Briefing für den 28.11.2017 | Ausgabe #405

martin

Liebe Abonnenten, Sorry für die kleine Durststrecke! Die Einarbeitung in meinen neuen Job bei der Uni Göttingen ist nun absolviert, von daher gibt es jetzt auch wieder Briefings. Als Sponsor für die nächsten vier Wochen dürfen wir übrigens SPORT1 begrüßen – vielen Dank an Max Retzer und Kollegen für den Support! Mega! Merci, Martin

PRIVACY

Facebook erstellt anscheinend – ohne es so zu nennen – Schattenprofile von seinen Nutzern, um möglichst viele Nutzer miteinander in Verbindung zu bringen. So speist sich die Funktion „People You May Know“ eben nicht nur aus den bereits von einem selbst hochgeladenen Kontakten oder angegebenen Informationen hinsichtlich der eigenen Interessen, sondern auch aus den Angaben und hochgeladenen Informationen von Dritten. [Gizmodo]

Bedeutet: Wenn jemand Drittes seine Kontakte bei Facebook importiert, kann es gut sein, dass Facebook dadurch auch in den Besitz von Telefonnummern oder Email-Adressen kommt, die man selbst bei Facebook gar nicht angegeben hat, die aber dann von Facebook der eigenen Person zugeordnet werden können.

Facebook kann durch das Erstellen solcher Schattenprofile somit auch Menschen miteinander in Kontakt bringen, die auf Facebook niemals in Kontakt kommen wollten: etwa alte Liebschaften, Geschäftspartner, journalistische Quellen oder Patienten, um nur einige zu nennen, von denen Facebook oder eben das jeweilige Gegenüber nicht erfahren sollte.

Facebook selbst sieht das Prozedere als Service an. Das Problem ist nur: Als Nutzer kann man zwar versuchen sich zu schützen und Informationen zurückhalten. Sobald aber ein Dritter diese Informationen Facebook zur Verfügung stellt, gibt es keine effektive Möglichkeit, diese Infos wieder einzufangen.


VIDEO BOOM

YouTube ist anscheinend voll von Videos, die Kinder in herabwürdigen Situationen zeigen. Produziert werden diese Videos allem Anschein nach von Eltern, die sie nicht mehr alle beisammen haben. Entschuldigt meine Wortwahl, aber das ist wirklich abartig, was dort hochgeladen wird. Etwa von Greg Chism, der seine zwei Töchter in der Dusche baden lässt, um sie dann mit einem Frosch oder einem Hummer „zu überraschen“. Die Kinder schreien, der Vater hält voll drauf. Widerlich. Aber nicht nur das. Andere Eltern halten ihre Kinder solange unter Wasser bis diese bewusstlos werden. Alles, um Clicks auf YouTube zu maximieren.

BuzzFeed News zeigt YouTube-Videos, die mich so wütend und ärgerlich machen, dass ich gerade gar nicht weiß, wie ich damit umgehen soll, dass Google damit prinzipiell auch noch Geld verdient. Schrecklich. Einige Anzeigenkunden haben jetzt allerdings ihre Werbeanzeigen auf Youtube vorerst gestoppt. [CNBC]


FUTURE OF JOURNALISM

Wenn wir über die Probleme sprechen, mit denen sich der Journalismus aktuell konfrontiert sieht, dann ist das Thema Journalisten-Ausbildung schnell auf dem Tisch. Zu traditionell, zu wenig fortschrittlich seien vielerorts die Lehrpläne. Frederic Filloux, Herausgeber der eigentlich immer lesenswerten Monday Note, möchte sich deshalb diesem Thema in einer Serie von Artikeln widmen.

Im ersten Teil zeigt Filloux, auf welchen Säulen die Journalistenausbildung künftig stehen sollte. Er unterscheidet dabei zwischen Basiswissen, nützlichem Wissen und Inspiration. Da steckt viel drin – auch für all diejenigen, die bereits seit langem praktisch arbeiten. Rethinking Journalism Schools From The Ground Part 1 [Monday Note]


TOOLS

Facebook kopiert allem Anschein nach ein weiteres Feature von Snapchat. Nutzer berichten von einer Funktion, die ihnen im Messenger anzeigt, mit wem sie wie oft Kontakt hatten. Ein ähnliches Feature firmiert bei Snapchat unter dem Namen „Streaks“. [Mashable]

Das Snapchat-Feature „Streaks“ ist allerdings durchaus umstritten, schließlich ist es nicht nur da, um auf einen Schlag „fun facts about the people you message with“ zu sehen, wie es Facebook jetzt mit Blick auf den Test bei sich im Haus ausdrückt, sondern kann auch dazu führend, dass Nutzer einen hohen Druck verspüren, andauernden Kontakt zu bestimmten Personen zu führen. Kids führen regelrecht Wettbewerbe durch, bei denen sie so lange wie es nur geht, sich mit einem bestimmten Nutzer schreiben, um somit einen hohen Streak-Score aufzuzeigen. Als hätte das irgendetwas mit Freundschaft zu tun.

Facebook führt ein neues AI-unterstütztes Feature ein, das Posts erkennen soll, die Selbstmord-Gedanken aufweisen. Das Tool soll laut Techcrunch entweder mit dem Nutzer selbst oder mit Freunden in Kontakt treten, um Hinweise zu geben, an wen sich der betroffene Nutzer wenden kann.

Ein solches Werkzeug lässt natürlich aufhorchen, zeigt es doch unter anderem auf, wie genau Facebook seine Nutzer zu analysieren vermag – den Ausführungen von Facebook zufolge sogar während eines Livestreams. Entsprechend überrascht es auch nicht, dass das Feature in Europa zunächst nicht ausgerollt wird – die Datenschutzbedenken sind zu groß.

Snapchat führt neue Kontext-basierte Filter ein. Künftig können Nutzer abhängig davon, was sie snappen, entsprechende Filter einsetzen – Essen mit entsprechenden Food-Filtern, Tiere mit Tier-Filtern, usw. Das große Redesign kommt dann in ein paar Tagen. [Mashable]


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