Briefing für den 21.8.2018 | Ausgabe #479

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Salut und herzlich Willkommen zur 479. Ausgabe des Social Media Watchblog Briefings. Heute beschäftigen wir uns aus gegebenem Anlass mit Twitter, schauen auf Facebooks Strategie, die US-Midterms zu sichern und blicken erneut auf die Beziehung von Social-Media-Plattformen und Publishern. Ich sage herzlichen Dank für das Interesse, wünsche eine gewinnbringende Lektüre und einen tollen Tag, Martin

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Was ist: Twitters Chef hat in einem CNN-Interview erklärt, dass sich die Chefetage selbst politisch zwar eher links einordnet, Twitter allerdings eine neutrale Plattform sei.

Warum ist das interessant? Twitter sieht sich bereits seit Jahren massiver Kritik ausgesetzt, weil die Plattform zu lasch mit Hate Speech, Belästigungen, Trollen, Nazis und anderen Ärgernissen umgeht. Zuletzt hatten sie sich als einzige geweigert, den Verschwörungstheoretiker Alex Jones zu sperren – im Unterschied zu Apple, YouTube und Facebook. Der Grund dafür wird im CNN-Interview deutlich: Twitter hat keine Strategie in Sachen Desinformation parat.

Warum ist das wichtig? Social-Media-Plattformen haben das Recht, Inhalte von ihren Plattformen zu entfernen. Welche Inhalte das sind, darüber entscheiden die Unternehmen selbst. Da sie de facto zu den wichtigsten „öffentlichen“ Orten der Welt gehören, an denen Ideen diskutiert werden, ist die Frage elementar, welche Ideen dort zirkulieren dürfen.

Die Kritik an den Unternehmen: Liberale Nutzer ärgern sich etwa darüber, dass Social-Media-Plattformen rechten Ideologien einen Platz geben. Konservative Nutzer hingegen sehen sich seit der Debatte um den Trending Topics Skandal bei Facebook im Nachteil: zuletzt hatte US-Präsident Trump im Zusammenhang mit der Sperrung der Alex-Jones-Kanäle von Zensur durch Plattformen gesprochen – einen Zustand, den er nicht länger hinnehmen wollte.

Wie reagieren die Nutzer? In den letzten Tagen ist zu beobachten, dass sich gerade die Power-Nutzer über Alternativen zu Twitter (etwa über Mastodon – hier und hier) Gedanken machen. Diese Entwicklung rührt einerseits aus den oben beschrieben Problemen bezüglich Twitters lascher Haltung gegenüber Propaganda, Trollen und ähnlichem. Andererseits hat Twitter vor ein paar Tagen durch Veränderungen an der API wieder einmal deutlich gemacht, dass sie vor allem am Mainstream interessiert sind und nicht an jenen, die den Dienst einst groß gemacht hatten.

Be smart: Da der politische Druck zunimmt, wird Twitter handeln müssen. Ähnlich wie Facebook werden sie sich dann weiter von der Free Speech Idee entfernen – ob das wirklich ein Gewinn ist, wenn demokratisch nicht legitimierte Unternehmen darüber Entscheidungen treffen, was gesagt werden darf und was nicht, halte ich zumindest erst einmal für fraglich. Jedenfalls solange, bis diese Entscheidungen nicht für alle komplett transparent getroffen werden – aber genau da tun sich Twitter und all die anderen ja bekanntlich sehr schwer.

Übrigens: Diese Kampagne ist ein fake. Aber sehr witzig.

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Facebooks War Room für die Midterms

Was ist: Facebook plant einen War Room einzurichten, um die nächsten großen Wahlen in den USA zu sichern. Das Ziel: Politische Desinformationskampagnen wie bei der US-Wahl 2016 sollen sich nicht wiederholen können.

Warum ist das wichtig? Facebook hatte jüngst Muster auf der Plattform entdeckt, die stark an das Vorgehen der sogenannten Internet Research Agency erinnerten. Diese von Russland unterstützte Troll-Fabrik hatte rund um die Präsidentschaftswahl 2016 Facebook dafür benutzt, politisch Stimmung zu machen. Ein Vorgehen, dass als „election meddling“ order „russian interference“ in den Schlagzeilen war.

Was macht Facebook konkret?

  • Facebook möchte Fake Accounts finden und löschen.
  • Facebook möchte Desinformationskampagnen aufspüren u…

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