19.6.2020 | Reuters-Report: Die wichtigsten Fakten, Trends und Lehren, Twitter testet Audio-Tweets, Facebook will 4 Millionen Wählerïnnen mobilisieren

Salut und herzlich Willkommen zur 648. Ausgabe des Social Media Briefings. Dieser Tage ist so unfassbar viel los, wir kommen kaum hinterher, alles zu lesen, zu sortieren und für das Briefing aufzubereiten. Daher muss leider auch das eine oder andere, das wir gern heute mitgenommen hätten, noch ein paar Tage ruhen und wirken - etwa das spannende Papier der Stiftung Neue Verantwortung zum Thema Nachrichtenkompetenz!

In dieser Ausgabe widmen wir uns zunächst einmal ausführlich den Ergebnissen vom Reuters-Report und stellen die wichtigsten Fakten, Trends und Lehren vor. Zudem beschäftigt uns natürlich Twitters neue Audio-Tweet-Funktion und Facebooks Vorhaben, 4 Millionen Wählerïnnen für die US-Wahl zu mobilisieren.

Das und noch viel mehr - aber eben auch nur so viel, dass es noch zu schaffen ist - in unserem aktuellen Briefing. Alles andere dann nächste Woche! Vielen Dank für das Vertrauen, Simon und Martin

Reuters-Report: Die wichtigsten Fakten, Trends und Lehren

Was ist:

Das Reuters-Institute der Universität Oxford hat den Digital News Report 2020 veröffentlicht. Wer wissen will, in welche Richtung sich die Medienbranche entwickelt, welche Rolle Social Media für den Journalismus spielen und wann die letzte Tageszeitung gedruckt wird, findet keine bessere Quelle. (Okay, an welchem Tag Print stirbt, wissen auch die Oxford-Forscherïnnen nicht.)

Wo sich das nachlesen lässt

Der Reuters-Report ist nicht nur informativ, er ist auch hervorragend aufbereitet – was ihn von vielen anderen Studien unterscheidet. Hier sind die Links:

Wer gefragt wurde

Den Großteil der Befragungen hat das Meinungsforschungsinstitut YouGov im Januar und Februar 2020 durchgeführt. Im April befragten Oxford-Forscherïnnen weitere Menschen in sechs Ländern (UK, USA, Deutschland, Spanien, Argentinien und Südkorea), um den Einfluss der Corona-Krise auf den Nachrichtenkonsum zu untersuchen.

Insgesamt fließen in den Bericht die Antworten von mehr als 80.000 Menschen aus mehr als 40 Ländern ein. Die Ergebnisse sind für jedes Land repräsentativ, auch für Untergruppen (Alter, Geschlecht, Region, Bildung) soll die Stichprobe nach Angaben der Forscherïnnen noch groß genug sein.

Der vollständige Fragebogen kann hier heruntergeladen werden. Details zu Limitierungen und Datenqualität erläutert der YouGov-Chef David Eastbury.

Es gibt eine wichtige Einschränkung: Da es sich um eine Online-Befragung handelt, fließen nur Rückmeldungen von Menschen ein, die online sind – ältere und schlechter gebildete Gruppen könnten deshalb unterrepräsentiert sein. Auch deshalb ist der direkte Vergleich zwischen Ländern schwierig: In Norwegen sind 98 Prozent der Bevölkerung online, in Südafrika nur gut die Hälfte.

Was drinsteht

Wir fassen an dieser Stelle nicht den gesamten Bericht zusammen, sondern konzentrieren uns auf Ergebnisse, die wir für besonders interessant halten oder die unsere Kernthemen berühren. Sofern vorhanden weisen wir die Zahlen für Deutschland separat aus.

Unabhängig von unserer Zusammenfassung empfehlen wir dir, dich auch mit dem vollständigen Report zu beschäftigen – zumindest, wenn du dein Geld im weitesten Sinn mit (sozialen) Medien verdienst.

  • Die Corona-Pandemie hat das Informationsbedürfnis in die Höhe schnellen lassen. In allen Ländern, in denen Befragung vor und nach Ausbruch des Virus’ durchgeführt wurden, ist der Medienkonsum deutlich angestiegen.
  • Am stärksten profitiert haben Fernsehen (+5 Prozentpunkte) und Social Media (+5), das Interesse an Radionachrichten hat während der Pandemie um zwei Prozentpunkte zugenommen, Printzeitungen haben dagegen eingebüßt (-2).
  • Deutschland hinkt …

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