2.7.2020 | Facebook rechnet mit schneller Rückkehr der Werbetreibenden, Plattformen sperren rechte Akteure, Indien sperrt TikTok

Social Media & Politik

“Soon enough“

Mark Zuckerberg hat auf einer internen Veranstaltung über den Werbeboykott gegen das Unternehmen gesprochen. Dabei zeigte er sich The Information zufolge optimistisch, dass die Unternehmen schon früh genug wieder zurückkommen würden. The Information schreibt ($):

"In the previously unreported remarks, Zuckerberg said the boycott is more of a “reputational and a partner issue” than an economic one, according to a transcript obtained by The Information. He noted that large advertisers participating in the boycott make up a small portion of Facebook’s overall revenue, and he said, “We’re not gonna change our policies or approach on anything because of a threat to a small percent of our revenue, or to any percent of our revenue."

Rechte Akteure aussortiert

Was haben Reddit, Twitch, YouTube und Facebook gemeinsam? Sie alle haben in den vergangenen Tagen damit auf sich aufmerksam gemacht, rechte Akteure von ihren Plattformen „geschmissen“ zu haben.

Indien sperrt TikTok und WeChat

Seit Jahren hat China ausländische Technologiefirmen von seinen fast eine Milliarde Internetnutzern abgeschottet. Die Strategie ermöglichte es Unternehmen wie Alibaba, Tencent und Baidu, ohne Konkurrenz von Unternehmen wie Amazon, Google und Facebook zu bestehen. Nun erlebt China, wie es sich anfühlt, wenn ihre eigenen Dienste von einem anderen für sie wichtigen Markt ausgeschlossen werden. Indien hat über 50 populäre Apps aus China sperren lassen (Techcrunch) – darunter TikTok und WeChat. Gerade für TikTok ist das eine delikate Angelegenheit, schließlich ist Indien mit 200 Millionen Nutzerïnnen TikToks wichtigster Markt. Das Interessante an der Sperrung ist, dass die Apps nicht an sich ein Problem für Indien darstellen, die Sperrung erfolgte, um politischen Druck auszuüben. Ben Thompson schreibt:

"It is also a reminder of the extent to which apps have won, at least as far as making money goes: India, unlike China, appears to be less concerned about limiting the flow of information at which the web excels, and more concerned about hurting China economically, and when it comes to making money, it is apps that matter more."


Social Media & Journalismus

___STEADY_PAYWALL___

Wall Street Journal mit neuem jungen Angebot

Das Wall Street Journal hat ein neues Angebot gelauncht, das sich an junge Menschen richtet (NiemanLab). Der Clou: Zwar gibt es Inhalte jenseits der eigenen Website – etwa bei Facebook und Instagram – eigentlich ist WSJNoted aber integraler Bestandteil des eigenen Angebots. Spannend an WSJNoted ist vor allem, wie sie das Thema Community Building angehen. Das NiemanLab schreibt:

"In addition to those core reporters, Noted will use some freelance contributors, as well as other Journal reporters. But one of its main sources for feedback and story ideas will be Noted Advisers a group of more than 7,000 young readers who will be invited to preview content, give feedback, and join Q&As with Noted staff. The main community group will be hosted on LinkedIn."

 

Primärquellen bevorzugt

Facebook schraubt wieder einmal am Algorithmus: Künftig werden Primärquellen bevorzugt ausgespielt (Facebook Newsroom). Das Vorgehen kennen wir bereits von Google. Bereits im September vergangenen Jahres hatte Google angekündigt (Axios), jene Artikel, in denen zuerst über ein Ereignis berichtet wird, in der Suche prominenter anzuzeigen.


Video Boom

Tencent launcht Twitch-Konkurrenten in den USA

Nachdem sich TikTok so erfolgreich in den USA etablieren konnte, versucht das nächste chinesische Unternehmen, im Westen durchzustarten: Tencents Twitch-Klon Trovo Live soll den Livestreaming-Markt aufmischen (Bloomberg) und vor allem dem Platzhirschen Twitch Konkurrenz machen. Eine harte Nuss: Twitch hat jüngst wieder sämtliche Rekorde gebrochen (Techcrunch) und 5 Milliarden Stunden Watch-Time verkündet.


Schon einmal im Briefing davon gehört

Mini-App-War

Sogenannte Mini-Apps haben Konjunktur: Apple will sie (ZDnet), Snaphat hat sie jüngst eingeführt (Techcrunch), WeChat ist der Goldstandard (t3n). Das Startup Koji möchte gern das führende Unternehmen in diesem Bereich werden. The Protocol schreibt:

"Koji is a twist on the mini-app idea. Rather than make apps that work inside a messaging app, Shapiro wants to make apps that work everywhere. Imagine a dating app you could embed in a text thread and browse with your friend, or a Twitter clone just for you and your friends. Shapiro said the Koji team's made all that and more."


Neue Features bei den Plattformen

WhatsApp

  • Sticker, QR-Codes, Dark Mode: Bei WhatsApp gibt es jetzt animierte Sticker. Zudem können Nutzerïnnen künftig via QR-Code ihre Kontaktdaten tauschen und den Dark Mode nicht mehr nur mobil nutzen. Alle News im Überblick gibt es in Facebooks Newsroom.

Facebook

  • Hobbi wieder dicht: Facebooks Kreativ-Abteilung NPE hat Hobbi wieder eingedampft (Techcrunch). Die App war dafür gedacht, persönliche Projekt zu dokumentieren – etwa die Renovierung der Wohnung, die Umgestaltung des Gartens, den Aufbau der Modelleisenbahn oder was auch immer. Im Februar schrieben wir (Briefing #615), die App würde uns irgendwie an eine Mischung aus Pinterest und Mini-Youtube erinnern.

Spotify


Header-Foto von James Eades bei Unsplash