdings riskieren wir dabei nicht, uns zu blamieren (noch interessanter als die Vorhersage ist ja die Abrechnung ein Jahr später (Indiskretion Ehrensache) – und die zeugt oft von einer trüben Glaskugel. Stattdessen überlassen wir klugen Menschen das Wort, die sich als Orakel versuchen – Analysten, Journalistïnnen und Wissenschaftlern, die sich Gedanken machen über Medien, Social Media und Tech.

Konrad Weber: Diese 8 Trends werden wichtig

  • Unsere erste Leseempfehlung ist ein Jahresausblick, für den Konrad Weber rund 20 Jahresausblicke und Trend-Reports analysiert und miteinander verglichen hat, um daraus acht große Meta-Trends abzuleiten.
  • Wir legen dir seine Zusammenfassung nicht (nur) deshalb ans Herz, weil er vor neun Jahren das Watchblog mit gründete – sondern weil es ihm gelingt, kompakt und fundiert das Wichtigste zu destillieren.
  • Die Vorhersagen betreffen eher klassische Medien und Journalismus als Social Media. Es geht etwa um Paid-Content-Modelle (Paywalls allein sind für viele keine Lösung), Kuration ("Cover what you do best. Link to the rest") und Führungskultur (die Medienbranche hat viel nachzuholen).
  • Allein für die vielen Quellen und Links zu weiterführenden Reports lohnt sich ein Bookmark.

Casey Newton: 22 predictions for the consumer internet in 2022

  • Die Liste von Casey Newton ist fast einen Monat alt, aber immer noch aktuell. Die Zahl 22 ist geschummelt, denn das schließt sieben Halbsätze (etwa "Clubhouse founders cash out and sell to an Indian company" oder "Frances Haugen gets a TV show") und die Vorhersagen seiner Leserïnnen mit ein, die ebenfalls nicht allzu sehr in die Tiefe gehen.
  • Newton selbst beschränkt sich auf fünf Stück, die sind aber fundiert:
  1. Europe cements its position as the most important tech regulator in the world
  2. Authoritarian shakedowns of platforms and their employees will accelerate
  3. Drama Twitter is back
  4. The best thing you’ll be able to say about the metaverse is that it’s still under construction
  5. Pro- and anti-crypto factions harden into place, setting up a long-term religious war over the potential and perils of the blockchain

Reuters Institute: Journalism, media, and technology trends and predictions 2022

  • Jetzt wagen wir doch eine Prognose: Die Vorhersagen des Reuters Institute der Universität Oxford werden sich in einem Jahr als weitgehend zutreffend erweisen. Zugegeben: Das ist keine besonders gewagte Prophezeiung. In keinem anderen Trend-Report dürften so viel wissenschaftliche Arbeit und Recherche stecken.
  • Nic Newman und Kollegïnnen haben 246 Führungspersönlichkeiten und Expertïnnen aus 52 Ländern befragt. Das Themenspektrum reicht von Medien bis zum Metaverse, der Fokus liegt aber immer auf der Auswirkung auf Verlage und Journalismus.
  • Ähnlich wie den jährlichen Digital News Reports des Reuters Institute empfinden wir den Überblick als bereichernd, weil er internationale Perspektiven (allerdings überwiegend aus der westlichen Welt) agiler Start-ups und großer Medienorganisationen abbildet. Oft kommen wichtige Trends erst mit einiger Verspätung in Deutschland an, deshalb sind solche Blicke über den Tellerrand wichtig.
  • Der Report ist sehr lang, enthält aber eine übersichtliche Zusammenfassung am Anfang. Einige Nuggets als Teaser: 79 Prozent der Befragten halten Abos und Mitgliedermodelle für wichtiger als Werbefinanzierung. Gleichzeitig fürchtet fast die Hälfte, dass Journalismus dann nur noch wohlhabende, ohnehin gebildete Schichten erreicht, die sich es leisten können, dafür zu zahlen.
  • Rund ein Drittel setzt darauf, dass 2022 die Tech-Konzerne den Journalismus mitfinanzieren – mehr oder weniger freiwillig in Form von Lizenzverträgen für Inhalte auf Grundlage des Leistungsschutzrechts. Passenderweise hat sich Google am Dienstag mit weiteren deutschen Verlagen geeinigt (Google-Blog), Facebook dagegen lehnt eine Forderung von Corint Media ab (Golem).
  • 2022 scheint in der Medienbranche eher ein Jahr der Iteration als der Innovation zu werden: Zwei Drittel wollen lieber bestehende Produkte weiterentwickeln und agiler gestalten, als neue Projekte zu starten. Der Fokus liegt dabei auf Podcasts und Audio (80%) sowie Newslettern (70%). In AR- und VR-Anwendungen für das Metaverse möchte dagegen nur acht Prozent investieren. Das klingt … sinnvoll.
  • Für eine andere Technologie interessieren sich dagegen sehr viele der befragten Medienmanagerïnnen: Ein Großteil hält AI für wichtig, etwa um das Angebot für Leserïnnen zu personalisieren, den Newsroom zu automatisieren oder neue Abonnentïnnen zu gewinnen.
  • Die Entwicklung, die thematisch wohl am besten zu diesem Newsletter passt: Die meisten Verlage wollen in diesem Jahr weniger Ressourcen in Facebook und Twitter investieren. An deren Stelle treten Instagram, TikTok und YouTube.
  • Einerseits ist das nachvollziehbar: Junge Menschen sind auch für Medien wichtig, und die findet man eben kaum noch bei Facebook. Andererseits hat Johannes Klingebiel einen Punkt, wenn er anmerkt (Twitter):

"Journalism has an unhealthy obsession (imported from marketing folks?) with younger people. For most a focus on Facebook will still make way more sense than sinking time and resources into TikTok."

  • Was Reichweite und Klicks angeht, ist Facebook für die meisten Verlage immer noch die mit Abstand wichtigste Plattform. Gute Inhalte für YouTube zu produzieren, ist aufwendig und teuer. Instagram und TikTok sind geschlossene Ökosysteme, wichtig zur Markenbildung, aber schwer zu monetarisieren.
  • Öffentlich-rechtliche Medien können es sich leisten, diese Plattformen mit hochwertig produzierten Inhalten zu fluten. Private Verlage sind aber darauf angewiesen, dass Menschen ihre Angebote besuchen und dort Werbung anschauen oder Abos abschließen. Deshalb dürften sie auch 2022 nicht an Facebook vorbeikommen.
  • Zuletzt noch eine Ankündigung, die manche wohl als Drohung und andere als Verheißung empfinden:

At the same time many news organisations will be tightening their rules on how journalists should behave on social media. In our survey most editors and managers feel that journalists should stick to reporting the news on Twitter and Facebook this year and worry that expressing more personal views could undermine trust.

Benedict Evans: Tech questions for 2022

  • Keine Prognosen, aber Fragen: Die stellt sich einer der bekanntesten Tech-Analysten für das kommende Jahr. Was Benedict Evans zu den Themen Crypto, AR/VR/Metaverse und Videospielen schreibt, kommt uns relativ bekannt vor. Seine Gedanken zu Regulierung sind aber wirklich spannend.
  • Vor allem mit Blick auf die EU könnte 2022 ein Jahr werden, in dem einschneidende Gesetze verabschiedet werden. Das Paket aus DSA und DMA habe das Potenzial, hoffen viele, die scheinbar zementierten Machtverhältnissen im Netz neu auszubalancieren. Evans dämpft die Erwartungen und macht eine wichtige Anmerkung:

It’s not clear how much regulation changes for how much of the tech industry. Much of what’s proposed is essentially a cost of doing business that lowers margins but also raises barriers to entry. Some narrow decisions might limit or close down entire business models (labour laws versus local delivery or Uber, say). But what more general structural changes might happen? Search, social and operating systems are natural monopolies, and you can’t really break up a natural monopoly, only regulate it. Even if Instagram was a separate company, it wouldn’t be any easier to compete with.

  • Das ist natürlich kein Argument gegen Regulierung, aber vermutlich wird es länger dauern, bis die Auswirkungen bei Nutzerïnnen ankommen. Und wenn, dann sind es nicht immer Veränderungen, die Jubel auslösen (hallo, Cookie-Banner – danke, DSGVO).
  • Auch über Werbung und Privatsphäre schreibt Evans und stellt grundsätzliche Fragen, ohne Antworten zu geben – was aber gar nichts macht, weil die Fragen zum Nachdenken anregen:

There’s an old principle that a computer should never ask a question if it should be able to work out the answer, and the more that computers become invisible parts of our lives the more that they ‘should’ be able to work out. If I ask my Apple Glasses "I met someone from Disney last week, wearing a red shirt – what was his name?" what privacy issues arise? And when does the competition regulator force Apple to give competitors API access to that? If I use a new social network that uses a public blockchain as its source of record, what data is private and what does that mean? We live in an ever-expanding automated panopticon, and privacy questions that were always theoretical, and only worked at a small scale, now become practical at a global scale. We are trying to work out what that means, and how we change it.

Gregor Schmalzried: Sieben Tech-Vorhersagen für das Jahr 2022

  • BR-Journalist Gregor Schmalzried schreibt den schönen Newsletter "Cool genug", der sich mit Netzkultur beschäftigt. In dieser Ausgabe gibt er sieben Prognosen, die er mit ausgesprochen vielversprechenden Worten einleitet:

Ich liebe Predictions. Am besten möglichst genau und falsifizierbar. "Was für Trends siehst du im nächsten Jahr auf uns zukommen?" ist in der deutschen Medienlandschaft zu einer beliebten Abschlussfrage für Podcastgäste geworden — das finde ich zwar super, noch besser wäre es aber, sie an den Anfang zu packen. Dann wüsste man direkt, ob der Rest des Gesprächs unterhaltsam wird oder vorhersehbar. For the record: Eine schlechte Antwort ist "Nun, wir sehen ja jetzt schon den Trend zu neue Technologie, aber ich glaube, auch alte Technologie wird nächstes Jahr noch eine Rolle spielen." Eine gute Antwort ist "a Bored Ape runs for Congress"

  • Also kein Rumgeeiere, es muss bitteschön konkret sein. Das Coole: Gregor hält sich daran. Es folgen tatsächlich sieben wunderbar präzise Vorhersagen:
  1. Ein größeres Unternehmen wird mit NFTs arbeiten und sich dafür umbenennen
  2. Die digitale Infrastruktur der Verschwörungsecke bekommt ein Upgrade
  3. "FUD" wird ein neues Jugendwort
  4. Meta lässt Facebook fallen
  5. Eine fiktionale TikTok-Serie macht Welle
  6. Ethereum wird größer als Bitcoin
  7. Macht euch bereit für die Ethik-Diskurse der virtuellen Realität

Fast Company: The 7 most overhyped trends of 2022

  • Nach Gregors sieben Vorhersagen zur Abwechslung mal sieben Anti-Prognosen: Sieben Gründerïnnen und Managerïnnen aus der Design- und Tech-Branche sagen voraus, welche Hoffnungen sich 2022 eben nicht erfüllen werden.
  • Ein Teil der Hype-Warnungen sind erwartbar: Metaverse, NFTs, Virtual Reality. Diese Technologien polarisieren, und auf jeden Fan kommt ein Hater. Ganz gleich, wie man dazu steht, ist es sinnvoll, noch mal kurz und kompakt Gegenargumente geliefert zu bekommen.
  • Überraschender kommt da schon der Abgesang auf den derzeitigen Umgang mit Home-Office und hybrides Arbeiten – allerdings mit guten Argumenten:

It’s not that I don’t believe in the importance and relevance of getting remote and hybrid work "right" in a world grappling with the realities of COVID-19. It’s not that I don’t believe that remote work and hybrid work are the future of work. It’s that I believe we’ve been focusing and over-indexing on the wrong aspect of the future of work. (…) For remote and hybrid work to become better, organizations need to hold their leaders and employees accountable for how they impact company culture; inclusive behaviors and self-awareness need to be treated as performance issues that impact the business, not personality issues that eventually end up being ignored.

Protocol: Here’s our cheat sheet for 2022’s tech lawsuits

  • Okay, das ist ein bisschen gecheatet: Das Cheat Sheet von Protocol passt nur halb in diese Liste, denn es sind keine echten Vorhersagen. Vielmehr zählt Ben Brody die neun Verfahren gegen Tech-Konzerne auf, die 2022 wichtig werden könnten.
  • Das ist recht speziell und eher für Menschen interessant, die sich beruflich mit diesem Thema beschäftigen (zum Beispiel für uns). Aber diese Übersicht ist einfach suuuper praktisch.
  • Uns fällt es schwer, bei all den Regulierungsvorhaben, Kartellverfahren und Prozessen den Überblick zu behalten. Deshalb: Bookmark!

Be smart

Johannes Klingebiel hat jahrelang versucht, für die Innovationsabteilung SZ in die Zukunft zu schauen. Wenn es jemanden gibt, der sich mit Trend-Reports auskennt, dann er. Deshalb empfehlen wir als Gegengewicht zu Hypes und Trends die aktuelle Ausgabe seines Newsletters, in dem er erklärt, warum er persönlich ganz schnell skeptisch wird, wenn neue Technologien mit allzu berauschenden Versprechen daherkommen:

Die meisten dieser Technologien (KI, Blockchain, VR, AR, Smart Homes) wachsen heute um ein Vielfaches langsamer als vorhergehende Kategorien (e-Commerce, Cloud Computing, Smartphones, Online Advertising). Mehr noch — nur zwei Startup-Unicorns (Facebook bzw. Meta und Tesla), die nach 2000 gegründet wurden, sind heute profitabel  und das trotz gigantischer Investments.

Dennoch wird ständig das Potential dieser Technologien diskutiert, während ihr tatsächlicher Einfluss oft weit hinter diesen Visionen bleibt. Warum?

Kurz: Hype ist eine Verkaufstaktik und sie basiert auf Angst. Angst zurückgelassen zu werden.

Und Schuld daran trägt? Natürlich:

Ich persönlich schließe mich Rebecca Jennings Theorie an, dass TikTok der Auslöser für diese neue Welle des Techno-FOMO ist. Es wird krampfhaft durch gigantische Investments versucht, das "next big thing" zu erzwingen, aus Angst, chinesische Startups könnten die nächste Dekade dominieren.


Social Media und Politik

  • Wie die indische Regierung Desinformationen verbreitet: Eine Recherche von The Wire (Part 1 / Part 2) zeigt, wie Personen, die der indischen Regierung nahe stehen sollen, eine App namens „Tek Fog“ nutzen, um Falschinformationen zu streuen, Trending Topics zu beeinflussen und verschlüsselte Nachrichtenplattformen zu hacken.

Kampf gegen Desinformation

  • GTTR: Die neue Rechtsaußen-Filterblase: Belltower News hat sich angeschaut, wie die Social-Media-Seite Gettr als Echokammer für die radikale und extreme Rechte fungiert. Wer sich für das Thema interessiert, erhält hier einen guten Überblick. Gttr: Die neue Rechtsaußen-Filterblase (Belltower)

Datenschutz-Department

  • Meta launcht neues Privacy-Center: Meta hat bekannt gegeben, dass in den kommenden Monaten allen Nutzerïnnen ein neues Privacy Center (Facebook Newsroom) zur Verfügung stehen soll. Dort sollen User zentral alle Einstellungen vornehmen können und erfahren, was Facebook wie und warum trackt. Und weil das eben womöglich nur die eine Seite der Medaille ist…
  • … machen Mozilla und The Markup gemeinsame Sache, um Metas Tracking-Infrastruktur besser zu verstehen (Adweek). Wer Firefox nutzt, kann sich das Rally-Plugin runterladen. Das Tool hilft dabei zu verstehen, welche Daten Facebook beim Surfen sammelt – und zwar vor allem außerhalb der hauseigenen Angebote. Also dann, wenn man Facebook, Instagram und Co eigentlich gar nicht nutzt.

Creator Economy

  • „Hype House“-Doku bei Netflix: Zehn 20-Jährige in einer 5-Millionen-Dollar-Villa, die sich den ganzen Tag selbst filmen und damit Millionen verdienen. Was surreal klingt, ist das Business-Modell von The Hype House (TikTok / Instagram / Wikipedia). Die Influencer-Mansion sorgt schon seit einiger Zeit für Aufsehen, jetzt hat sie ihre eigene Netflix-Doku. Das Interessante: In der ersten Staffel geht es nicht primär darum, wie geil das Leben als Influencer-Sternchen ist, sondern wie aufreibend es ist, Teil dieser WG zu sein. Aber dann… ist es halt auch wieder nur PR in eigener Sache. Anyways. Wer noch nie etwas vom Hype House gehört hat, kann sich hier ein Bild davon machen (Netflix).

Neue Features & Tests bei den Plattformen

Facebook

Twitter

  • Video Replies: Die Option, mit einem Video zu kommentieren, erfreut sich bei TikTok schon länger großer Beliebtheit. Nicht von ungefähr hat Instagram vor kurzem das Feature geklont (Techcrunch). Dass Twitter nun nachzieht (Techcrunch) und ebenfalls die Option testet, auf Tweets mit einem Video zu antworten, überrascht dann doch.

TikTok

  • Repost-Button: TikTok wiederum testet derzeit ein Feature, mit dem sich Videos, die einem im For-You-Feed begegnet sind, an Freunde weiterreichen lassen (Techcrunch) – also eine Art Retweet / Share-Button. Dass das so sinnvoll ist, wagen wir mal zu bezweifeln. Erstens haben Facebook und Twitter gezeigt, wie problematisch so eine Teilen-Funktion sein kann. Zweitens lebt TikTok ja eigentlich davon, dass Nutzerïnnen aus den Videos, die ihnen gefallen, selbst etwas Neues kreieren – ein Duett, per Stitch oder eine eigene Interpretation. Ein Repost-Button lädt zur Faulheit und zu anderem Quatsch ein á la „revine 4 revine“ wie damals bei Vine ein. Och nö.

One more thing

iPhone wird zarte 15: Die Ankündigung des ersten iPhone (@gregjoz) liegt gerade einmal 15 Jahre zurück. Es ist ok, wenn wir noch nicht ganz verstanden haben, was digitale Kommunikation mit uns macht. Historisch gesehen befinden wir uns tatsächlich weiterhin im Neuland – auch wenn „die Netzgemeinde“ darüber lachen mag. Allerdings – und das ist der entscheidende Punkt – gibt es auch kein zurück mehr. Von daher ist es unabdingbar sich mit neuen Technologien und der Macht der Plattformen auseinanderzusetzen. Wir hoffen, dass wir dazu einen Beitrag leisten können.


Header-Foto von Damian Markutt


TikTok: Mit Reichweite kommt Verantwortung | Was vom Sturm aufs Kapitol bleibt | Signal ermöglicht MobileCoin-Zahlungen | Instagram testet chronologischen Feed

TikTok: Mit Reichweite kommt Verantwortung – und hoffentlich auch kritische Recherchen

Was ist

Die größte Domain der Welt war im Jahr 2021 nicht Google, sondern TikTok.com. Das jedenfalls behauptet Cloudflare und beruft sich dabei auf seinen Cloudflare Radar, der in Echtzeit Datenverkehr und Zugriffszahlen misst.

Cloudflare ist einer der wichtigsten Betreiber von Internet-Infrastruktur und schützt Millionen Webseiten vor DDoS-Attacken. Wenn man jemanden sucht, der das Netz halbwegs seriös vermessen kann, dann dürfte Cloudflare zum engeren Kandidatenkreis zählen. Allerdings bleibt die Methodik des Cloudflare Radar und damit auch die Grundlage des Rankings unklar. Deshalb sollte man die Liste nicht als endgültige Wahrheit, sondern als einen interessanten Datenpunkt interpretieren.

Denn interessant ist das Ergebnis allemal: Ende 2020 lag TikTok.com den Messungen von Cloudflare zufolge noch auf Platz 7 – um im vergangenen Jahr dann Google, Facebook, Microsoft, Apple, Amazon, Netflix, YouTube, Twitter und WhatsApp (Plätze 2 bis 10) hinter sich zu lassen. (Die Tatsache, dass Instagram gar nicht in der Top 10 auftaucht, wundert uns und unterstreicht noch mal: die Zahlen bitte mit Vorsicht genießen.)

Aktuelle Statistiken der App-Analyse-Firmen Apptopia und Sensor Tower liefern weitere Indizien für TikToks Dominanz: Demnach wurde 2021 keine App so oft heruntergeladen, zudem machte TikTok den größten Umsatz.

Was das bedeutet

Die reinen Zahlen und die genaue Platzierung sind uns ziemlich egal. Für uns zählt das Ergebnis: 2021 war ein unglaublich erfolgreiches Jahr für TikTok. Die Plattform beeinflusst die Popkultur (TikTok-Newsroom), verändert die Musikindustrie (Insider), verändert die Wahrnehmung psychischer Krankheiten (WSJ) und prägt die Welt von Hunderten Millionen Teenagern.

Überschriften wie "How TikTok Is Rewriting the World" (NYT, 03/2019) und "How TikTok changed the world in 2020" (BBC, 12/2020) zeigen: Das ist keine neue Entwicklung, aber 2021 kam wirklich niemand mehr daran vorbei – und das dürfte erst der Anfang sein. Der Gründer einer Agentur für Influencer-Marketing drückt es so aus (Insider):

Where we see the dollars flowing right now is shifting dramatically from Instagram to TikTok. TikTok has now built a better algorithmic feed than Instagram, from what we can tell. And the shift in dollars to TikTok is only accelerating. (…) We think TikTok is gonna own the next five years.

Nur die mediale Berichterstattung hat mit der zunehmenden Bedeutung von TikTok nicht mitgehalten. Metas Plattformen bekamen ungleich mehr Aufmerksamkeit, selbst Twitter tauchte deutlich öfter in Medien auf als TikTok. Auch wir müssen uns diesen Schuh anziehen: Facebook, Instagram und Twitter sind uns vertrauter als TikTok, vielen Kollegïnnen dürfte es ähnlich gehen.

Wir werden wohl nie so viel Zeit mit TikTok verbringen wie die großartige Taylor Lorenz, die als eine der wenigen Journalistinnen wirklich tief in die TikTok-Kultur abtaucht, statt nur phänomenologisch darüber zu schreiben. Trotzdem möchten wir TikTok mehr Aufmerksamkeit widmen – was nicht unbedingt in mehr Texten resultieren muss, aber hoffentlich in einem besseren Verständnis für die Plattform.

Wie Medien recherchieren

Der Dezember hat uns Hoffnung gemacht, dass 2022 ein Jahr werden könnte, in dem TikTok stärker im Fokus steht. Damit meinen wir in erster Linie kritische Recherchen, die Konzern, Führungspersonal, interne Unternehmenskultur, Entscheidungsprozesse, Moderationsprinzipien und Empfehlungslogik beleuchten. Denn über all das wissen wir bei TikTok noch ziemlich wenig – und die Transparenzoffensive, die TikTok selbst mehrfach versprochen hat, dürfte kaum unabhängige Einblicke und echten Erkenntnisgewinn ermöglichen.

Den Auftakt machten Anfang Dezember New York Times und Spiegel, die über ein internes Dokument berichteten, das einige der mathematischen Formeln enthält, auf deren Grundlage TikTok Inhalte vorschlägt. Darüber schrieben wir ausführlich in Ausgabe #767, unserem letzten Briefing des Jahres 2021.

Im Laufe des Monats kamen weitere Recherchen hinzu:

  • Entgegen aller Beteuerungen scheint der Einfluss Chinas wohl doch größer zu sein scheint (Insider), als die Managerïnnen in Deutschland und den USA suggerieren.
  • TikTok kann Teenager tiefer in die Essstörung treiben (WSJ), indem die Algorithmen ihnen massenweise Videos vorschlagen, die Anorexie und Bulimie verherrlichen und ihnen das Gefühl geben, nicht dünn genug zu sein. (Mehr zu diesem Thema in Briefing #764, zwar mit Fokus auf Instagram, aber direkt übertragbar.)
  • Der Spiegel ließ der Berichterstattung über die Mechanismen der Algorithmen einen weiteren langen Artikel im Heft folgen (Vorlesezeit: 27 Minuten).
  • Die Recherche beruht auf einem Experiment und Gesprächen mit Angestellten sowie TikTokern (offizielle Bezeichnung: "Vertical Video Creator"). Der Text richtet sich an Leserïnnen, die bislang wenig über TikTok wussten, und erklärt die kulturelle, gesellschaftliche und finanzielle Bedeutung der App.
  • Die einzige echte Neuigkeit ist die Tatsache, dass es in Deutschland wohl etliche Angestellte gibt, die unzufrieden mit ihrem Arbeitgeber sind. Offenbar versuche TikTok, eine Betriebsratswahl zu verhindern, und nötigte Mitarbeiterïnnen, im Home-Office eine Software auf ihren Privatgeräten zu installieren, die weitreichende Zugriffsrechte verlangt.
  • Auch wenn der Nachrichtenwert überschaubar ist, freuen wir uns, dass sich ein großes Magazin an prominenter Stelle kritisch mit TikTok auseinandersetzt (den tendenziösen Teaser "Der Algorithmus, der Kinder verhext" auf dem Cover hätte sich der Spiegel aber sparen können). Bitte mehr davon!

Be smart

TikTok hat eine große Chance: Es könnte aus den Fehlern lernen, die andere Plattformen gemacht haben. Facebook und Twitter haben etwa jahrelang zu wenig in Content-Moderation und Sicherheit investiert. Spricht man mit TikTok, hört man leider immer wieder: "Wir sind ja noch jung, wir müssen noch lernen." Für einen Konzern, der so viel Anschauungsmaterial hatte und Dutzende Milliarden Dollar pro Jahr umsetzt, ist das keine Entschuldigung, sondern eine Ausrede.

Eine aktuelle Nachricht unterstreicht diese Befürchtungen: TikTok testet einen "Repost"-Button (TechCrunch), der ähnlich funktionieren soll wie Retweets auf Twitter oder die Teilen-Funktionen anderer Plattformen.

Zur Erinnerung: WhatsApp hat das Weiterleiten von Nachrichten massiv eingeschränkt (Guardian), um die Verbreitung von Desinformation einzuschränken. Johannes Kuhn kommentiert den Test auf seinem Notizenblog treffend:

TikTok testet einen "Repost"-Button, der Videos bei Freunden sichtbar macht. Viralität auf Steroiden. Als hätten wir in den Jahren 2015-2021 nichts gelernt.


Was vom Sturm aufs Kapitol bleibt – und was sich ändern muss

Was ist

Einer der dunkelsten Tage der US-amerikanischen Demokratie jährt sich. Keine Sorge: Dich erwartet keine längliche Analyse oder Nacherzählung der Ereignisse. Die haben wir bereits in aller Ausführlichkeit geschrieben, und Jahrestage interessieren Journalistïnnen meist mehr als Leserïnnen.

Stattdessen verlinken wir nur ein paar Leseempfehlungen – und formulieren einen alten Wunsch, der 2022 aktueller denn je ist.

Was über Facebooks Rolle bekannt ist

  • Im Laufe des vergangenen Jahres gab es einen bemerkenswerten Wandel: Zunächst stritt Facebook jede Mitverantwortung ab. Sheryl Sandberg:

“I think these events were largely organized on platforms that don't have our abilities to stop hate and don't have our standards and don't have our transparency."

  • Später wurden immer mehr Details bekannt, die zeigten, dass Facebook die zentrale Plattform war, auf der sich Trumps Anhängerïnnen vernetzten und den Putschversuch organisierten. (#701)
  • Die Facebook Files erhärteten diesen Eindruck und ließen den Konzern in einem noch schlechteren Licht dastehen. Intern beklagten Angestellte offenbar, dass man die Schutzmaßnahmen nach der US-Wahl zu früh und leichtfertig zurückgenommen hätte – und fragten auf Facebooks Messaging-Board Workplace unter anderem: "Haven't we had enough time to figure out how to manage discourse without enabling violence?" (#749)
  • Nun kommt ein weiterer Vorwurf hinzu: Recherchen von ProPublica und Washington Post zufolge sollen in Facebook-Gruppen mehr als 650.000 Posts veröffentlicht worden sein, die Trumps Lüge vom Wahlbetrug aufgriffen und teils zu gewaltsamen Widerstand aufriefen.
  • Das passt zu den Dokumenten aus den Facebook Files und früheren Recherchen von BuzzFeed und New York Times.

Warum es nicht nur um Facebook geht

  • Facebook hat Fehler gemacht, die Versäumnisse wiegen schwer, und noch immer finden sich dort haufenweise rechtsradikale Gruppierungen (Tech Transparency Project). Doch Facebook ist nicht schuld daran, dass ein Mob das Kapitol stürmte.
  • Auch andere Plattformen spielten eine Rolle (The Information), ebenso Messenger, die für Außenstehende im Gegensatz zu Facebook meist verschlossen bleiben – und natürlich Desinformations-Schleudern wie Fox News, OANN, Newsmax oder auch Podcasts (Brookings).
  • Das Problem ist größer als Meta und hat eher gesellschaftliche als technische Ursachen. Trump ist (vorerst) weg, doch seine Lügen bleiben (Axios) und vergiften nicht nur das Netz, sondern das ganze Land (Politico).
  • Deshalb empfehlen wir ergänzend zur ProPublica/Post-Recherche den nachdenklichen Newsletter von Casey Newton (Platformer), der mit diesem Gedanken endet:

Critical though they often are, stories about failures in content moderation almost always begin from a place of hope: that if the right policies were written, and the relevant teams all adequately staffed and given freedom to act, then social networks would create a better world.

But given recent history, and the enormity of the threats now facing American democracy, it’s worth asking whether that hope is misplaced. A year later, it seems clear that better content moderation on Facebook leading up to January 6 was both necessary and insufficient. Forces much larger than social networks are pulling the country apart. And even larger ones may be needed to put it back together.

Warum Meta transparenter werden muss

Wir können es selbst nicht mehr hören, weil wir es schon so oft geschrieben haben (in jüngerer Vergangenheit etwa in #764, #760 und #740): Wenn Meta der Meinung ist, dass Vorwürfe ungerechtfertigt sind und es unfair behandelt wird, dann muss es sich öffnen.

Solange Forscherïnnen nicht unabhängig überprüfen können, was auf Facebook los ist, werden Medien mit unvollständigem, geleaktem oder notdürftig gescraptem Material arbeiten – denn das ist derzeit die einzige Möglichkeit, zumindest etwas Licht in die Blackbox zu bringen.

Doch Facebook scheint sich lieber einzuigeln und auf Leaks mit aggressiver Vorwärtsverteidigung und fragwürdigen PR-Kampagnen zu reagieren, wie eine aktuelle Recherche des Wall Street Journal zeigt. Das bringt uns zum letzten Text, den der von uns sehr geschätzte Medienkolumnist Ben Smith für die New York Times geschrieben hat (Smith gründet ein Medien-Start-up): ein Porträt des CrowdTangle-Gründers Brandon Silverman.

CrowdTangle wurde 2016 von Facebook aufgekauft und 2021 plattgemacht (mehr dazu in #740). Jetzt berät Silverman US-Senatorïnnen bei einem Gesetz, das Plattformen zu mehr Transparenz verpflichten soll. Was er sagt, klingt vielversprechend:

What’s happening right now, though, is that a few private companies are disseminating a massive amount of the world’s news and it’s largely happening inside black boxes. I think figuring out ways to both help and, in some cases, force, large platforms to be more transparent with news and civic content as it’s in the process of being disseminated can ultimately help make social platforms better homes for public discourse — and in a lot of ways, help them live up to a lot of their original promise.


Social Media & Politik

  • Frankreich: Google und Facebook sollen Strafe zahlen Die französische Datenschutzbehörde CNIL hat Strafen in Millionenhöhe gegen Google (150 Millionen Euro) und Facebook (60 Millionen Euro) angekündigt. Der Grund: Die Konzerne würden es Nutzerïnnen zu schwer machen, Cookie-Tracking abzulehnen. Well, da kann ihnen wohl jeder nur zustimmen: Es ist viel „leichter“ eben schnell zuzustimmen, als auf einem weiteren Screen alles mögliche an Tracking-Gedöns abzulehnen… Die verhängten Strafen sind natürlich nur Peanuts für die Unternehmen. Das weiß aber auch die CNIL. Daher müssen die Konzerne zusätzlich 100.000 Euro täglich zahlen, wenn sie ihr Tracking-Gebahren nicht innerhalb von drei Monaten ändern.

Audio / Video Boom

  • Noch. Mehr. TikToks. Laut TechCrunch hat TikTok einen Deal mit Atmosphere eingetütet, damit wirklich keiner mehr den Kurz-Videos entkommen kann. Das Startup bietet einen Service, mit dem Hotels, Restaurants und Co ihre Screens bespielen können. TikToks könnten so also etwa im Wartebereich von Flughäfen oder bei McDo auf den Bildschirmen laufen.
  • Clubhouse boomt (in Südasien): Während wir hierzulande bereits Abgesänge auf Clubhouse dichten (siehe letzte Zeile dieses Briefings), boomt die App an anderen Orte dieser Welt (rest of world) – etwa in Pakistan, Bangladesch und Nepal. Das Problem: Das wird die App nicht retten.

Crypto-Department

  • Signal ermöglicht MobileCoin-Zahlungen: Im November hatte die Messaging-App Signal einen Test angekündigt, der Nutzerïnnen in Großbritannien das Versenden und Empfangen von MobileCoins ermöglichen sollte – einer datenschutzfokussierten, digitalen Währung. Dieser Test wurde in der Zwischenzeit auf Nutzerïnnen weltweit ausgerollt (Wired).

Neue Features und Tests bei den Plattformen

Instagram

  • Chronologischer Feed: Wie 2021 bereits angekündigt, bastelt Instagram an den Darstellungsoptionen des Newsfeeds. Derzeit können ausgewählte Testerïnnen laut Mosseri (@mosseri) zwischen drei verschiedenen Feeds auswählen:

    Home: Home ist die Ansicht, die Nutzerïnnen heute kennen. Die App ordnet die Inhalte algorithmisch.

    Favoriten: Bei Favoriten handelt es sich um eine Liste von Konten, von denen man nichts verpassen möchte.

    Following: Old Instagram sozusagen: die Beiträge in chronologischer Reihenfolge.

    Wie sich das dann genau darstellt, bleibt abzuwarten. Falls jemand von euch schon Erfahrungen mit dem neuen, alten chronologischen Feed gemacht hat, schreibt uns gern auf Slack!

  • Likes auf Stories: Instagram testet aktuell eine Funktion, die es ermöglicht Stories zu liken (TechCrunch). Insgesamt stünden laut TechCrunch acht verschiedene Emojis zur Auswahl – darunter „the laughing, surprised, heart eyes, teary-eyed, clap, fire, celebration and 100 emoji“. Die Anzahl der Likes sollen nur für den Verfasser der Story sichtbar sein. Ob und wann die Funktion für alle ausgerollt wird, ist weiter unklar.
  • Status-Update: Analog zu WhatsApp könnte es bei Instagram nun auch bald ein Status-Feature geben (testingcatalog).

Twitter

LinkedIn

  • LinkedIn testet Audio-Event-Feature Es hatte sich bereits abgezeichnet, nun wird es tatsächlich Realität: LinkedIn startet einen Beta-Test, um Audio-Events auf die Plattform zu bringen (TechCrunch). In unseren Augen (also Ohren) ist das für Clubhouse die größte Bedrohung, die sie sich hätten vorstellen können: Audio dort, wo auch sonst alle aus beruflichen Gründen netzwerken… Ui, ui, ui.

Header-Foto von Damian Markutt


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