Never get high on your own supply

martin

Justin Rosenstein ist einer der Köpfe hinter Facebooks Like-Button. Als Ingenieur hat er maßgeblich daran mitgewirkt, dass der Like-Button zu einer der prominentesten Features des Web 2.0 geworden ist. Heute zeigt sich Rosenstein geläutert: 

In einem Artikel beim Guardian kritisiert er, was er selbst erschaffen hat. Doch nicht nur das. Er bekennt, dass er sich selbst zunehmend vom Internet abkoppeln würde – aus Selbstschutz.

Rosenstein ist damit nicht allein. Im Gegenteil. Der Ingenieur, der auch bei Googles Gchat mitwirkte, ist mit seiner öffentlichen Kritik in guter Gesellschaft. Auch seine Kollegin aus dem Like-Button-Erfinder-Team äußerte sich sehr kritisch mit Blick auf die Effekte, die vom Like-Button ausgingen. Ebenso der Erfinder des „Pull to refresh“ – also des „nach unten Ziehens, um eine App zu aktualisieren“: Loren Brichter klagt, er hätte niemals gedacht, dass dieses Feature so abhängig machen würde.

Und die Reihe lässt sich weiter fortsetzen: Nir Eyal, der Autor, der durch das Buch „How to Build Habit-Forming Products“ berühmt geworden ist, wirbt auf seinen Veranstaltung mittlerweile ganz selbstverständlich auch für eine App, die die Nutzer mit Gutscheinen und Rabatten belohnt, wenn das Smartphone nur lange genug nicht genutzt wurde.

Der prominenteste Kritiker der „attention economy“ aber ist Tristan Harris. Der Ex-Google-Mitarbeiter will mit seiner Organisation „time well spent“ dafür Sorge tragen, dass Nutzer zu aufgeklärteren Konsumenten werden.

Doch der Schritt hin zu Nutzern, die vollumfänglich um die psychologischen Tricks und Kniffe all der Apps bescheid wissen, die sie hundertfach am Tag öffnen, scheint noch weit entfernt. Im Silicon Valley jedenfalls beginnt die Tech-Elite damit, sich vor den Konsequenzen ihrer Erfindungen zu schützen. Übrigens ganz im Geiste von Steve Jobs:

So, your kids must love the iPad?” I asked Mr. Jobs, trying to change the subject. The company’s first tablet was just hitting the shelves. “They haven’t used it,” he told me. “We limit how much technology our kids use at home.

About the Author

martin

Hi, mein Name ist Martin Giesler. Ich bin Journalist und Blogger. 2013 habe ich das Social Media Watchblog gegründet. Hier erfährst du mehr über mich. Follow: Twitter | Facebook | Linkedin | Newsletter