#Briefing: Facebook-Nutzer deutlich weniger aktiv, Fake News hart umkämpft, Plattformen und ihre Frohlockungen

martin Briefing

Studie: Facebook-Nutzer deutlich weniger aktiv

Warum schraubt Facebook eigentlich permanent am News Feed? Und wieso kommen sie gefühlt jede Woche mit neuen Features um die Ecke? Und vor allem: Warum versuchen sie aktuell mit so einem enormen PR-Aufwand, dem Thema Fake News Herr zu werden? Nun, eine Auswertung von 25 Millionen Facebook-Postings zeigt, in was für einem permanenten Kampf um Aufmerksamkeit sich auch Facebook trotz Rekord-Einnahmen befindet:

  • 2016 haben Nutzer satte 30 Prozent weniger eigene Inhalte geteilt. 30 Prozent!
  • Das User Engagement hat 2016 im Vergleich zum Vorjahr um stolze 15 Prozent pro Posting abgenommen.
  • 8 Prozent weniger Likes pro Post, 37 Prozent weniger Kommentare pro Post und 28 Prozent weniger Shares pro Post.

Zum Ende des Jahres hat Facebook dann ein Stück weit die Wende hinbekommen, vor allem weil sie Clickbait den Kampf angesagt hatten und den Postings von Freunden und Familie wieder mehr Gewicht einräumten.

Auch die Bemühungen, Fake News einzudämmen, zielen darauf ab, das Engagement im News Feed wieder anzukurbeln. Schon irre, dass dabei ausgerechnet traditionelle Medienunternehmen unentgeltlich helfen sollen, ist doch ihr Geschäftsmodell auch durch Facebooks Marktmacht massiv ins Wanken geraten. [MAVRCK]

Hart umkämpft: Die Fake-News-Front

Wer dieser Tag gegen Fake News ins Feld zieht, kann doch eigentlich nur auf der richtigen Seite stehen – Fake News sind böse, die Aufklärer sind die Guten, so das gängige Narrativ. Doch ganz so einfach verhält es sich leider nicht. Vielmehr wird immer deutlicher, dass die Front beim Thema Fake News hart umkämpft ist. Welche Wahrheit sich behaupten kann, hängt eben stark mit der Einschätzung zusammen, was überhaupt Fake News sind – da kann man ja durchaus unterschiedlicher Meinung sein, wie der neue US-Präsident Tag für Tag eindrucksvoll beweist. [Guardian]

+ Die Geschichte zu dem Typen aus Mazedonien, der nun für alle Zeiten als das Gesicht herhalten muss, wenn es um die Frage geht, wie einfach man Fake News produzieren kann. [Wired]

Frohlockungen und andere Versprechen

Unternehmen wie Apple, Facebook und Google haben allergrößtes Interesse daran, dass Medienunternehmen bei ihnen stattfinden – gern mit maßgeschneiderten Inhalten für die jeweiligen Plattformen, respektive Apps. Die Inhalte-Anbieter selbst haben zwar in aller Regel davon keinen direkten Nutzen, versprechen sich aber Reichweite und langfristig auch finanzielle Einnahmen. Was das an sich für ein Dilemma ist, habe ich Anfang der Woche bei uns im Blog beschrieben: Das Facebook Paradoxon. Wie Plattformen die Medienunternehmen dazu aber doch immer wieder kriegen, beschreibt [Digiday].

Der Vollpfosten der Woche

Ist YouTuber PewDiePie nun ein Antisemit, ein Teenieschwarm oder einfach nur ein erfolgsgeiler Dummkopf? Vermutlich am ehesten eine Mischung aus Zwei und Drei. Aber nach seinen völlig übers Ziel hinausgeschossenen Videos darf er sich nicht wundern, wenn ihm Disney und YouTube nun den Geldhahn zudrehen. Vielleicht auch nicht so schlimm, wenn er jetzt mit YouTube aufhört – ihm war das ja eh alles auch viel zu anstrengend mit dem permanten Vortäuschen von guter Laune. [Zeit Online]

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