Wie sich Facebook gegen kritische Recherchen wehrt | Twitter Spaces für alle ab April | Die beste Notiz-App

Salut und herzlich willkommen zur 710. Ausgabe des Social Media Briefings. Heute beschäftigen wir uns ausführlich damit, wie sich Facebook gegen kritische Recherchen wehrt. Zudem lernen wir, dass Twitter Spaces bereits im April für alle Nutzerïnnen ausgerollt werden könnte und welche Notiz-App sich wirklich lohnt. Wir wünschen eine gewinnbringende Lektüre und bedanken uns für das Interesse an unserer Arbeit, Simon und Martin

Wie sich Facebook gegen kritische Recherchen wehrt

Was war

Im vergangenen Briefing empfahlen wir einen Text, für den Karen Hao monatelang recherchiert hatte. Sie porträtierte Facebooks Team für Responsible AI und dessen Chef Joaquin Quiñonero Candela. Wir schrieben:

Die Autorin hat fast 50 Interviews geführt und legt schonungslos offen, wie widersprüchlich und teils komplett gegensätzlich Facebooks Interessen sind. Die ethisch-moralisch geprägte AI-Folgenabschätzung, die gesellschaftliche Risiken minimieren will, verträgt sich nicht mit dem Grundsatz, der Facebook seit seiner Gründung prägt: dem nahezu grenzenlosen Willen zu wachsen – koste es, was es wolle.

Was ist

Facebook ist über diesen Artikel nicht glücklich. Das war absehbar: Hao hatte exklusiven und privilegierten Zugang zu einem Team, über das bislang kaum etwas bekannt war. Wenige Reporterïnnen bekommen so eine Gelegenheit.

Doch statt den glorifizierenden Text über den unermüdlichen Einsatz für verantwortungsvolle Algorithmen zu schreiben, den sich Facebook offenbar wünschte, konzentrierte sich Hao nicht nur auf Quiñonero. Vielmehr beschrieb sie, wie hilflos er und seine Mitarbeiterïnnen oft sind – weil sich im Konzern am Ende oft andere Interessen durchsetzen:

The Responsible AI team’s work is essentially irrelevant to fixing the bigger problems of misinformation, extremism, and political polarization. And it’s all of us who pay the price.

Jetzt fühlt sich Facebook ungerecht behandelt und wehrt sich. Das PR-Team schickte MIT Technology Review eine lange Liste mit angeblichen Fehlern, hochrangige Manager suggerieren auf Twitter, dass Hao bewusst einen falschen Eindruck…

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