Briefing für den 23.5.2018 | Ausgabe #457

martin Briefing

Salut und herzlich Willkommen zur 457. Ausgabe des Social Media Watchblog Briefings! Ich habe gestern die Anhörung von Mark Zuckerberg beim Europäischen Parlament verfolgt und muss sagen: ich kann das alles gar nicht fassen!


Leichtes Spiel für Zuckerberg 

Was ist: Mark Zuckerberg wurde vom Europäischen Parlament öffentlich befragt. Allerdings kam nichts Zählbares bei raus, weil Zuckerberg zuerst alle Fragen vom Parlament abwarten durfte, um dann einige (nach seinem Gusto ausgewählte) zu beantworten.

Was genau ist passiert? Eigentlich hatte das Europäische Parlament durchaus seine Hausaufgaben gemacht und gute Fragen gestellt. Jedoch konnte Mark Zuckerberg aufgrund des Formats (Parlament stellt alle Fragen auf einmal, Zuckerberg antwortet dann in der Reihenfolge seiner Wahl) seine ewig gleiche Antworten geben und den Ausflug nach Brüssel als Beschwichtigungstour nutzen. The Bottomline: Facebook ist ja eigentlich vor allem dafür da, Leuten dabei zu helfen, mit ihren Liebsten in Kontakt zu bleiben.

Was zu kurz kam: Mark Zuckerberg hat mit Facebook eine der größten Manipulationsmaschinen der Welt geschaffen und bestimmt über weite Strecken, wie Menschen miteinander interagieren, bzw, wie Menschen Neues erfahren – weder demokratisch legitimiert, noch Transparent in seinen Zielen. Genau das wurde aber im Geiste der Aufklärungstradition nicht einmal im Ansatz diskutiert.

Meine 2 Cent: Ich kann das alles gerade nur noch schwer ertragen. Wir Medienmacher und Journalisten schauen nicht nur dabei zu, wie Facebook und Co, demokratische Gepflogenheiten komplett aushebeln, sondern tragen auch dazu bei, dass die Social-Media-Plattformen attraktiv bleiben und für zu Nutzern degradierten Menschen auch künftig noch eine elementare Rolle in ihrem täglichen Medienmenü spielen.

Lesetipps zum Thema:


Neues von den Plattformen

Instagram

  • Freunde muten: Yay, endlich kann man auch bei Instagram Freunde einfach muten und muss nicht gleich komplett die Freundschaft kündigen. Wäre das doch im echten Leben auch so einfach. #nicht

One more thing

Ganz im Ernst: Mehr haben die letzten Tage nicht hergegeben. Klar, es gibt die eine oder andere Story rund um das Führungsteam von Facebook. Oder es gibt den einen oder anderen Test, den Instagram/ Twitter/ Facebook/ Snapchat gerade durchführt, aber wirklich wichtig ist nichts davon. Wichtig ist einzig und allein, dass wir uns darüber bewusst werden sollten, wie wir als Journalisten und Medienmacher auch dafür Sorge tragen, dass Menschen immer und immer wieder ihre Facebook-Apps (e.g) öffnen und sich von Dingen ablenken lassen, die garantiert nicht dafür konzipiert wurden, sich den echten Problemen dieser Welt zu widmen: die Verführung steht immer an erster Stelle.