Briefing für den 5.9.2017 | Ausgabe #385

martin

Liebe Leserinnen, lieber Leser! Wir könnten kaum stolzer sein: Im September wird das Briefing vom „Listening Center“ der Rheinischen Post gesponsert! Wir sind sehr glücklich darüber, mit einem derart innovativen Projekt auf diese Art kooperieren zu können. Sehr, sehr cool! Und jetzt viel Spaß mit dem heutigen Briefing von Isabell!

# Spielregeln

Twitter hat uns in der vergangenen Woche neue AGB auf die Smartphones gezaubert und natürlich hat jeder von uns sie konzentriert und gründlich gelesen. Ja, okay. Aber ein paar Leute haben sie wirklich gelesen und sind – wie bei solchen Änderungen üblich – absolut nicht begeistert.

TechCrunch hat einmal zusammengefasst, was hier neu ist: „Die neuen AGB enthalten keine U.S.-spezifischen Angaben mehr, dafür aber eine neue europäische Adresse. Das war’s eigentlich.“

Die Empörung schwappte natürlich trotzdem über, vermutlich, weil es für die „neuen“ AGB wieder einmal eine ganze Menge Erstleser gab. Die stören sich nun daran, dass Twitter die Weiternutzung der Tweets erlaubt. Doch genau diese Regel ist es, die uns Embeds auf anderen Seiten ermöglicht. Eine Praxis, an die sich die meisten Menschen sowieso schon längst gewöhnt haben, schreibt TechCrunch. Tweets, Videos und Bilder zu embedden, gilt als fairer Umgang mit den Inhalten anderer.

Wenn wir diese Spielregeln von Social Media jetzt kritisieren, dann müssen wir ganz neu verhandeln. Denn Social Media Content ist öffentlich. Die meisten Menschen versuchen, mit ihren Tweets, Instagrams und Videos Follower zu generieren. Embeds sind dafür ein nützlicher Weg. Und wer wäre nicht stolz darauf, den eigenen Tweet bei Spiegel Online zu sehen?

Die neuen Bedingungen gelten vom 2. Oktober an überall außerhalb der USA.

Sponsoren-Box

Wir freuen uns: Das Listening Center der Rheinischen Post übernimmt für einen Monat das Sponsoring für das Social Media Watchblog – weil wir glauben, dass fundiertes und aktuelles Wissen die Grundlage für gute Entscheidungen ist. Mit dem Listening Center arbeiten wir selbst intensiv daran, die Informationen, die unseren Redakteuren zur Verfügung stehen, zu erweitern und so aktuell wie möglich zu halten. Systematisch bündeln wir die Kommunikation mit unseren Nutzern und durchsuchen das Netz nach den für uns relevanten Themen – in Echtzeit. Die Kollegen vom [Deutschlandfunk] haben uns kürzlich besucht und sich das System angeschaut. Hier der Artikel: Neue Multimedia-Erzählformen für die Lokalzeitung.

# Spione

Google hat versprochen, unsere Emails nicht mehr zu lesen. Das war schon im Juli. Jetzt hat ArsTechnica Zweifel daran geäußert. Google hat sich zwar schriftlich verpflichtet, die Nase aus den Mails der Nutzer zu lassen – aber nur für drei Jahre (!).

Zitat aus einer Fußnote: „Google glaubt daran, dass die technischen Anforderungen, um Email-Dienste im großen Stil anbieten zu können sich dynamisch verändern können. Eine längere Bindung (an die Absprache) könnte Googles Fähigkeit, seine Technologie zu verbessern (…) und an die Bedürfnisse anzupassen, beeinträchtigen.“

Tja, nun. Wohl jeder Unternehmer wäre erfolgreicher, wenn Privatsphäre nicht so ein großes Ding wäre.

Übrigens häufen sich die Hinweise, dass Instagram es auch tut. Ich hatte neulich eine Afterwork-Debatte um ein Produkt und fand die Marke am nächsten Tag erstmals in meinem Feed. Und Blogger Damian Le Nouaille hat der Fotoplattform eine Falle gestellt . [Medium]

# Nice To Know

Täglich werden 500.000 Einträge in der Wikipedia geändert, 800 neue Artikel angelegt und 400 bis 500 gelöscht. The Verge hat sich das einmal genauer angeschaut.

Speaking of Wikipedia: Der Twitter-Account @DeletedWiki hält uns über all diese Vorgänge auf dem Laufenden.


Falls du eine Frage zum heutigen Briefing hast oder diese Unterhaltung einfach gern fortsetzen möchtest, schreib mir zurück – ich beantworte jede Mail.