Briefing für den 8.5.2018 | Ausgabe #452

martin Briefing

Salut! Heute erscheint das Briefing in leicht verändertem Design. Die Gründe dafür habe ich hier aufgeschrieben. Ich bedanke mich für das Interesse an unserer Arbeit und wünsche eine gute Lektüre, Martin & Team


Rückblick auf Facebooks Entwicklerkonferenz f8

Was ist: Da in der vergangenen Woche leider kein Briefing erschienen ist, möchte ich heute an dieser Stelle noch einmal die wichtigsten Ankündigungen von Facebooks Entwicklerkonferenz f8 vorstellen.

Was (u.a.) angekündigt wurde

  • Facebook bietet künftig Dating-Funktionen [recode]
  • Facebook Gruppen bekommen eigenes Tab und Plugin [Techcrunch]
  • Facebook will eigene VR-Kamera bauen [The Verge]
  • Messenger bekommt ein Redesign [The Verge]
  • Instagram bekommt Video-Anruf-Funktion [The Verge]
  • Instagram führt Custom AR-Filter ein [The Verge]
  • Instagram Stories werden um Sharing erweitert [Variety]
  • WhatsApp bekommt Gruppen-Video-Anruf-Funktion [The Verge]

Die wichtigste Ankündigung von Facebook ist in meinen Augen aber die Option, die eigene Surf-Historie künftig löschen zu können, respektive sich grundsätzlich dafür auszusprechen, dass Facebook einen in so mancher Hinsicht nicht mehr tracken darf. 

Be smart: Die Ankündigung, die unter dem Namen „clear history“ firmiert, ist dabei wohl zugleich die wichtigste wie auch absurdeste Antwort auf den Skandal rund um Facebook und Cambridge Analytica, denn:


It`s complicated: Facebook und der Journalismus

Was ist: Einmal im Jahr treffen sich ausgewählte Vertreter der Medien- und Techbranche beim „Off The Record“-Event im Menlo Park. 

Warum ist das interessant: Normalerweise ist das Event, nun ja, off the record, also nicht für die Berichterstattung bestimmt. Dieses Jahr allerdings war Mark Zuckerberg eingeladen, um über Journalismus zu sprechen – und das veranlasste den einen oder anderen anwesenden Journalisten, doch über das Event zu schreiben – natürlich nach Absprache mit Facebook, ist ja klar. 

Hier sind die wichtigsten Texte:

  • Facebook wird Publisher nicht dafür bezahlen, dass sie ihre Inhalte auf der Plattform teilen – jedenfalls kann sich Zuckerberg das nicht vorstellen [recode
  • Facebook hat damit begonnen, News-Organisationen nach ihrer Glaubwürdigkeit zu ranken [BuzzFeed]
  • Allem Anschein nach fehlt es Zuckerberg an einem grundsätzlichen Verständnis dafür, was Journalismus eigentlich auszeichnet [The Atlantic]

Cambridge Analytica macht dicht

Was ist: Cambridge Analytica hat fertig [Deutsche Welle].

Warum ist das interessant? Nun, Cambridge Analytica hatte bekanntermaßen auf spektakuläre Weise enorme Datensätze von Millionen Facebook-Nutzern erworben und steht im Zentrum von Ermittlungen – etwa rund um die Frage, wie und ob Wahlen via Microtargeting beeinflusst werden können. 

Neue Erkenntnisse: Der Guardian berichtet, dass Cambridge Analytica die Daten jedenfalls noch viel länger zur Verfügung standen als von Facebook gedacht. Auch zeigen die Kollegen aus England, wie das Microtargeting funktioniert haben soll.

Übrigens: Cambridge Analytica hat eine eigene Website gelauncht, auf der sie ihre Sicht der Dinge zum Skandal darstellen: The Facts Behind The Facebook Story.

Wie geht es nun weiter? Die Marke Cambridge Analytica sei am Ende, geradezu toxisch, heißt es. Aber vielleicht kann man den Laden einfach unter einem anderen Namen wieder aufmachen? Gute Idee, finden einige (Mitarbeiter).


Instagram startet Payments

Was ist: Instagram hat für einige Nutzer eine Bezahlfunktion ausgerollt [Techcrunch]. Damit lässt sich künftig direkt auf Instagram shoppen.

Warum ist das interessant? Mobile Payment scheint für Tech-Konzerne immer spannender zu werden. Jedenfalls gibt es kaum ein führendes Tech-Unternehmen aus dem Valley, das nicht auf die eine oder andere Art versucht, Nutzern das Bezahlen für Dienstleistungen und Produkte direkt innerhalb der eigenen Plattform zu ermöglichen.  

Be smart: Eigentlich gibt es für diese Vorgänge durchaus offene Standards – soll heißen: Es wäre rein technisch natürlich denkbar, dass ein Instagram-Nutzer einem Telegram-Nutzer Geld sendet. Ob das allerdings auch implementiert wird oder ob die Tech-Unternehmen ihre Nutzer nicht neuerlich lieber in ihren Walled Gardens behalten, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.


In case you missed it

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Twitter bittet alle Nutzer, ihre Passwörter zu ändern [Zeit Online]. Der Grund dafür ist eine enorme Sicherheitslücke, die es Dritten theoretisch ermöglichte, die Passwörter einzusehen.

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Facebook möchte gern herausfinden, ob es einen Markt für zahlende Facebook-Nutzer gibt

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Stories sind wohl das erste und bislang einzige Medienformat, das nativ für Smartphones kreiert wurde [The Atlantic] – und es ist wohl gekommen, um zu bleiben.

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BuzzFeed startet einen Fake Newsletterwww.buzzfeed.com

Wie der Name bereits vermuten lässt geht es beim Newsletter um das Thema Desinformation. Als Autor fungiert natürlich Craig Silverman. Warum ich den Newsletter hier empfehle? Nun, BuzzFeed hat sich in den vergangen Monaten wirklich zu einer der Top-Publikationen gemausert, wenn es darum geht, Desinformation auf Social zu entdecken und zu erklären – nicht wahr, Karsten!?