Instagram Kids auf Eis | TikTok feiert eine Milliarde monatliche Nutzerïnnen | Gen Z hat deutlich weniger Bock auf Facebook als Gen Y | Google möchte gern TikTok-Videos indexieren

Salut und herzlich willkommen zur 747. Ausgabe des Social Media Briefings. Heute beschäftigt uns einmal mehr die Artikel-Serie „The Facebook Files“ - das Wall Street Journal hat mit der Publikation einiges ins Rollen gebracht. Ferner lernen wir, dass sich TikTok jetzt auch über eine Milliarde monatliche Nutzerïnnen freut - ein Meilenstein, den nur wenige andere Apps bislang erreicht haben. Zudem erfahren wir, dass Gen Z tatsächlich deutlich weniger an Facebook interessiert ist als die Generation davor, und was die Gründe dafür sind, dass Facebook bestimmte Inhalte im News Feed versteckt. Das und mehr in Ausgabe 747 unseres heute etwas zu spät ausgelieferten Newsletters! Herzlichen Dank für die Wertschätzung unserer Arbeit, Simon und Martin

The Facebook Files #3

Was ist

Die vom Wall Street Journal veröffentlichten Facebook Files (WSJ, #745, #746) haben einige Dinge ins Rollen gebracht. Insbesondere Instagrams Einfluss auf die mentale Gesundheit seiner Nutzerïnnen steht dabei im Fokus der Auseinandersetzung. US-Kollege Casey Newton spricht im Zusammenhang mit den Facebook Files gar vom größten Skandal seit der Debatte um Cambridge Analytica (Platformer).

Die aktuellen Entwicklungen

  • Anhörung vor dem US-Senat: Facebooks Global Head of Safety, Antigone Davis, muss am Donnerstag bei einer Anhörung vor dem US-Senat zu den Vorwürfen, Instagram hätte negative Auswirkungen für die mentale Gesundheit von Teenagern, Stellung beziehen. Auf der Seite von US-Senatorin Marsha Blackburn gibt es mehr zur Anhörung: „Protecting Kids Online: Facebook, Instagram, and Mental Health Harms.“
  • Facebook widerspricht der Berichterstattung: Facebook hat einen Blogeintrag publiziert, in dem Pratiti Raychoudhury, Vice President Head of Research, der Berichterstattung des Wall Street Journal an zentralen Stellen widerspricht. So hätte Instagram vor allem einen positiven Einfluss auf die mentale Gesundheit. Ja, mehr noch: Instagram würde Teenagern sogar dabei helfen, bestimmte mentale Probleme zu verbessern. Zudem verweist Facebook auf allerlei Features, die sie eingeführt hätten, um das Wohlbefinden der Nutzerïnnen zu verbessern – etwa Ressourcen zur Unterstützung von Menschen, die mit „body image issues“ zu kämpfen haben, sowie eine spezielle Meldeoption für Inhalte im Zusammenhang mit Essstörungen.
  • Die Arbeit am Projekt „Instagram Kids“ wird pausiert: Instagram arbeitet bekanntlich seit einiger Zeit an einer Version für 10- bis 12-Jährige (BuzzFeed News). Die Arbeit an diesem Projekt wird jetzt erst einmal pausiert (Instagram Newsroom). Instagram möchte die Zeit nutzen, um Eltern, Experten und Politikerïnnen davon zu überzeugen, dass „Instagram Kids“ eine sinnvolle Sache sei. Ein Eingeständnis, dass das Vorhaben vielleicht doch keine all zu gute Idee ist, sei das ausdrücklich nicht.

Be smart

Instagram versucht seit Monaten, für die Einführung einer Kinder-Version zu trommeln. Sie verweisen darauf, dass Kids so oder so Instagram nutzen. Eine Version, die nur Kind-gerechte Inhalte bereithält, und zudem auch werbefrei ist, wäre da doch die besser Wahl, so Facebook. Auch hätten Mitbewerber (read: YouTube & TikTok) entsprechende Angebote, respektive Features, bereits gelauncht.

Auch wenn das nach schlichter PR tönt, sind die Punkte nicht so leicht von der Hand zu weisen. Das Thema ist tatsächlich sehr viel komplexer, als nur zu rufen: Insta für Kids ist eine beschi+#/ene Idee!

Alex Stamos, ehemaliger Sicherheitschef bei Facebook und heute Stanford-Prof schreibt bei Twitter:

Ugly Truths:

1) Preteens probably shouldn’t have phones, but parents give them anyway.

2) Young teens shouldn’t be on social media, but parents allow.

3) Older teens still need guidance and check-ins.

4…

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